In unterem Video nimmt Likud-Chef Benjamin Netanjahu Stellung zum Boykottaufruf einer Vereinigung von britischen Universitätsdozenten und einer britischen Gewerkschaft gegen israelische Institute und Organisationen (wir berichteten). Er führt klar und deutlich aus, dass Israel – obwohl konfrontiert und umgeben von Feinden, die offen zugeben, dass sie Israel von der Landkarte tilgen, offen zugeben, dass sie alle Israelis töten wollen – lediglich begrenzte Verteidigungsaktionen durchgeführt hat.

Die „University and College Union“, ein Zusammenschluss von Hochschulprofessoren und Dozenten, hat einen Antrag angenommen, nach der ein Boykottaufruf gegen Israel diskutiert werden soll. Die Union wolle „als Information und für die Diskussion den kompletten Text des palästinensischen Boykottaufrufes an alle Zweige senden“, berichtet die New York Times. Die Vereinigung rief ihre etwa 120.000 Mitglieder dazu auf, ihre Kontakte zu israelischen Akademikern zu „überdenken“.

Einen Tag später verkündete die größte britische Gewerkschaft für Bedienstete im Öffentlichen Dienst, „Unison“, auf der nächsten Hauptversammlung vom 19. bis 22. Juni über den Boykott abstimmen zu wollen. Dies teilte die Sprecherin der Angestelltengewerkschaft mit 1,3 Millionen Mitgliedern, Mary McGuire, mit. Auf der Webseite von „Unison“ heißt es, die Vereinigung wolle sich 170 palästinensischen Organisationen und Gewerkschaften anschließen und israelische Institutionen boykottieren. Weiter heißt es dort:

Im Jahr 2006 marschierte Israel im Libanon und in Gaza ein, hat Steuereinnahmen der Palästinensischen Autonomiebehörde zurückgehalten und den Dialog mit der im Januar 2006 demokratisch gewählten Behörde abgelehnt, die Grenzen von Gaza neu eingenommen, illegale Siedlungen im Westjordanland ausgeweitet und den Bau der illegalen Apartheidsmauer fortgeführt.

Dem britischen Premier Tony Blair wirft die Organisation vor, trotz der „schändlichen Ereignisse von 2006“ genau wie die USA hinter Israel zu stehen.

Aktueller Nachtrag: Professor Gert Weisskirchen, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat in seiner Funktion als persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus den anti-israelischen Boykottaufruf der größten britischen Hochschulgewerkschaft aufs Schärfste verurteilt. Die British University and College Union (UCU) hatte am 30. Mai eine Resolution verabschiedet, in der zum Boykott israelischer Hochschulen und Wissenschaftler aufgerufen wird. Als Grund hierfür gaben die Initiatoren die „Komplizenschaft der israelischen Wissenschaft bei der Besatzung“ an. Für Weisskirchen beginnt mit dieser Entscheidung ein „neues Kapitel der traurigen Geschichte des Antisemitismus im akademischen Milieu“. „Anti-israelische Boykottbestrebungen sind ein moralisch verwerflicher Angriff auf die akademische Freiheit“, so Weisskirchen. Aktionen wie diese würden einen kritischen Dialog verhindern und dadurch auch allen Ansätzen zu einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts im Wege stehen. Zudem warnte der renommierte Sozialwissenschaftler vor einem weltweiten Anstieg des Antisemitismus, wenn sich Institutionen und Organisationen derartige Strategien zu Eigen machen würden.

Die vollständige Presseerklärung von Gert Weisskirchen ist auf seiner Homepage nachzulesen.

Der jetzt angekündigte akademische Boykott ist nicht nur politisch einseitig motiviert und dumm, er ist auch kontraproduktiv. Und weckt in uns Zweifel am Geisteszustand der britischen Akademiker.

(Spürnase: Josef Hüber)

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13 KOMMENTARE

  1. #4 War Goldfasan nicht damals eine Bezeichnung für hohe Nazibonzen? Ist der Name Zufall oder ein Trojaner?
    Ich bin kein „Trojaner“ und bestimmt kein Nazi-Bonze.

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