Was ist mit Innenminister Schäuble passiert? Ob er PI gelesen hat? Bisher zeichnete er sich in Sachen Islam durch außerordentliche Unwissenheit und Naivität aus. So freute er sich über seine Islamkonferenz, zu der er auch die Extremisten von Milli Görüs eingeladen hatte und betrachtete es als Erfolg, dass ein paar Moslemvertreter mit ihm die geschmacklose Opernaufführung „Idomeneo“ besuchten. Und nun sagt er plötzlich Sachen, über die die Moslems sich aufregen. Dann müssen sie wohl richtig sein.

Die Islamische Zeitung schreibt enttäuscht

(…) während Bundeskanzlerin und Wirtschaftsminister auf ihren Reisen an den Golf vergnügt die ökonomischen Chancen in der islamischen Welt ausloten, sieht der Innenminister im wachsenden Islam in Deutschland eher eine Bedrohung. Bundesinnenminister Schäuble äußerte sogar nun „offiziell“ Besorgnis über die wachsende Zahl von Bürgern, die zum Islam konvertieren. Dies habe „durchaus etwas Bedrohliches“, sagte er in einem Interview, ohne seine These näher zu begründen. Die wertende Kommentierung der privaten Glaubensentscheidung tausender BürgerInnen durch ein Organ des Staates begründetet Schäuble pauschal mit der Warnung vor einer angeblich dadurch steigenden Terrorgefahr. Immerhin relativierte er seine Aussage mit dem Satz: „Ich sage natürlich nicht, dass jeder Konvertit ein potenzieller Terrorist ist. Aber man muss sehen, es wächst bei uns das Phänomen des ‚homegrown terrorism‘, des Terrorismus, der gewissermaßen auf unserem eigenen Mist gewachsen ist.“ Für die aktuelle Stimmungslage gegenüber muslimischen BürgerInnen war die Stellungnahme dennoch bezeichnend.

Womit wir wieder bei der Tränennummer angekommen wären. Von welcher Stimmungslage spricht diese Zeitung? Je mehr über die Grausamkeiten und die Intoleranz zur „normalen“ Bevölkerung durchdringen, ob durch eigene Erfahrung oder durch politisch inkorrekte Medien, desto aggressiver wird von fast allen Politikern und den Massenmedien die Pro-Islam-Propaganda geführt (PI berichtete mehrfach, zum Beispiel hier und hier). Ein Grund, dass auch fast nie der Islam selbst als Ursachen allen Übels benannt wird, sondern um den heißen Brei herumgeredet wird und die Bösen als „Islamisten“ bezeichnet werden. Und dann lässt die Islamische Zeitung genau die schimpfen, mit denen der Innenminister so stolz an einem Tisch gesessen und „Dialoge“ geführt hat.

Verschiedene Medien in den islamischen Ländern haben bereits über diese innenpolitische Haltung der Regierung gegenüber dem Islam berichtet. Harsche Kritik kam vom Islamrat für die Bundesrepublik und vom Zentralrat der Muslime. Der Islamrats-Vorsitzende Kizilkaya sagte, er könne die Äußerungen „nicht nachvollziehen“. Die beste Prävention gegenüber einer möglichen Radikalisierung von Jugendlichen sei eine gute Integrationspolitik. Hier gebe es bislang Versäumnisse. Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, kritisierte: „Ich habe den Eindruck, dass in Sachen Islam jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird.“ Schäuble wisse durch die Islamkonferenz, „dass von politischen Ideologien Gefahr für uns alle ausgeht, aber nicht von Religionen. Religion, so auch der Islam, gibt dem Menschen Halt und Stabilität im Leben – das kann nur einen Gewinn für unsere Gesellschaft bedeuten.“

Aber der Islam ist eine politische Ideologie. Allahs Wort ist Gesetz und menschgemachte Regeln haben keine Bedeutung. Sollte Schäuble das erkannt haben, wäre es ein Meilenstein auf dem Weg für den weiteren Umgang mit dieser gefährlichen, totalitären Ideologie. Und für wen die Ausbreitung des Islam ein Gewinn sein soll, bedarf der näheren Erklärung. Für die unterdrückten und zwangsverheirateten Frauen und Mädchen, für die Homosexuellen oder für die geschächteten Tiere? Wir wissen es nicht, die Antworten blieb die Zeitung schuldig.

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