Unsere Überschrift ist zwar sachlich richtig, lenkt aber das Denken in eine unerwünschte Richtung. Deswegen noch einmal politisch korrekt: „Rudow: Brandbombe an Hitlers Geburtstag“. Klingt doch gleich viel besser, zumal eine „Brandbombe in einem türkischen Haus explodierte“. Naja, nicht wirklich im Haus, sondern in einem Partyzelt auf der Terrasse.

Trotzdem hätte die Feuerwehr einiges zu tun gehabt, wenn das Feuer nicht schon von einem Eimer Wasser ausgegangen wäre, den die Bewohner vorschnell ausgekippt haben. Man sieht, Qualitätsjournalismus ist nicht einfach, deswegen zitieren wir lieber die Welt:

Brandbombe explodiert in türkischem Haus

Bisher unbekannte Täter haben gegen ein Einfamilienhaus in Rudow einen Brandanschlag verübt. Der türkische Besitzer vermutet einem rechtsradikalen Hintergrund. Bezeichnend sei für ihn das Datum der Attacke – der Geburtstag von Adolf Hitler. Der Staatsschutz ermittelt.
Unbekannte haben am frühen Sonntagmorgen einen Brandsatz an einem Einfamilienhaus in Rudow gezündet. Dabei geriet ein auf der Terrasse aufgebautes Partyzelt in Brand, auch die Fassade nahm Schaden. Ein Taxifahrer bemerkte gegen 3.30 Uhr die Flammen im Orchideenweg und informierte die Feuerwehr. Der türkischstämmige Hausbesitzer konnte zwischenzeitlich den Brand aus eigenen Kräften löschen. Da ein politischer Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden kann, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) die Ermittlungen übernommen.
„Es hat plötzlich geknallt, und wir haben eine meterhohe Stichflamme auf dem Balkon gesehen“, sagte ein noch immer unter Schock stehender Bayram Yildirim (46) gestern. Er und seine Frau Fadima (42) sind nach dem Knall geistesgegenwärtig aus dem Bett gesprungen und hatten den Brand mit einem Eimer Wasser aus dem Bad gelöscht.
„Ich vermute, die Täter haben den Brandsatz auf dem Balkon abgestellt und mit einer Art Zeitzünder zur Explosion gebracht“, so Yildirim, der das Haus vor fünf Jahren gebaut hatte. Bei einem zweiten Molotowcocktail, der von den Tätern ebenfalls auf der Terrasse abgestellt wurde, habe offenbar der Zünder versagt.
„Ich vermute einen politischen Hintergrund des Anschlags“, sagte der Vater von drei Kindern. Bezeichnend sei für ihn das Datum der Attacke – der Geburtstag von Adolf Hitler. „Außerdem ist bekannt, dass die Rechtsextremisten in Rudow sehr aktiv sind“, so das Brandopfer.

Bei soviel Vorarbeit des Hausbesitzers kann man diesmal vielleicht sogar auf die Hinzuziehung weiterer türkischer Brandexperten verzichten. Welt-Leser „Anderethese“ will die Notwendigkeit einer Lichterkette noch nicht einsehen und argumentiert:

Der 20. April ist nicht nur „Führergeburtstag“, sondern auch der Geburtstag des Propheten Mohammed. Also könnte der Anschlag auch einen islamischen Hintergrund haben. Vielleicht betet der Türke nicht genug….

Und Rudow, was so schön nach braunem Ostdeutschland klingt, ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Neukölln.

(Spürnase: Tito)

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4 KOMMENTARE

  1. Das ist ja praktisch, dass beide Anführer der Todesbanden den gleichen Geburtstag haben. So ein Zufall aber auch.

    Trotzdem – auch wenn die Party am 19. vielleicht etwas lauter war – sowas muss ja nun nicht sein.

  2. Mir sind unzählige Fälle von Brandanschlägen auf Verbindungshäuser bekannt. Der Staatsschutz ermittelte nie, Täter wurden nie gefaßt, in der Presse bekam man nichts zu lesen. Ein politischer Hintergrund bestand sicher auch nie. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

  3. Erstaunlich wie sich der Türke mit dem Führer auskennt. Ich kenne das Geburtstagsdatum nicht, ebensowenig vom Führer Erdogan oder Atatürk.

  4. Muss ja ein schrecklicher Brandanschlag gewesen sein, mit der meterhohen Stichflamme und der Herr Yildrim hat das Feuer im Partyzelt auch noch unter Einsatz seines Lebens gelöscht. Toll!

    Und dann noch an des „Führers“ Geburtstag, das muss ja ein „rechtsradikaler Anschlag“, gewesen sein! Und Rudow ist ja lt. Aussage des Herrn Yildrim „ein besonders aktives Betätigungsfeld der Glatzen“, und wenn der Herr Yildrim das sagt, muss das ja stimmen, da braucht man erst gar nicht zu recherchieren. Also muss das LKA ermitteln!

    Hat sich Herr Erdogan schon eingeschaltet und sind seine „Brandspezialisten“ auf dem Weg nach Rudow? War der türkische Konsul (mindestens Konsul) schon am Ort des Geschehens und hat gegen die „rechtsradikalen Deutschen“ sein Statement abgegeben? War Herr Wowereit schon bei der Familie Yildrim und hat sich für den „rechtsradikalen Anschlag“ entschuldigt und ist unsere „Bundesbetroffenheitsbeauftragte“ F.C.Roth in Sachen „Rechtsradikale Umtriebe in Rudow“ schon tätig geworden?

    Pikant, dass ausrechnet am 20.4. (nach unserem Kalender) auch der „gütige Prophet“ geboren wurde, der „Bruder im Geiste“ unseres ollen Addi.

    Pikant auch, dass Rudow zu B.-Neukölln gehört, dem berühmt, berüchtigten Türken- und Araber-Ghetto mit seinen „no go areas“ für autochthone Deutsche. Und ausgerechnet hier sollen die „Glatzen“ besonders aktiv sein? Erscheint eher unwahrscheinlich.

    Vielleicht ist der Herr Yildrim den Radikalen
    ja nicht radikal genug oder er ist seiner „Zakkatpflicht“ gegenüber der türkisch-kurdisch-arabische Mafia nicht nachgekommen. Bin mal gespannt auf das Ergebnis der Ermittlungen.

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