Der US-amerikanische Islamexperte und Historiker Prof. Bernard Lewis sieht für Europa keine Hoffnung mehr, dem Islam Widerstand entgegenzusetzen. Die Moslems stünden kurz vor der Eroberung des Kontinents. Die Europäer hätten in jedem Bereich „in einer Art der Selbsterniedrigung, politischen Korrektheit und des Multi-Kulturalismus“ kapituliert. Europa habe kein Selbstbewusstsein und keinen Respekt vor der eigenen Kultur.

Zur atomaren Bedrohung durch den Iran sagte der Historiker, die Abschreckungsdoktrin des Kalten Krieges funktioniere nicht gegenüber dem iranischen Präsidenten Mahmud Achmadinedschad: „Für ihn ist eine beidseitig garantierte Zerstörung keine Abschreckung, sondern eher ein Anreiz. Wir wissen bereits, dass den regierenden Ajatollahs die massenweise Tötung ihrer eigenen Leute völlig egal ist … Wenn sie viele ihrer eigenen Leute töten, geben sie ihnen eine schnelle und kostenlose Eintrittskarte in den Himmel.“

Es ist diese Denkweise, die der Westen nicht begreift. Da sind Menschen, die wollen sterben. Was für Dialoge soll man mit ihnen führen? Schon 2004 sagte Lewis im WeltInterview:

Man muss die Möglichkeit einkalkulieren, dass al-Qaida gewinnen könnte. Sie haben viele Verbündete im Westen, bewusste und unbewusste. Zu den bewussten zähle ich die wachsenden islamischen Minderheiten und Konvertiten Europas. Es verhält sich ähnlich wie damals mit dem Kommunismus, der Unzufriedenen im Westen gefiel, da er ihnen eindeutige Antworten zu geben schien. So hat auch der radikale Islam Anziehungskraft auf Menschen. Er vermittelt ihnen Überzeugungen und Gewissheiten, ja gibt ihnen den Sinn einer Mission. Sie erscheinen vereint, die Demokratien aber tief gespalten.

DIE WELT: Also kommt ein globales islamisches Reich?

Lewis: In Demokratien scheint man einander mehr zu hassen als äußere Gegner. Die Schwäche und Spaltung scheinen die westliche Seite zu beherrschen. Die Politik in Europa ist da nicht gerade hilfreich, insbesondere nicht die französische und die deutsche Politik.

Und später:

Europa wird Teil des arabischen Westens sein, des Maghrebs. Dafür sprechen Migration und Demografie. Europäer heiraten spät und haben keine oder nur wenige Kinder. Aber es gibt die starke Immigration: Türken in Deutschland, Araber in Frankreich und Pakistaner in England. Diese heiraten früh und haben viele Kinder. Nach den aktuellen Trends wird Europa spätestens Ende des 21. Jahrhunderts muslimische Mehrheiten in der Bevölkerung haben.

Hoffen wir, dass er sich irrt!

(Spürnase: maloon)

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