Evo MoralesIn den gestrigen Tagesthemen wurde über das Autonomie-Referendum in Bolivien berichtet und – wie üblich – ziemlich einseitig Propaganda für die regierenden nationalen Sozialisten von Präsident Evo Morales (Foto) gemacht. Der verlinkte Text gibt die Werbung für Sozialismus und Volkseinheit nur in Ansätzen wieder, der TV-Beitrag von Thomas Aders umso mehr.

PI-Leser Christian schreibt uns zur Sendung:

Die östliche Provinz von Bolivien will sich vom Rest des Landes trennen, um dem Sozialismus zu entgehen. Die ARD berichtete allerdings minutenlang über weiße Kolonialisten und wirtschaftlichen Erfolg, der der armen indigenen Bevölkerung durch diese Abspaltung vorenthalten werden solle.

Dass es Menschen gibt, denen ihre Freiheit etwas wert ist und die einsehen, dass der Sozialismus sowohl Freiheit als auch Wirtschaft abtötet, kommt der ARD gar nicht in den Sinn.

Der Staat schränkt die Freiheit seiner Bewohner also immer mehr ein, so dass die Bürger in dem östlichen Gebiet sich mit einem Referendum schützen wollen.

Dies sei in der Verfassung allerdings nicht vorgesehen – klugscheißen die Tagesthemen. Zur Erinnerung: Im Kosovo war die Abspaltung nach der Verfassung auch nicht vorgesehen. Trotzdem jubelten sich die MSM damals ins Fäustchen.

In den Tagesthemen wurde die Abspaltung in Bolivien mit einer fiktiven Abspaltung Bayerns vom deutschen Rest verglichen. Gott sei Dank ist es in Deutschland noch nicht so schlimm, das der Vergleich gerechtfertigt wäre. Die Einschneidung der persönlichen Freiheit hält sich hier noch vergleichsweise in Grenzen.

Die Hetze gegen die „reichen weißen Kolonialisten“ muss man gehört haben, um es glauben zu können. Ich bin seit heute der Meinung, dass sich Verantwortliche (für die Berichterstattung der ARD) die Einführung eines vollständigen Sozialismus in Deutschland und die Beraubung der „reichen Weißen“ wünschen.

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20 KOMMENTARE

  1. Als ob die Abspaltung des Kosovo etwas anderes gewesen wäre, als eine utopische Abspaltung Bayern’s. Trotzdem wurde das Ganze bejubelt und vollkommen kritiklos angenommen, unter anderem von unserer Frau Merkel.

    Davon abgesehen gibt es eine deutliche MEHRHEIT der dort lebenden Bevölkerung für eine Abspaltung. Sollen sie es ruhig machen, was im Kosovo geklappt hat, funktioniert auch ein zweites Mal.

    Bin schon gespannt, ob die internationale Gemeinschaft diese Abspaltung auch einfach so hinnehmen wird oder hier mit zweierlei Maß gemessen werden wird.

  2. Und wie das wieder verzerrt wird… Wer sagt denn, die Santa Cruceños wollen unabhängig werden? Die wollen wirtschaftlich autonomer werden, so wie etwa die spanischen Autonomien. Ich habe erst kürzlich mit einer Bolivianerin aus der Gegend gesprochen, wie es in Bolivien läuft. Dass die ARD diesem Diktator überhaupt ein Forum bietet, begreife ich nicht – aber er kämpft ja für die „gute“ Sache, genauso wie ein Chavez, ein Correa, ein Ortega oder ein Castro. Was die Menschen aber davon halten (genauso wie in Venezuela, wo selbst die Armen immer mehr gegen Chavez sind) interessiert die Medien hier nicht.

  3. Da fühlt man sich doch nur noch verarscht.
    Als eine terroristische Organisation erklärt hat, sie wolle nun den Kosovo regieren haben sie gejubelt, hier dagegen sollen wohlhabende Imperialisten den glorreichen bolivianischen Sozialismus entzweien?
    Fahren die uns eigentlich mit voller Absicht gegen die Wand?

  4. #3 Fentanyl

    Ich glaube nicht, dass man uns gegen die Wand fahren möchte. Das wurden wir schon und zu allem Überfluss werden wir bald von den einstürzenden Mauerresten erschlagen.. 😉

  5. Die ARD kann man getrost in die Tonne treten. Ich schaue schon längst keine ARD, ZDF & Co. mehr. Ich schaue fast nur noch Euronews und CNN. Da meine Freundin nicht deutscher Herkunft ist, haben wir auch andere Sender zur Verfügung, die sehr informativer und weniger manipulierend berichten.

  6. Danke für diesen Beitrag!

    Das Thema Islam ist wichtig, aber halt nicht das einzige!

    Hab da gestern auch irgendwo im TV einen bericht drüber gesehen, natürlich wieder mal mit den triefenden Klischees des Klassenkampfes!

  7. Oh, die bösen Imperialisten wollen ihren Besitz behalten und nicht alles an den guten Sozialismus verschenken. Eine Runde Mitleid für die Commies.
    Was bei uns im Fernsehen läuft hat die Schmerzgrenze schon lange überschritten. Dass diese Spinner kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie so einen Müll senden.
    Oder merken die das gar nicht.

    Bleibt die Frage was ist schlimmer, Vorsatz oder Dummheit.

  8. Normalerweise wird aber inzwischen der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ in den Medien fair dargestellt. D.h. als gefährlichen und unnützen Mumpitz ausser den Chávez Clan und andere, die sich daran bereichern. Sogar Le Monde Diplomatique Deutschland Edition ist spätestens seit dem Referendum äußerst Chávez kritisch. Die ARD sowieso.
    Vielleicht hat aMORALes noch einen gewissen Sympathie-Bonus, weil das mit dem Neoliberalismus in Bolivien insgesamt echt nicht so toll gelaufen ist und er eben wirklich der erste indianische Präsident in einem indianischen Land seit fast 500 Jahren ist. Gerechtfertigt ist das imho nicht.
    Am liebsten wäre mir, wenn die autonome Region Chile als 13a Región zugeschlagen wird 🙂 . „Chile Transandina“. Leider extrem unrealistisch, aber die haben Erdgas und Chile benötigt das dringend.

  9. So blauäugig, wie die ARD selbst…
    Erinnert ein Wenig an eine Reportage über die PDS und ihre Haltung zu den sozialistischen Ländern Südamerikas. Das dort z.B. viele Journalisten aufgrund ihrer kritischen Berichterstattung in Gefängnissen sitzen, wurde schlichtweg geleugnet.
    Das damals von der ARD als „unglaublich“ bezeichnete Verhalten der PDS, scheint in Vergessenheit geraten zu sein…
    Oder es mangelt den öff. rechtl. Sendern einfach mal wieder an Selbstkritik.

  10. In Mexico ist die Lage ähnlich. Ein wirtschaftsliberaler reicher Norden, der bei den letzten Wahlen mehrheitlich für den konservativen Calderon gestimmt hat steht einem völlig heruntergekommen, da sozialistisch wählenden, Süden gegenüber.

    In Canada streben die ölsandreichen Provinzen British Columbia und Alberta nach mehr Autonomie, weil sie es Leid sind ihren Reichtum an die an sozialistischer Gleichmacherei erkrankte (zugegebenermaßen konservative) Zentralregierung abzuführen, die ihn dann zb. an die möchtegern-europäisch-links-intellektuellen Frankokanadier in Quebec oder die Inuit verteilt.

    Nicht wenige in besagten Gebieten sind sogar für eine völlige Abspaltung von Mexico bzw Canada, um daraufhin als eigenständige Bundesstaaten den USA beizutreten. Immerhin hätten sie dann teilweise mehr autonomie als etwa die einzelnen Gliedstaaten der EU es noch haben.

    Vielleicht sollte man sich auch in Deutschland gedanken darüber machen, die Zahlmeister des Länderfinanzausgleichs Hessen, Ba-Wü und Bayern (Zufall dass dies weitgehend der ehemaligen US-Besatzungszone entspricht???) vom Rest des Landes abzukoppeln.

  11. Der „Qualitätsjournalismus“ von ARD und ZDF
    arbeitet wie einst die kommunistische Nach-
    richtenagentur TASS !

    Sie berichten einseitig und tragen einen Bal-
    ken vor beiden Augen, sodaß der Blick zur
    Wahrheit verstellt ist !

    Sie lügen dem Volk die Hucke voll !

  12. @13 HUNDEPOPEL
    Zitat:Der “Qualitätsjournalismus” von ARD und ZDF/<

    Sie glauben die „Weisheit mit den Löffeln “ gfefressen zu haben. Sie glauben, sie stellen die „Inteligenzia “ der Nation da, diese Dumpfbackproleten, mir braucht niemand zu erklären, daß die Erde keine Scheibe ist, sondern wo bekomme ich das beste Wienerschnitzel:-)

  13. Passt doch zur ARDideologie. Was soll man von einem Sender halten bei dem unter Inland gleich Rechtsextremismus steht?

  14. Hab in unserem Käseblatt (WAZ-Gruppe) nur eine Kurzmeldung über eine Abstimmung gelesen – Danke an PI für diesen Beitrag, der mich auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht hat!!

  15. ein Viedo der Autonomiebefürworter. Zwar auf spanisch, aber auch mit englischen Untertiteln. Früher als es mit dem Bergbau in Westbolivien noch gut stand, interessierte sich keiner für Santa Cruz, das sich darauf alleine zu dem gemacht hat, was es heute ist. Und nun sollen die Cruceños den Westen „durchfüttern“? kein Wunder, dass die da was gegen haben.
    autonomia carajo!!

    PS: Mich freut es, dass PI auch mal wieder das Thema Lateinamerika gewählt wird. Denn in den europäischen Medien wird soviel unterschlagen, was dort passiert.

  16. Betreff der im Text angeführten Abspaltung von Bayern. Bayern ist ein Freistaat, und kann sich gottseidank wenn es zu bunt wird abspalten. Genauso wie Sachsen, dafür hat Biedenkopf wohlweislich gesorgt bei der Ländergründung.

  17. @#19 GrundGesetzWatch
    Na da bin ich sofort dabei. Bayern raus aus Deutschland und raus aus der EU 😀
    Dann steht die arme Schweiz auch nicht mehr so allein da 🙂

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