ruhrkent - KopieAm letzten Tag der Buchmesse geht es im letzten Teil der PI-Serie zum neuen Roman „Ruhrkent“ um Vernunft und Wahnsinn des bunten Projekts. Warum genau, aus welchen rationalen Gründen werden unsere Städte zu fremden Metropolen gemacht, in denen „morgenländischer Gesang vom Kirchturm schallt“? Diese Fragen stellen wir uns jeden Tag, ohne von der Politik eine wirklich überzeugende Antwort zu erhalten. Diese Fragen stellt sich sein Leben lang auch der Held in „Ruhrkent“, bis er sich selbst für verrückt erklärt: „und was ich sah und hörte, schien mir letztlich nichts als eine wilde, wirre Hexerei“.

(Von Markus G.)

In einem fremden, nichtdeutschen Zukunftsstaat in NRW werden u.a. auch die deutschen Städtenamen abgeschafft und durch fremdsprachige Namen ersetzt. Da der Romanheld in „Ruhrkent“ die Umbenennung Duisburgs in „Düskale“ ablehnt, verstößt er gegen das „Recht“ und muss sich vor Gericht verantworten. Er engagiert den Rechtsanwalt Dräger, einen Repräsentanten der abgehobenen, akademischen Oberschicht der Deutschen:

„Dräger wirkte wie ein echter Herr, ein Mann von Welt, als wäre er gerade erst aus einem Flugzeug ausgestiegen und als ginge er so gut wie nie zu Fuß und hätte es daher schon weit gebracht.“

Dräger ist der typische Profiteur und Kriegsgewinnler der bunten Verhältnisse, der den proletarischen Helden keineswegs verteidigt, sondern oberlehrerhaft zurechtweist. Auf die heutige Zeit übertragen ist Dräger der Typus des evangelischen Pfarrers oder Lokalpolitikers der Merkel-CDU. Er spielt den angeblich Verständnisvollen, ist aber intellektuell arrogant und knallhart auf Linie. Kritik an den bestehenden Verhältnissen ist für ihn irrational, sie kann nur von Dummen oder Kranken kommen:

„(…) Was dagegen einzuwenden sei, dass sich die heutigen Bewohner dieser Stadt mit einem neuen Namen erst daheim und eher wie zu Hause fühlten, fragte er. (…) Ob ich tatsächlich glaubte, dass sich an der Stadt durch diese oder jene Sprache ihres Namens irgend etwas, ein Gebäude, eine Häuserzeile oder der gewohnte Busfahrplan, der Flug der Tauben auf dem Marktplatz und die Lichter in der Nacht, die Schatten in den Gassen und der Regen in den Pfützen, ja, die Luft vielleicht verändere und ob ich jemals Pflege oder eine Kur im Sanatorium erwogen hätte?“

Die ganze Szenerie dieses Kapitels, das Gespräch zwischen dem rebellischen Proletarier und dem linientreuen Vertreter der Elite, erinnert an die Begegnung zwischen Sträfling und Pfarrer in Wolfgang Gottschalks legendärem „Bauchschmerzen“. In „Bauchschmerzen“ allerdings wird die Debatte zwischen den beiden kontrahierenden Personen bis zum Ende durchgehalten, in „Ruhrkent“ verzichtet der Held auf die Auseinandersetzung und scheint seinem intellektuellen Gegenüber resigniert Recht zu geben:

„Was schon konnte ich ihm sagen? Schließlich war ihm ja nur beizupflichten: Was ich angerichtet hatte, tat man eben nicht als wohlerzogen und besonnen handelnder, erwachsener, mit einem Wort: zivilisierter Mensch.“

Den Vorwurf des krankhaften Verrücktseins, den sich politische Kritiker der „Bunten Republik“ („Islamophobie“ etc.) auch heute einhandeln, ähnlich wie damals Kritiker der Sowjetunion, akzeptiert er scheinbar ebenfalls:

„Ich kam eigentlich mit dieser Deutung meines Zustands wunderbar zurecht: Ich war ein abgehalftertes Geschöpf und was ich ringsherum beobachtete, lag allein an meiner durch den Kalk in meinen ausgemergelten Arterien verknöcherten, in ihrer Urteilsfähigkeit beschränkten Wahrnehmung.“

Tatsächlich aber ist der Held in seiner Erkenntnis bereits weiter. Er hat im Lauf seines Lebens gelernt, dass ihm der Appell an die eigene „Zivilisiertheit“ nichts bringt, weil er dadurch nur der Unzivilisiertheit Vorschub leistet. Er hat auch gelernt, dass er keineswegs verrückt ist, weil er die angeblich rationalen Gründe der Buntisierungspolitik nicht erkennt, sondern dass sich diese angeblich rationalen Gründe regelmäßig in Luft auflösen, es in Wirklichkeit also überhaupt keine rationalen Gründe für dieses irrationale Projekt gibt:

„So fahndete auch ich beharrlich und besessen auf der Suche nach dem Sinn des Ganzen nach Erklärungen und dachte mir mal dies, mal jenes aus, doch immer, wenn ich neuer Hoffnung war, dass ich die Lösung nun gefunden hätte, kam dann alles wieder anders (…). Und so gingen mir im Lauf der Zeit die Gründe, einer nach dem anderen, obwohl ich jeden Rest an Phantasie bemühte, einfach aus (…).“

Es ist die Erfahrung dieses Scheiterns aller eigenen Bemühungen, die Buntisierungspolitik rational zu verstehen, die den Helden am Ende seines Lebens zum Rebell werden lässt. Man kann ein irrationales Projekt nicht rational begreifen, sondern hat die Pflicht und das Recht, sich dem Irrsinn des Projekts entgegenzustellen. „Ruhrkent“ darf niemals Wirklichkeit werden!


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9 KOMMENTARE

  1. Das lese ich hier, nachdem ich gerade meine kleine Radrunde durch die Duisburger Innenstadt beendet habe. Die Eindrücke dabei, die ich hier schon öfter beschrieben habe, waren wieder einmal niederschmetternd! Es sind Ferien, da wird gerne schon mal aus unserer Stadt geflohen (ist es noch unsere Stadt?). Es bleibt das traurige Bild von ärmeren Uneingeladenen aus aller Herren Länder, die die Stadtmitte bevölkern und dominieren. Als Alternative zum Stadtnamen Duisburg fiel mir unterwegs der Name Düsbürgülü oder Buntburg ein. Auch Fluchtburg würde es gut treffen. Die weiteren geplanten Einkaufstempel in der Innenstadt werden wohl lange auf eine zahlungskräftige Kundschaft warten. Es ist eine reine Strapaze durch diese Stadt zu gehen.

  2. „Ruhrkent“ ist ja ruhrend.

    Das Thema ist jedoch Kobane, dem Erdogan einen Hilfskorridor verweigert!!!

  3. Das Konzept der „Bunten Republik“ ist irrational in seinen Auswirkungen, aber von seinen Initiatoren mit Überlegtheit ersonnen worden.

    Es geht um die Macht.

  4. Im Ruhrpott ist alles in Ordnung. Das bestätigt sogar die SPD Oberbürgermeisterin Scholz. Und wer etwas anderes sagt wie Zb. der WAZ Reporter der ist ein Naaaaazziii.

    http://www.derwesten.de/staedte/bochum/aerger-um-zuwanderer-im-schrotthaus-in-riemke-brodelt-es-id9917265.html
    Die Anwohner beklagen „unerträgliche Zustände“ und haben einen Brandbrief an Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz geschrieben. Die Stadt entgegnet: alles nicht dramatisch.

    Als der WAZ-Reporter einen der Bewohner befragen will, wird er von zwei Männern mit erhobenen Fäusten beschimpft und fortgejagt.

    Sprecherin Barbara Gottschlich. Es gebe „keine dramatischen Zustände, lediglich Sperrmüll“. Betteleien und Drohungen seien nicht festgestellt worden,

  5. Deutschland und die Deutschen liegen am Boden, körperlich und geistig träge, von ARD und ZDF im Auftrag gehirngewaschen, kraftlos, verteidigungsunfähig, eine leichte Beute. Man verschweigt ihnen und sie selbst sind nicht in der Lage, zu erkennen, daß der 3. Weltkrieg schon begonnen hat. Wegen der Massenvernichtungswaffen findet er in den Städten statt, ein Häuser- und Straßenkampf, buchstäblich bis auf’s Messer, wohlgemerkt die Invasoren, Landräuber und Besatzer untereinander, denn die Deutschen gucken nur zu, obwohl sie die eigentlichen Leidtragenden sind. Diese Leute spielen Heile Welt, gucken ihre täglichen Tatort-Wiederholungen, obwohl sie diesen schon vor ihrer Haustür haben. Die Polizei hat weitgehend kapituliert und traut sich in manche als besetzt gekennzeichnete Gebiete nicht mehr hinein. DIE GRÜNEN, die sich die Ausrottung Deutschlands und der Deutschen auf die Fahne geschrieben und das auch ganz offen kundgetan haben, fahren jetzt ihre Ernte ein. DIE GRÜNEN, die unter dem Vorwand sie retten zu wollen, Natur und Landschaft zerstört haben, und dafür von den oben Beschriebenen gewählt werden, sind so ungefähr das Schlimmste, was jemals über uns gekommen ist. Frau Roth, wie ich glaube Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, läßt sich in der Türkei und von den Türken als eine der ihren feiern, weil es das ist, was sie wollte und konnte. Die Beweggründe sind mannigfaltig. Die „deutschen“ Innenstädte, selbst am späten Vormittag, kotzen mich an, und so wie sie aussehen, sollte man sie wirklich und ausdrücklich als türkisch bezeichnen, denn deutsch sind sie längst nicht mehr.

  6. Er hat auch gelernt, dass er keineswegs verrückt ist, weil er die angeblich rationalen Gründe der Buntisierungspolitik nicht erkennt, sondern dass sich diese angeblich rationalen Gründe regelmäßig in Luft auflösen, es in Wirklichkeit also überhaupt keine rationalen Gründe für dieses irrationale Projekt gibt

    Da das Projekt völlig irrational ist (= Selbstmord), sind die Gründe nicht im Bewussten zu suchen.

    Hier ist der Versuch, dieses höchst irrationale Verhalten durch die Biologie (Energetik) des Menschen zu erklären:
    www. pi-news.net/2011/11/ist-der-niedergang-europas-noch-zu-stoppen/

    Die Theorie ist zwar umstritten, aber eine bessere Erklärung, habe ich nicht gesehen
    (meistens gibt es gar keine Erklärungen, sondern nur Feststellungen wie im Artikel).

  7. Rechtsanwalt Dräger kommt mir vor wie dieser verlogene Faschist aus Orwells „1984“, den in der Verfilmung Richard Burton so gut verkörperte.

  8. Danke für diese Reihe und die wunderbare Buchkritik – habe nicht oft so etwas zutreffendes und so exakt analysiertes gelesen!
    Ja, wie es der Autor in „Ruhrkent“ beschreibt, so wird es wohl kommen.
    Doch ein solch beschriebenes System ist auf Dauer nicht zu halten und schon gar nicht zu finanzieren.
    Die Ratten werden das sinkende Schiff verlassen, wenn nichts mehr zu fressen da ist. Zurück bleibt eine Wüste. Trostlos und gebrochen.
    Aufbauen werden es wieder die „bösen Nazi“ Deutschen mit all ihrem Fleiß und mit ganzer Kraft.
    Danach geht das Spiel von vorne los…

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