Emmet Scott ist ein Historiker, spezialisiert auf die antike Geschichte des Nahen Ostens. Während der letzten zehn Jahre hat er sich insbesondere mit der späten klassischen Zeit und ihrem Niedergang beschäftigt, den er als eines der wichtigsten Ereignisse der westlichen Zivilisation ansieht. Das vorliegende Dokument ist das letzte Kapitel aus dem Buch von Emmet Scott. Er befasst sich mit den Thesen des belgischen Historikers Henri Pirenne zur Geschichte Europas vor und nach dem Beginn der islamischen Eroberungen um 700 n.Chr. Wir haben den Text übersetzt, leicht umstrukturiert und mit Untertiteln und ->Links versehen. Wir veröffentlichen nachfolgend den zweiten Teil unserer vierteiligen Serie (hier Teil 1).

Theokratie als islamisches Prinzip

Eines der herausragendsten Charakteristika des Mittelalters, und eines, welches diese Periode wahrscheinlich am deutlichsten vom klassischen Altertum unterscheidet ist seine Theokratie. Das Mittelalter war, par exellence, das Zeitalter priesterlicher Macht. Im Westen war der Einfluß der Kirche immens und reichte viel weiter als dies unter den christlichen römischen Kaisern und den germanischen Königen des fünften und sechsten Jahrhunderts je der Fall gewesen war. Das Papsttum hatte jetzt die Macht, Könige und Kaiser zu beurteilen, sie einzusetzen oder zu entfernen. „Durch mich regieren Könige“ (Gottesgnadentum) war der stolze Ausspruch der mittelalterlichen Päpste. [6]

Wie kam es soweit? Folgen wir Pirenne, war die Umformung des westlichen Reiches unter Karl dem Grossen unmittelbar verbunden mit dem Aufstieg des Islam und der Zerstörung der byzantinischen Macht. Es wurde auch sehr bewußt als eine Methode angesehen, das westliche Christentum gegen den vordringenden Islam zu stärken. In den folgenden Jahren erhielt das neue westliche Reich dann auch einen neuen Namen: ->Heiliges Römisches Reich – außergewöhnlich zutreffend für eine symbiotische Union von spiritueller und irdischer Autorität im Herzen Europas. Die Krönung des Kaisers – die Inauguration Karls des Grossen wurde zum Modell – war ein Ereignis voll von religiöser Bedeutung. Diese Männer regierten Dei gratis, die Kirche wurde damit zum Hauptinstrument königlicher Regierungstätigkeit. Die Autorität der westlichen Herrscher wurde nun nicht mehr nur von ihrer militärischen und ökonomischen Stärke abgeleitet, so wie es unter des Cäsaren und germanischen Königen des fünften und sechsten Jahrhunderts der Fall gewesen war, sondern sie war letztendlich von der Sanktionierung und Anerkennung der Kirche abhängig.

Es waren mehrere Faktoren an dieser entscheidenden Entwicklung beteiligt. Wie Pirenne festgestellt hat wurden mit dem Niedergang der Schriftkultur im siebten Jahrhundert – als Folge der Unterbindung des Schiffsverkehrs auf dem Mittelmeer – die Könige gezwungen, bei der Kirche Ersatz an gebildeten und fähigen Verwaltern zu suchen. Verwalter, die es brauchte, um einen Staatsapparat funktionsfähig zu halten. Nochmals: der Verlust an Steuereinkommen als Folge des Ausfalls des mediterranen Seehandels schwächte die Position der Könige gegenüber den Baronen und dem Kleinadel. Diese konnten nun ihre Macht und Unabhängigkeit stärken. Die Könige brauchten dringend ein starkes Gegengewicht welches die Unterstützung der Kirche nun bot. Mit der Kirche auf ihrer Seite konnten die Könige die Barone im Grossen und Ganzen unter Kontrolle halten. Aber das hatte einen Kompromiß zur Folge. Die Kirche mochte wohl den König auf dem Thron halten aber sie gewann im Gegenzug nie dagewesenen Einfluß und Autorität. Mit der Zeit wurden die europäischen Könige dadurch im eigentlichen Sinne den Päpsten untergeordnet. Diese konnten in extremen Fällen sogar einen König entthronen. Alles was ein mittelalterlicher König tat oder tun wollte konnte er nur mit der Sanktion der Kirche tun. Sogar der machtvolle und unabhängige Herzog der Normandie und spätere König von England William der Eroberer konnte die Invasion Englands erst durchführen, nachdem er dafür die päpstliche Einwilligung abgeholt hatte.

Europas Übernahme theokratischer islamischer Prinzipien

Die Herrscher der karolingischen und ottonischen Zeit legten im neunten und zehnten Jahrhundert das Fundament für die mittelalterliche Theokratie; obschon damals das Papsttum noch relativ schwach war. Um die Unterstützung von Otto dem Ersten gegen die italienischen Gegner von Papst Johannes XII zu bewirken, bestätigte letzterer dafür Otto im Gegenzug die Kaiserwürde. Der Anspruch darauf war nämlich mit dem Tod Karls des Grossen erloschen. Hier sehen wir, daß die Umstände und Bedingungen im zehnten Jahrhundert nach einer angeblichen 300 jährigen Periode der Dunkelheit noch immer weitgehend dieselben waren, so wie sie im sechsten und frühen siebten Jahrhundert geherrscht hatten: Die germanischen Königreiche waren grundsätzlich säkularer Natur und Päpste und Priester waren den Königen unterstellt. Aber die Konditionen veränderten sich. Otto I und seine Nachfolger statteten ihre Verwaltungen mit Kirchenleuten aus; letztere hatten zu jener Zeit offensichtlich das Monopol an Wissen sowie Lese- und Schreibkompetenz. Die alte römische Welt war definitiv eine Sache der Vergangenheit geworden. Von nun an nahm die Macht der Kirche stetig zu.

Aber sogar jetzt noch mußte die Kirche um Überlegenheit kämpfen, ein Kampf, der im zehnten Jahrhundert mit Hilfe der ->Ottonen begann und der im elften Jahrhundert mit dem Sieg des Papsttums endete. „Sie (die Kirchereformer) kämpften, um die endgültige Kontrolle der Kirche als eigenständige, dominante und monarchische Institution abzusichern. Ein solcher Wettstreit war eine frontale Herausforderung gegenüber dem alten System des römischen Reiches. Es war ein direkter Angriff gegen die Könige welche noch voraussetzten, daß sie die Rechte der römischen Herrscher geerbt hätten. Es war auch ein indirekter Angriff auf den Kaiser von Konstantinopel im Osten. Dieser unterhielt noch immer das alte System (der säkularen Vorherrschaft) und wurde nun für seine Bemühungen des Schismas bezichtigt.“ [7]

Der „Heilige Krieg“ kommt nach Europa

Der eigentliche Gipfel der mittelalterlichen Kirchenmacht kam ein Jahrhundert später während der Regierungszeit von ->Innozenz III (1198-1216) zum tragen.

Papst Innozenz III (1160 – 1216)

Dieser Mann richtete zwischen rivalisierenden deutschen Kaisern und setzte Otto den Vierten ab. Er stellte England unter ein Interdikt und exkommunizierte König John weil dieser sich weigerte, Stephen Langdon als Erzbischof von Canterbury anzuerkennen. Seine bemerkenswertesten Aktionen waren hingegen die Etablierung der Inquisition und der Start des berüchtigten Kreuzzugs gegen die Albigenser. Durch diesen löschte er die Bewegung der Katharer völlig aus. Schließlich war Innozenz – der mächtigste unter den mittelalterlichen Theokraten – ein Verfechter des „Heiligen Krieges“ und ein Vollstrecker der absolut konformen Doktrin. Unter ihm wurde Apostasie ein Kapitalverbrechen. Während seiner Zeit wüteten auch die anderen Kreuzzüge gegen die Muslime Spaniens sowie des Nahen und Mittleren Ostens weiter.

Ironischerweise ist Innozenz’ Haltung gegenüber der Apostasie und der absolut konformen Doktrin sowie dem „Heiligen Krieg“ in totaler Übereinstimmung mit islamischen Vorstellungen – wir müssen uns an dieser Stelle überlegen, in welchem Ausmaß diese extremen Positionen europäischer Theokratie sich letztendlich aus den islamischen abgeleitet haben.

Der Islam war natürlich von Anfang an theokratischer Natur. Es gibt kein: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Matthäus 22, 21) Gleich zu Beginn waren spirituelle und weltliche Macht in der Person von Mohammed vereint. Dieselbe Situation herrschte später unter den Kalifen; ein jeder war zuallererst “Befehlshaber der Gläubigen”. Trotzdem können wir nicht beurteilen, ob die Gründung der europäischen Theokratie das Resultat einer bewußten Imitation islamischer Ideen war so wie dies die Bilderstürmerei und der „Heilige Krieg“ gewesen waren. Der Beitrag des Islam zur europäischen Theokratie war real genug aber eher nachfolgender denn nachahmender Natur. Wie wir gesehen haben, ließ die Verarmung Europas und seiner Monarchen, verursacht durch die muslimische Mittelmeerblockade, den Herrschenden kaum eine andere Möglichkeit übrig als sich zwecks Unterstützung an die Kirche zu wenden. Zudem nahm der Kampf um die Verteidigung Europas wegen der eigentlichen Natur des Feindes eine religiöse Dimension an (jeglicher Glaube gewinnt an Stärke wenn er Opposition erlebt). Auch das mag wohl die Macht und das Prestige der Kirche gestärkt haben.

Während also die mittelalterliche Theokratie nicht das Resultat direkter Nachahmung islamischer Ideen war, so war der Islam bei ihrer Geburt doch hilfreich. Zudem stammen die Art von Theokratie welche sich damals in Europa formte sowie einiger der darunter liegenden verknüpften Ideen sehr wohl vom Islam ab.

Apostasie und Häresie als Kapitalverbrechen

Von Anfang an betrachtete der Islam Apostasie und Häresie als Kapitalverbrechen. [8] Beinahe unmittelbar nach dem Tod Mohammeds brachen ernsthafte und äußerst gewalttätige Dispute im Zusammenhang mit kollidierenden Ansprüchen auf die Nachfolge des Propheten aus. Attentate und Meuchelmorde gehörten zur Tagesordnung. Sogar diejenigen, die keine Führungsansprüche besaßen jedoch heterodoxe Ansichten vertraten waren gewaltsamer Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt. Das berüchtigtste frühe Beispiel finden wir im Schicksal von ->Mansur al-Halladsch (858-922), einem persischen Mystiker. Sein Tod war demjenigen von Jesus ähnlich – es ist überliefert daß man ihm, bevor er gekreuzigt wurde, die Augen ausgestochen und ihn auch anderswie gefoltert habe. Das Töten von politischen und religiösen Opponenten sowie allen anderen, welche irgendwie vom orthodoxen Islam abweichten ereignete sich vom Beginn weg und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte muslimische Geschichte hindurch. Dasselbe geschah auch mit den Ungläubigen wie den Christen und Juden – welche ja theoretisch zumindest dhimmis, also „Beschützte“ sind: tatsächlich waren sie aber schon immer die Objekte grausamer Attacken seitens der Muslime. So wissen wir zum Beispiel, daß im Jahr 704/705 der Kalif Walid (705-715) „die armenischen Nobelmänner in der St. Gregory Kirche von Naxciwan und der Xrain Kirche von Araxis zusammentreiben und in der Folge verbrennen ließ. Andere wurden gekreuzigt und geköpft sowie deren Frauen und Kinder gefangen genommen. In Armenien wurde die gewalttätige Christenverfolgung von 852 bis 855 geschichtlich festgehalten.“ [9] Zumindest von der Almohadenzeit (im frühen 12. Jahrhundert) an existierten in Spanien und Nordafrika Untersuchungskomitees, eine wahrhaftige „Inquisition“ um Apostaten auszuhebeln. Man erzählt daß die Juden, welche zu der Zeit gezwungen wurden den Islam anzunehmen, eine Masse von „neuen Konvertiten“ ausmachten welche trotzdem ihre angestammte Religion heimlich weiter ausübten. Aber die „almohadischen Inquisitoren zweifelten an deren Aufrichtigkeit, nahmen ihnen die Kinder weg und zogen sie als Muslime auf.“ [10]

Beginnend im späten 12. frühen 13. Jahrhundert adoptierte die mittelalterliche Christenheit dann dieselbe Haltung. Man hatte nun eine eigene Inquisition um Häretiker zu isolieren und es wurde für solche Missetäter die Todesstrafe vorgeschrieben. Der richterliche Gebrauch von Folter, „eine Neuheit in Europa“ zu der Zeit, wurde gang und gäbe. [11] Tatsächlich waren all diese Praktiken neu im Europa des 11. und 12. Jahrhunderts: die barbarische Behandlung von Kriminellen und Dissidenten welche im alten römischen Imperium gebräuchlich war, verlief sich während den frühen christlichen Jahrhunderten im Sand. Konstantin schaffte die Kreuzigung als Hinrichtungsform ab und versuchte dasselbe mit den Gladiatorenshows, welche dann schlußendlich durch Honorius im frühen 5. Jahrhundert aufgehoben wurden. Die Situation der Sklaven verbesserte sich durch die Christianisierung des Reiches dramatisch und die Kirche arbeitete darauf hin, diese Institution in ihrer Gänze aufzuheben – ein Ziel, welches dann im 8./9. Jahrhundert erreicht wurde. Gefangenfolter, eine Routine im römischen Reich, wurde ebenfalls nach und nach während dieser Zeit abgeschafft. Es gibt keinen Nachweis, daß es in den ersten christlichen Jahrhunderten die Art letaler Intoleranz gab, welche die Inquisition charakterisierte. Zugegebenermaßen war die Kirche der Frühzeit in eine Serie langwieriger und bitterer Dispute über die korrekte Interpretation von Jesus’ Leben und Mission involviert. Diejenigen, welche nicht mit den durch diverse Konzile festgelegten etablierten Dogmas in Übereinstimmung waren wurden als Häretiker verschrien und eine ziemlich heftige Verurteilung dieser Leute und Gruppen war beinahe endemisch verbreitet. Obwohl die Sprache dieser Dispute oft unmäßig war wurden sie selten gewalttätig; falls sie einmal ausarteten, so fanden diese Ausschreitungen in kleinem Rahmen und grundsätzlich ohne offizielle Sanktionen oder Genehmigungen statt. Gewalteinsatz zwecks Durchboxens orthodoxer Standpunkte wurde von sämtlichen Kirchenvätern verurteilt. ->Lactantius argumentierte folgendermaßen: „Glauben kann man nicht mit Gewalt erzwingen; man muss die Sache nicht mit Schlägen sondern mit Worten vorantreiben damit der Wille beeinflusst werden kann.“ Er schrieb weiter:

„O, mit was für ehrenhaften Neigungen laufen die miserablen Menschen in die Irre! Denn sie sind gewahr, daß es für Menschen nichts Exzellenteres gibt als die Religion und daß diese mit all unserer Kraft verteidigt werden muss; genau so wie sich aber in den Belangen der Religion selber täuschen lassen, so auch in der Art und Weise ihrer Verteidigung. Denn Religion soll nicht mit töten, sondern mit dem Tod; nicht mit Grausamkeit, sondern mit geduldiger Ausdauer; nicht mit Schuld, sondern mit richtigem Glauben verteidigt werden. …

Denn wenn man wünscht, die Religion durch Blutvergießen, Folter und Schuld zu verteidigen, dann wird sie damit nicht mehr länger verfochten, sondern sie wird verschmutzt und entweiht. Denn nichts ist so sehr die Domäne des freien Willens als der Glauben; wenn der Geist des Gläubigen sich gegen ihn wehrt, verschwindet er sofort und hört auf, für ihn zu existieren.“ [12]

Später schrieb ->Johannes Chrysostomos: “Es ist falsch einen Häretiker zu töten denn unausweichlich würde in der folge Krieg auf Erden herrschen.“ [13]

Johannes Chrysostomos (344 oder 349 – 407).

Auch Augustinus schrieb über Häretiker, daß „es nicht der Tod eines Häretikers ist, den wir suchen, sondern seine Erlösung vom Irrtum.“ [14] Trotz all dieser sowie weiterer Ermahnungen kam Gewalt gegen Häretiker vor; es waren jedoch isolierte Vorfälle welche die Kirchenväter nie billigten. Ein solches Beispiel war die Unterdrückung der sogenannten ->priszillianischen Häresie im Spanien des späten 4. und frühen 5. Jahrhunderts. Priszillian wurde mit sechs seiner Nachfolger getötet und man verfolgte die Sekte auch auf andere Weise. Diese Morde wurden jedoch von der Kirchenautorität ganz und gar verurteilt.

Dasselbe war der Fall betreffend des weit berühmteren Mordes von Hypatia. Dies ereignete sich im frühen 5. Jahrhundert und erreichte in manchen Kreisen fast einen Kultstatus: es wird als das Beispiel für christliche Engstirnigkeit und Obskurantismus angesehen. Vom wenigen was wir darüber wissen wird trotzdem klar, daß dieser Mord von einer gesetzeslosen Bande Fanatiker und nicht von der Kirche verübt wurde. Wir weisen zudem darauf hin, daß sich dieser Anschlag in Ägypten ereignete, einem Land mit einer langen Tradition von religiösem Fanatismus. Während der Regierungszeit von Julius Cäsar zum Beispiel lynchte ein ägyptischer Mob einen römischen Hauptmann – dieser Akt hätte ihnen schreckliche Vergeltung einbringen können – weil er die Kühnheit hatte, eine Katze zu töten. Solche isolierten Akte von Fanatismus kamen in allen Religionen und in der gesamten Geschichte vor. Sogar der Buddhismus, die friedfertigste und toleranteste der religiösen Ideologien ist nicht gänzlich frei davon. Alles in allem kann uns der Mord an Hypatia nicht viel erklären. Im 5. Jahrhundert betrachtete der christliche Kirchengeschichtschreiber Sokrates Scholastikos ihn als bedauernswerten Fall von Engstirnigkeit; 300 Jahre später jedoch billigte sein Landsmann Johannes von Nikiu den Mord voll und ganz. Er beschrieb Hypatia als „eine Heidin“, die sich „der Magie verschrieben und viele Menschen mit ihren satanischen Listen betört habe.“ Was hat nun diesen Wandel verursacht?

Humanismus gegen Zauberei und Hexenkult

In der Welt welche wir eine „mittelalterliche“ nennen waren die Vernunft und der Humanismus der Klassik bis zu einem gewissen Grad verschwunden. Dunkle Fantasien und Aberglauben waren mehr verbreitet. Der Glaube an die Kraft von Magiern und Zauberer welcher mit der primitivsten Denkweise assoziiert wird erlebte ein Comeback. In den rückständigsten „modernen“ Gesellschaften gibt es noch immer total unschuldige Menschen welche der „Hexerei“ bezichtigt und auf brutalste Weise für ein Verbrechen getötet werden, daß sie nie begangen haben und das auch gar nicht existiert. Am Ende des Mittelalters war diese Mentalität nach Europa zurückgekommen und im Jahre 1484 verkündete eine ->päpstliche Bulle den Tod für Hexen und Satanisten. Sogar zurzeit von Innozenz dem Dritten glaubte man daß die Häretiker jener Zeit, die Katarer und die Waldenser, der Inspiration von Satan unterworfen seien.

Als Europa im 10. Jahrhundert jedoch aus dem sogenannten dunklen Zeitalter wieder auftauchte, badete es noch immer im Licht der Vernunft und des Humanismus. So kam es daß ein zeitgenössisches Kirchengesetz den Glauben unter den ländlichen Bewohnern, „gewiße Frauen“ hätten die Angewohnheit mitten in der Nacht auf Biestern herumzureiten und noch vor dem Morgengrauen große Distanzen zurückzulegen, kritisierte und verurteilte. Laut diesem Kanon war jeder, der so was glaubte „zweifelsohne ein Ungläubiger und Heide.“

Etwas früher verkündete der heilige Agobard, Bischof von Lyon, es sei nicht wahr, daß Hexen Stürme heraufbeschwören und Ernten zerstören könnten. Ebenfalls würden sie weder Menschen verschlingen noch mit dem „bösen Blick“ umbringen. [15] „Nur ein paar Generationen später“, schreiben Colin Wilson und Christopher Evans, „war jegliche Person, welche nicht an die nächtlichen Ausritte der Hexen sowie sie die Kirche definierte glaubte, in Gefahr als Häretiker auf dem Scheiterhaufen zu landen.“ [16] Die beiden Autoren fragen was sich wohl in den dazwischen liegenden Jahren ereignet haben mag, daß sich die Haltung der Kirche derartig verändert hatte.

Um dies zu beantworten erinnern wir uns, daß im 11. und 12. Jahrhundert wissbegierige junge Männer aus Nordeuropa ins islamische Spanien reisten um die dortigen Erkenntnisse und Lehren zu studieren. Wie jedoch Louis Bertrand erwähnte waren es nicht die maurischen „Wissenschaften“ welche sie anzogen sondern vielmehr die Pseudowissenschaften der Alchemie, Astrologie sowie der Magie. [17] Was die Mauren gelehrt haben war weit entfernt von dem, was heute so breit gefächert in den politisch korrekten Lehrbüchern unserer Bibliotheken und Buchläden gelobt wird.

Die Idee der Inquisition wird vom Islam übernommen

Magie und Alchemie waren nicht die einzigen Subjekte welche die Europäer von den Muslimen lernten. Erstere nahmen Ideen auch direkt aus dem Koran und den ahadith; zum Beispiel darüber, wie Häretiker, Apostaten und Magier behandelt werden sollen. Und es darf kaum angezweifelt werden, daß Innozenz III, indem er seine eigene Inquisition etablierte, direkt das Beispiel der Almohaden Spaniens imitiert hat welche schon 50 Jahre vorher ihre eigenen Einsatzkommandos ausgesendeten um Häretiker und Apostaten habhaft zu werden.

Innozenz III wird von den Feinden des Christentums als bête noir, als lebendige Verkörperung von allem was am Christentum falsch war und ist, angesehen. Die Tatsache jedoch, daß seine Haltungen islamische – nicht christliche – Vorläufer hatten wird nie erwähnt. Und es gilt noch einen weiteren Punkt in Betracht zu ziehen: währenddem wir das Ausmaß von Innozenz’ Handlungen nicht zu verkleinern suchen, dürfen wir nicht vergessen daß im 12. und 13. Jahrhundert die muslimische Gefahr bei weiten nicht gebannt war. Im Gegenteil: sie war so stark und bedrohlich wie eh und je. Während solcher Umstände werden – wie in jeder Kriegszeit – innerstaatliche Meinungsverschiedenheiten (sowie sie die Katarer darstellten) als so genannte 5. Kolonne wahrgenommen, welche mit dem Feind kollaboriert.

Und es ist bestens bekannt, daß sämtliche abweichenden Meinungen während Kriegszeiten mit einer massiveren Gründlichkeit und Schonungslosigkeit unterdrückt werden als es sonst der Fall ist. Die spätere spanische Inquisition, welche auf der iberischen Halbinsel drakonische Maßnahmen gegenüber Abweichlern durchgesetzt hat, muß in demselben Licht betrachtet werden. Die islamische Bedrohung war allüberall und wir können ziemlich sicher annehmen, daß die starke Unterdrückung der Muslime zu dieser Zeit in direktem Zusammenhang mit der Angst vor einer erneuten muslimischen Invasion der Ottomanen in die iberische Halbinsel stand und damit der Möglichkeit, daß die einheimischen Muslime eine 5. Kolonne bilden würden um die Invasoren zu unterstützen.

» In Kürze Teil 3

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26 KOMMENTARE

  1. Ein grandioses Buch! Ich werde es mir auf jeden Fall kaufen! Bitte veröffentlicht noch mehr Auszüge!

  2. interessante historische informationen.

    damit kann wohl man einige bildungslücken schliessen.
    vor allem der einfluss der islamischen theokratie auf die schandtaten der kirche im mittelalter,
    habe ich so noch nicht mitbekommen!

  3. OT

    „Gegen Rassismus: München steht auf!
    Die Veranstalter von „München ist bunt!” bekommen prominente Unterstützung. Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen” hat ebenso wie Alt-OB Hans-Jochen Vogel und Wolfgang Huber von der Weiße-Rose-Stiftung sein Kommen angesagt.“

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.marienplatz-gegen-rassismus-muenchen-steht-auf.dcf41bfe-dfc3-4f78-9612-73f27168e498.html

    Die Veranstaltung sollte wohl eher heißen: München steht auf dem Schlauch.

  4. Ein wunder politisch inkorrektes Geschichtsbuch. Beim Lesen des Auszuges musste ich immer an das Wolfsgeheul der Islamapologeten denken, als Sylvain Gouguenheim sein „Aristoteles auf dem Mont Saint Michel“ veröffentlichte.

    Wir haben heute die Möglichkeit, Geschichte gut zu kennen, zu wissen und zu diskutieren, was geschehen ist und warum es geschehen ist.

    Stattdessen werden immer wieder dieselben Platitüden litaneimäßig wiederholt. Was ist mit Europas Denkern und Forschern geschehen? Werden zukünftige Historiker das erklären können? Oder wird es eine streng wissenschaftlich arbeitende Gelehrtenschaft gar nicht mehr geben?

  5. #6 AtticusFinch

    Ein wundervoll …. 😳 Schon wieder verschrieben, ich werd auf meine alten Tage zum Legastheniker 🙁

  6. STOPPT DEN WEITEREN ABDRUCK!!!

    Das hält ja keiner aus. Pirenne als Vorlage und ausgerechnet die These, die schon vor Ewigkeiten widerlegt wurde. Dann die Sache mit den Bilderstürmern, ebenfalls eine Mär, da man sich bis ins 20. Jahrhundert zu sehr auf die Quellen der Gegner verlassen hat. (Beides wurde im letzten Teil angesprochen) und nun wird hier etwas von einem Ende der Sklaverei nach der Christianisierung gefaselt, von der „Pseudowissenschaft“ der Alchemie, und einem Vorbild des Islam für die Theokratie! Dann in der Einleitung: Die „klassische Zeit“ ist ein feststehender Begriff für das antike Griechenland zwischen 500 und 300 VOR Christus.

    Ich muss sie leider enttäuschen @atticusfinch, @5to12 und @Pim Fortuyn: Dieses Buch ist absoluter Schwachsinn. Nur weil es „politisch unkorrekt“ sein soll, macht es das lange noch nicht zu einem Qualitätsprodukt. Hier wird politische Unkorrektheit mit einer Unkenntnis der Forschungsliteratur verwechselt.

  7. Ich habe mit großer Aufmerksamkeit E.Scotts Ausführungen gelesen.

    Besonders das Kapitel “ Europas Übernahme theokratisch islamischer Prinzipien hat mich neugierig gemacht.

    Diese Überschrift erweckt den Eindruck, theokratische Prinzipien oder Ideen wären dem Christentum vollkommen fremd. Dem ist aber nicht so.

    Grundsätzlich sind diese nicht genuin islamischer Natur, sondern bereits in der vorislamischen Zeit dem Judentum und dem Sassanidenreich bekannt, welches den Herrschfatsgedanken des antiken Persiens erneuerte.

    Das kanonische Recht von Gratian, darüber hinaus die Wirrnisse und politischen Turbulenzen im 11./12.Jhdt, ermöglichten den Aufstieg des Papsttums im Hochmittelalter.

    In der Theorie leitete sich die Autorität des Papstes von der Macht her, die Christus den Aposteln übertragen hatte und an den Bischof von Rom, den späteren Päpsten, weitergegeben wurde. Dazu braucht es keine Herleitung aus “ islamischen “ Prinzipien .

    “ Der Herr übertrug Petrus nicht nur die Regierung der ganzen Kirche, sondern der ganzen Welt. So Papst Innozenz III . Zudem beruhte die Idee der Weltherrschaft der katholischen Kirche im MA auf anderen Prinzipen als die der islamischen Theokratie.

  8. #9 tami

    Nennen Sie uns doch bitte Ihre seriösen Quellen, damit wir unsere falsche Meinung anhand von Fakten korrigieren können. Behaupten kann leider jeder alles. Mein Bücherschrank enthält eine Menge Geschichte, da kommt es auf ein Buch mehr oder weniger nicht drauf an. 😉

  9. Michael McCormick von der Harvard-Universität forscht zu dieser Umbruchzeit und kennt sich sehr gut mit Pirenne aus. weiterhin empfehle ich umfassende Werke zum Umbruch Spätantike/Frühmittelalter von Arnold Angenendt, Alexander Demandt und David Rollason.

    Das der hier abgedruckte Text ein Unkundiger verfasst hat lässt nicht nur die wirre Textstruktur erahnen sondern auch Rezensionen des Buches in entsprechenden Medien.

  10. info aus einem anderen strang von

    #26 Antivirus (19. Mrz 2013 00:43)

    DER COUNTER ZÄHLT IM MOMENT ETWAS UNGENAU, WEIL WIR EINEN SPEZIELLEN CACHE EINGEBAUT HABEN ,DAMIT DIE USER NUN EINEN WEITAUS FLOTTEREN SEITENAUFBAU GENIESSEN KÖNNEN.
    DER COUNTER WIRD IN DEN NÄCHSTEN TAGEN WIEDER NORMAL LAUFEN!

  11. Hallo sophiebaer

    ,
    Ihre Kritik unter dem ersten Teil des Aufsatzes an meine Adresse trifft mich nicht, da ich nach der Entdeckung des Fehlers eine Mailadresse gesucht hatte, um der Seite derprohet.info den entsprechenden Hinweis zu geben. Aber NIRGENDS war eine solche Mailadresse zu finden (oder sie ist schon sehr gut versteckt…).
    Übrigens war meine Qualifizierung als „Quatsch“ wirklich nur auf den Fehler bezogen und nicht auf den Artikel als ganzen, den ich sehr interessant finde. Man kann m.E. tatsächlich an der mittelalterlichen Kreuzzugs-Theologie zeigen, dass sie sich den Jihadismus direkt zum Vorbild genommen und den untauglichen(!) Versuch unternommen hat, die (ur-islamische) Idee von einem „heiligen Krieg“ christlich zu taufen. Insofern gehen die Kreuzzügler, die der Kirche so gerne vorgehalten werden, AUCH auf das Konto des Islam !!! (Es war natürlich ein Fehler der Kirche, den Islam auf dessen ur-eigenen Irrweg ein- oder überholen zu wollen…)

  12. @punctum
    Das was sie aus diesem Text absolut gerechtfertigt schlussfolgern ist leider so nicht wahr. Der Autor hat eine sehr einseitige Betrachtungsweise. Beschäftigen sie sich mal mit dem Konzept des „gerechten Krieges“, das im Römischen Reich ausgebaut wurde und in der Spätantike im Zuge der Christianisierung als Grundlage für das Vorgehen der Christen gegen heidnische Völker diente. Hier werden sie ein viel wahrscheinlicheres Vorbild für die mittelalterlichen Kreuzzüge finden.

  13. #15 tami
    Die katholische Lehre vom gerechten Krieg (bellum iustum) geht meines Wissens auf Augustinus zurück und setzt hohe Masstäbe an die Legitimation bewaffneten, kriegerischen Handelns. Die Kreuzzugsideologie geht weit darüber hinaus. Insbesondere päpstliche Paradiesesversprechungen für Märtyrer sind direkte Anleihen beim islamischen Jihadismus, wenn sie auch aus der Bibel (vorwiegend dem AT) abgeleitet wurden. Die Überlegenheit der Muslime auf dem Schlachtfeld resultierte ja aus der Tatsache, dass der Mujahid – in der Überzeugung, durch seinen Tod das Paradies zu erlangen – mit „heiliger“ Entschlossenheit in den Kampf zog. Dem waren „säkulare“ Heere nicht gewachsen. Die christlichen Theologen sahen sich also genötigt, der muslimischen Kampfbereitschaft bis zum Letzten etwas Gleichwertiges entgegen zu setzen. Und so imitierten sie den Jihadismus und warfen ihm ein christliches Gewand über.

  14. Es ist richtig, dass hohe Maßstäbe für den „gerechten Krieg“ gelten. Er muss dem Frieden dienen, ihm muss ein begangenes Unrecht zu Grunde liegen und er muss gottgewollt sein. Diese Formulierungen von Augustinus stammen aus dem 5. Jahrhundert und führen dazu, dass sich ein christliches Rittertum ausbildet.
    Der erste Kreuzzug findet im späten 11. Jahrhundert statt. Es waren christliche Ritter, die freiwillig, also aus religiöser Überzeugung am Kreuzzug teilnahmen. Papst Urban segnete diesen Krieg als gottgewollt. Wie können Sie da von einem säkularen Heer sprechen?
    Und päpstliche Paradiesversprechungen und Märtyrertum ist so gar nicht vorhanden. Vielmehr handelte es sich um eine Art Wallfahrt nach Jerusalem, von der sich die gläubigen Ritter einen Akt der Buße erhofften.
    Wo sie hier einen islamischen Einfluss sehen, bleibt mir schleierhaft, zumal dieser in der Geschichtswissenschaft nirgends Erwähnung findet.

  15. Ob tami Recht hat, weiß ich noch nicht, in dieser Beschreibung der Encyclopaedia Britannica klingt die Kritik an Pirenne weniger harsch und es wird auch deutlich, dass er alles andere als ein namenloser Historiker mit krausen Ideen ist:

    „Henri Pirenne, (born Dec. 23, 1862, Verviers, Belg.—died Oct. 24, 1935, Eccle, near Brussels), Belgian educator and scholar, one of the most eminent scholars of the Middle Ages and of Belgian national development.

    The son of a prosperous industrialist, Pirenne studied for his doctorate (1883) at the University of Liège under the medievalist Godefroid Kurth and the historian of the Low Countries Paul Frédéricq. After attending the universities of Leipzig and Berlin and the École des Hautes Études in Paris, Pirenne began teaching paleography and diplomatics at the University of Liège in 1885. The following year he moved to the University of Ghent, where he remained until his retirement in 1930, as professor of medieval and Belgian history. He was imprisoned by the Germans (1916–18) for refusing to teach while they occupied Belgium. While in prison he composed from memory a history of Europe that was published after his death.

    Pirenne’s first important book was Histoire de la constitution de la ville de Dinant au moyen âge (1889; “History of the Constitution of the City of Dinant in the Middle Ages”), a study of medieval town life that became one of the major themes of his later works. His greatest work, Histoire de Belgique, 7 vol. (1900–32; “History of Belgium”), gained him international respect for his innovative approach to socioeconomic developments in town life and his contention that Belgian unity was not the result of ethnic identification or political centralization but instead emerged from the position of Belgium as a centre of industrial and intellectual commerce between Latin and Germanic cultures.

    A series of lectures delivered at Princeton (N.J.) University in 1922 was published as Medieval Cities (1925), the classic exposition of Pirenne’s analysis of the revival of urban centres and commercial activity during the late Middle Ages. In a work published posthumously, Mahomet et Charlemagne (1937), he set forth the thesis that the Roman Empire and civilization declined not as a result of Germanic invaders, but rather because of Arab primacy in the Mediterranean by the 8th century. The decline of international trade and the disintegration of a money economy, he contended, brought about a regression to a less sophisticated, closed agricultural system based on a local subsistence economy and a stratified class system. His radical reinterpretation of the transition between Roman and medieval civilizations stimulated a great deal of criticism and controversy, particularly his almost exclusively economic interpretation of causation in history.

    Pirenne’s other works include Origine des constitutions urbaines au moyen âge (1895; “The Origins of the Constitutions of Medieval Cities”), Les anciennes démocraties des Pays-Bas (1910; “The Old Democracies of the Low Countries”), and La Fin du moyen âge (1931; “The End of the Middle Ages”). He also served as director of the Belgian Royal Commission on History and as the first president of the International Historical Congress, beginning at Brussels in 1923.“

  16. Das habe ich auch nie behauptet, dass Pirenne ein Wirrkopf ist. Im Gegenteil, er hat mit seinen Thesen einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung mit dem Übergang von der Antike zum Mittelalter geleistet.
    Meine Kritik richtet sich vielmehr an Emmett Scott. Scott macht vor allem die These Pirennes stark, die den Untergang des Römischen Reiches durch eine islamische Beherrschung des Mittelmeeres erklärt. Für diese These lassen sich aber keine Quellennachweise finden. Weder zu einer islamischen Piraterie noch zu einem Abbruch der Handelsbeziehungen.

    Scott bastelt in diesem Text einen Flickenteppich aus verschiedensten Behauptungen und Meinungen, für die es gar keine Überlieferungen aus der Zeit gibt.

  17. @#15 tami
    Wie kommen Sie darauf die Kreuzzüge zu bewerten wenn Sie die Gründe für diese Kreuzzüge leugnen.

    1. Islamische eroberer haben die heiligsten Stätten des Christentums erobert. Und die ehemals reichsten und wissenschaftlich-philosophsich am höchsten entwickelten Kulturstädte wie Alexandria und Damaskus.

    2. Bei den Eroberungen wurde Gewalt angewendet, Christen wurden massenhaft getötet, ihre Städte wenn nicht völlig erobert und die Menschen versklavt dann geschleift.

    3. Die Christen haben das alles einige Jahrhunderte duldsam ausgehalten.

    4. Dann fingen die Islamisten an Kirchen in Jerusalem zu zerstören, die Grabeskirche von Jesus wurde zerstört, Bischöfe und Priester wurden ermordet und Pilger nach Jerusalem ausgeraubt, versklavt und getötet.

    DANACH erst haben die Christen angefangen sich im Kreuzzug zu wehren – man eroberte christliche Gebiete zurück die von Moslems widerrechtlich und gewaltsam erobert worden sind und in welchen die Christen Untermenschen waren. Man eroberte christliche Gebiete zurück damit Christen in ihren Ländern friedlich leben konnten.

    Die Kreuzzuüge waren humanitäre Interventionen um gewalttätige Eroberer zu vertreiben die das Volk unterdrückten, das Volk ausraubten, in die Sklaverei verkauften, Plünderten und die heiligsten Stätten der Christenheit zerstörten. Und bei der Eroberung Jerusalems wurden sehr wenige Menschen getötet, auch wenn der eine Bericht von dem einen Christlichen Ritter von „Knöcheln im Blut“ spricht. Etwas was den damaligen Mohammedanern völlig egal gewesen ist, als sie 80% des jetzt moslemischen Gebietes eroberten – da flossen noch viel mehr Flüsse aus Blut und es wurden hunderte Städte zerstört.

    Und jetzt kommen hier selbstgerechte Nachfahren dieser Männer die für andere ihren Hals riskierten und jammern die Ohren voll dass diese nicht mit Wattebausch und Ohrenputzer gekämpft haben?

    Wisst ihr was die Muslimbruderschaft HEUTE mit den Koptischen Mädchen macht?

    Templarii

  18. hier dass was vorher passiert ist:

    http://vaterland.wordpress.com/2012/08/05/vor-den-kreuzzugen/

    „Am 18. Oktober 1009 lässt der Fatimidenkalif El-Hakim die Jerusalemer Grabeskirche zerstören – eines der wichtigsten christlichen Heiligtümer überhaupt. Er befiehlt die totale Zerstörung mit “allen ihren Anzeichen christlicher Pracht” und seine Befehle werden buchstabengetreu ausgeführt. Das Innere der Kirche wird geplündert und gebrandschatzt, die Grabsteine umgeworfen und sogar versucht, das Heilige Grab herauszureißen, um “die letzte Spur davon von dem Erdboden zu vertilgen”. So berichtet Yaha Ibn Saud, ein Chronist des 11. Jahrhunderts.

    Die Zerstörung der Grabeskirche ist der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringen soll – seit fast einem halben Jahrtausend, genauer: von 635 bis 1099 n.Chr hat der Islam christliche Gebiete überfallen und sie religiös “gesäubert” [Karte re., z.V. anklicken]. Dabei werden christliche Bauwerke zerstört, viele Christen ermordet, ihre Frauen vergewaltigt oder zusammen mit den Kindern in die Sklaverei verkauft – oder zwangsislamisiert. Wer nicht getötet, versklavt oder zwangsislamisiert wird darf keine Waffen tragen, ist wehrunfähig, kurz: kein vollwertiger Mann. Christen und Juden müssen unter islamischer Herrschaft besondere Farben oder Kleidungsstücke tragen. Diese Kennzeichnungspflicht beginnt 717 mit einem Befehl von Kalif Umar II. 807 befiehlt Kalif H?r?n ar-Rasch?d in Persien für Juden einen gelben, für Christen einen blauen Gürtel[ -> ausführlicher dazu siehe die Arte-Dokumentation Der gelbe Ring]“

    usw…

    Sucht die Wahrheit! Nicht einfach Gelabere nachlabern.

    Templarii

  19. tami:
    .

    päpstliche Paradiesversprechungen und Märtyrertum ist so gar nicht vorhanden

    .
    Contra factum non valet argumentum. Wenn Sie allbekannte historische Tatsachen leugnen, hat ein weitere Diskussion MIT IHNEN keinen Sinn mehr. Gegen Ignoranz ist kein Kraut gewachsen.
    .
    Papst Urban II. zum Sündenerlass für Kreuuzgsteilnehmer in seiner Rede in Clermont 1092:

    All jenen, die dorthin gehen, ob sie auf dem Landweg marschieren oder übers Meer fahren oder im Kampf gegen die Heiden das Ende dieses Lebens in Gefangenschaft finden, werden ihre Sünden vergeben. Dies gewähre ich all denen, die gehn, kraft der Vollmacht, mit der Gott mich ausgestattet hat.

  20. @punctum
    Es gibt kein paradiesversprechen im Christentum. Das Paradies ist ZU. Ein Engel mit Flammenschwert passt davor auf.

    Ins Paradies kommen wir nie wieder – die Sündenvergebung ist kein Zutritt ins Paradies. Die Sündenvergebung ist dasselbe wie eine Beichte – man wird wohl danach wieder sündigen.

    Templarii

  21. Durch die Sündenvergebung wird der Christ nach kathol. Auffassung wieder in den Zustand der Taufgnade versetzt, aus dem er durch schwere Sünden zuvor herausgefallen war. Reingewaschen von der Sündenschuld ist dem verstorbenen Christen das ewige Leben bei Gott verheissen. Das päpstliche Versprechen der Sündenvergebung bei Teilnahme am Kreuzzug muss daher als direktes Analogon zu den Paradiesesversprechen an den Mujahid im Islam verstanden und gewertet werden. Die christlichen Theologen haben hier ideologisch und theologisch gegenüber den Muslimen „nachgerüstet“. Sie wollten für ihre Kämpfer ein mindestens gleichwertiges subjektives Kosten/Nutzen-Kalkül ermöglichen.

  22. Das ist doch völliger Schmarrn. Und was ist wenn der Kreuzzügler NACH dem Kreuzzug wieder sündigt? Oder wie ist es wenn der Kreuzzügler während des Kreuzzuges sündigt? Was ist wenn er eine schwere Sünde begeht? Was ist wenn er nicht mehr in die Kirche geht danach? Was ist wenn er die Eucharistie nicht mehr annimmt? Was ist wenn er Ehebruch begeht während und nach dem Kreuzzug?

    Das Paradiesversprechen der Moslems ist das Versprechen eines Bordells. Vögeln und Fressen ohne Ende.

    Sie müssen erstmal abklären was die damaligen Menschen unter „Himmel“ und unter Seligkeit verstanden haben. Sie müssen meine ersten Fragen abklären.

    Irgendwie kapieren Sie nicht dass die Moslems die wichtigsten und wertvollsten Zentren der Christenheit erobert haben und dort mordernd und plündernd ein riesiges KZ aufgebaut haben – inklusive Judensterne.

    Es gibt keine Heilsgewissheit im Christentum – der Mensch ist ein Sünder und nur die Gnade Gottes errettet ihn. Wenn der Papst die Sünden vergeben hat, dann nur die bereits geschehenen und maximal noch die welche während der Kreuzzüge begangen worden sind – aufgrund der notwendigkeit von Plünderungen und Brandschatzungen um die Armee am Leben zu erhalten.

    Templarii

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