Mina Ahadi

In einem offenen Brief wendet sich die iranische Menschenrechtlerin Mina Ahadi (Foto) an die deutsche Heinrich-Böll-Stiftung. Darin beklagt sie, dass nicht nur die deutsche Politik, sondern auch angebliche Menschenrechtsgruppen aus dem linken und grünen Spektrum nicht den Mut aufbringen, sich gegen das iranische Regime und für universelle Menschenrechte – auch für das iranische Volk –  einzusetzen.

Hier der Text des offenen Briefes von Mina Ahadi an die Heinrich-Böll-Stiftung:

Offener Brief an die Heinrich-Böll-Stiftung

Die iranische Gottesdiktatur muss gestürzt werden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist zu begrüßen, dass Sie sich heute aktiv in die Entwicklungsprozesse im Iran einmischen und Partei für die dort lebenden unterdrückten Menschen ergreifen wollen. In meiner Eigenschaft als Menschenrechtlerin, die sich insbesondere gegen die Todesstrafe und Steinigung engagiert, habe ich mehrmals mit deutschen Politikern gesprochen, darunter auch Vertreter der Partei der Grünen, die Ihrer Stiftung sehr nahe stehen.

Im Iran haben wir es mit einem totalitären islamistischen Regime zu tun, das zahlreiche Parallelen zu einem faschistischen System aufweist und seit nunmehr 30 Jahren die Menschenrechte mit Füßen tritt. Dennoch haben sowohl die deutschen Regierungen als auch die Bundestagsparteien dieses barbarische Regime nicht nur diplomatisch akzeptiert, sondern auch verharmlost und gegenüber zahlreichen islamischen Justizmorden, Vergewaltigungen und Steinigungen geschwiegen. Dabei diente der sog. Kritische Dialog als Deckmantel der Zusammenarbeit. Auch als die Grünen an der Regierung beteiligt waren, hat der damalige Außenminister Joschka Fischer am 8. März, Weltfrauentag den Iran besucht, den zu diesem Zeitpunkt amtierenden Ministerpräsidenten Chatami hofiert und damit das islamistische Regime international aufgewertet. Darüber hinaus hat Ihre Stiftung im Jahr 2000 in Berlin eine Konferenz mit dem Ziel organisiert, das islamistische Regime salonfähig zu machen und als normales System zu verkaufen.

Auf dieser Konferenz haben hunderte Opfer dieses barbarischen Regimes, darunter auch ich, protestiert und die angestrebte Verharmlosung der islamistischen Diktatur durchkreuzt. Dort habe ich eine Rede gehalten und bereits zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass die Heinrich-Böll-Stiftung zur Kenntnis nehmen muss, dass die Islamisten nicht die Mehrheit der iranischen Bevölkerung repräsentieren. Der überwiegende Teil der Menschen im Iran ist gegen die Islamisten, egal ob ein Chatami mit einem sanften Lächeln die Frauen steinigt oder ein Chamenei oder auch ein Ahmadinejad. In allen Fällen handelt es sich um grundsatztreue Verfechter eines menschen- und insbesondere frauenfeindlichen Regimes, das gestürzt werden muss.

Heute sehen wir Millionen Iraner, die auf der Straße gegen das Regime protestiert haben und Losungen rufen wie Nieder mit der Diktatur, Nieder mit der islamischen Regierung. Viele Frauen befanden sich in der ersten Reihe der Demonstranten, die ihre Kopftücher weggeworfen haben und für die Freiheit kämpfen. Die Gottesdiktatur vermag sich angesichts der aufgebrochenen Protesthaltung nur noch durch brutale Repression, Gewaltausübung und massive Einschüchterung an der Macht zu halten, wovon auch die Massenvergewaltigungen in den Gefängnissen sowie die Schauprozesse in den Gerichtssälen der Mullahs zeugen.

Die deutsche Regierung, deren politische Berater und auch Ihre Stiftung müssen endlich Klartext reden:
Das islamistische Regime im Iran ist nicht reformierbar! Jede Hilfe für den Iran und jedes Eintreten für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran sind nur sinnvoll, wenn man sie mit dem Kampf gegen das islamistische Regime und gegen die weltweite islamistische Bewegung verknüpft.

Leider war die grüne und multikulturalistische Bewegung in Europa bislang immer auf der Seite der Verharmloser und Schönfärber der islamistischen Kräfte. Deshalb richte ich in Anbetracht der heutigen Bedingungen, da der islamistisch beherrschte Iran und eine breite Bewegung gegen den Islamismus auf der Tagesordnung stehen, folgende Bitten an Sie:

Unterlassen Sie ihre bisherige Politik der Unterstützung islamistischer Kräfte und reihen Sie sich ein in die fortschrittlich-emanzipatorische Bewegung menschenrechtlicher Kritik an den islamistischen Herrschaftsverhältnissen.

Sagen sie laut, dass das islamistische Regime im Iran ein barbarisches und menschenfeindliches Regime war und ist.

Unterstützen Sie unsere Forderung nach Beseitigung der islamistischen Gottesdiktatur im Iran.

Das wäre eine echte Solidarität mit uns, den vom islamistischen Unterdrückungsapparat verfolgten, geschlagenen und gepeinigten Menschen in und aus dem Iran.

Mina Ahadi
07.09.2009

(Spürnase: Xrist)

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46 KOMMENTARE

  1. Wieder Auschreitung in der Kreisliga

    POL-FL: Ausschreitungen bei Fußballspiel

    Flensburg (ots) – 090906.1 – Heute Nachmittag kam es während eines Fußballspiels der Kreisklasse in Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) zu einer Schlägerei zwischen mehr als 20 Personen. Dabei wurden nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt neun Menschen verletzt; eine davon musste mit schwereren Verletzungen stationär ins Krankenhaus.

    Zeitgleich informierten zahlreiche Anrufer um kurz vor 16.00 Uhr die Regionalleitstelle Nord über die Ausschreitungen, die sich offenbar kurz vor Spielende ereigneten.

    Es wurden daraufhin sofort fünf Rettungswagen, ein Organisationsleiter zur Koordinierung von Großschadenslagen sowie ein im Rettungshubschrauber „Christoph 42“ herbei geflogener Notarzt eingesetzt.

    Beamte der Polizei-Zentralstation Kropp nahmen am Tatort erste Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung auf.
    ——————————————

    Ich wollte nur schlichten mit den Worten „Fass ihn nicht an“ daraufhin wurde ich von einem ausländisches SIF Spieler gewürgt und bekam 2 sekunden später ohne einen Grund eine Kopfnuss!
    Sowas ist unmöglich.
    Alle unsere Mannschaftskameraden wollten alle nur auseinander halten aber die ausländischen SIF Spieler schlugen ohne Grund zu!
    Die einzigen SIF Spieler die nicht mitgemacht haben waren deutsche und waren schockiert von dem Verhalten ihrer Kollegen und hatten Angst in die Kabine zu gehen.
    Das was die ausländischen SIF Spieler da gestern gemacht haben schadet dem Verein.
    Ich habe sogar gehört das es bei der 2. SIF Mannschaft schon öfters vorkam.
    Damals war SIF eig. nie aufgefallen. Ich spiele schon lange Fussball und habe oft gegen die Jugnedmannschaften von SIF gespielt aber da ist sowas nie vorgekommen. Und ich glaub in der 1. Herrenmannschaft von SIF auch nicht. Man sollte einfach die 2. sperren weil alle dort ausser die 3 oben genannten einfach ohne Grund zuschlugen!

    http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6313/1470432/polizeidirektion_flensburg
    http://www.shz.de/home/top-thema/article/111/fussballspiel-endet-in-schlaegerei.html

    Ob Kulturbereicherer involviert sind?

  2. Mina Ahadi
    07.09.2009

    Die iranische Gottesdiktatur muss gestürzt werden!

    Um eine kommunistische Diktatur einzuführen?

    Oder wie soll man es verstehen, dass sie immer noch Mitglied im ZK der Arbeiterkommunistischen Partei Irans ist?

    Bei der letzten Revolution habe sie es ja noch mit den Mohammedanern versucht, das ist daneben gegangen, die haben denn auch kurzen Prozess gemacht.

    Unsere Linken glauben auch das würde funktionieren, wer aus der Geschichte nicht lernen will, muss fühlen, und das könnte ganz bitter werden.

    Mina Ahadi

  3. Minas Brief ist gut und richtig aber unsere politischen Selbstbefriediger werden nicht viel tun. Ehrlich gesagt nicht mehr wie vorher auch.

    Sie soll sich mal lieber an uns halten.
    Wir ziehen letztendlich was durch, denn wir nehmen das ernst und ich ich bin ganz sicher auch wir werden die sein, die die Wende bringen, so dünn es jetzt auch noch aussehen mag aber an uns geht kein Weg vorbei.

    Sie soll sich mal lieber an uns halten. Wir ziehen letztendlich mehr durch, denn wir nehmen das ernst.
    Sie kann kommunistisch sein wie sie will. In dieser Sache hat sie unsere uneingeschränkte Unterstützung. Meine zumindest!

  4. Liebe Frau Ahadi, deutsche Gesichtzeiger bringen den Mut zur Zivilcourage nur dann auf wenn es vollkommen ungefährlich für den zivil Couragierten ist.

  5. Grüne? Die Fressen meinem Schweinemett-Brötchen das Futter weg! ATOMKRAFT – Ja Bitte!

    btw. Der Blutgreis Ströbele wurde dabei erwischt, wie er sein Greiso-Mobil (Draht-Esel) nach ein paar hundert Metern in einen Van verfrachtet hat…tja, wir werden alle nicht jünger, denn der Friedhof ist der Ort wo wir früher oder später alle mal hin müssen – Ströbele früher, PI’ler später! 😉

    http://www.bz-berlin.de/bezirk/friedrichshain/herr-stroebele-lust-aufs-rad-verloren-article576781.html

  6. Es hat ja immerhin bis zum 5. Eintrag gedauert bis jemand kräht „Das ist ja ’ne Kommunistin! Oh Schreck!“
    Die islamkitische Szene sollte lieber froh sein wenn sich (auch) Personen aus den linken politischen Spektrum gegen den Islam wenden. Allein dadurch wird es unglaubwürdig, Islamkritik als rechtes Projekt, als dumpfes Nazitum anzugreifen.
    Manche sind offenbar so vernagelt, dass sie die große Chance die in linker Islamkritik liegt nicht sehen wollen. Giordano ist Linker, Rolf Stolz ist Linker und Alice Schwarzer ist zweifellos auch Linke und alle sind sie unüberhörbar islamkritisch! Wenn die Ablehnung des Islam endlich auch die Linken erfasst sollte man das lieber begrüßen anstatt die „falschen Islamkritiker“ eifersüchtig zu verbellen!

  7. Die Linken(besser:Linksfaschisten)demonstrieren immer nur dort , wo es ungefährlich ist.Sie leben aber stets im Wahn, couragiert zu sein….. Dieses verlogene,feige und doofe Gesindel!

  8. Tja.

    Die Linksgrünen müssten sich von den ganzen islamofaschistischen Verbänden und natürlich auch Geldgebern trennen, denen sie sich über Jahrzehnte so aus falschem Toleranzempfinden angebiedert haben.

    Die Linksgrünen stecken in Wahrheit tief drin im MenschenUNrecht, halten Kopftuch in Deutschland für die Emanzipation der islamischen Frau in Europa, die Zwangsehe für kulturell bedingt und prügelnde Muslime für Gesellschaftsopfer.

    Dies ist die LEBENSLÜGE der 68er Gutmenschen. und sie werden sie – wie die Nazis ihre – mit ins Grab nehmen.

  9. Und wie ein Kommentator schon erwähnte:

    In Wahrheit sind die Linken FEIG´! Denn sie kommen nur dann aus den Löchern, wenn ihnen nichts passieren kann und sie 100% auf der sicheren Seite stehen.

    Denn sie halten ihren Standpunkt für den einzig wahren.

  10. #8 Maitre (09. Sep 2009 23:04)

    Bin ganz Deiner Meinung. Ich wähle zwar auch nichts links von der CDU, aber bevor links nicht die Dämme brechen, wird sich nichts bewegen.

    In ihrem Wahlprogramm winden sich die Grünen in – immerhin – einem eigenen Kapitel zum Islam ganz schön herum: Großmoscheen ja bitte, Gleichstellung des Islams ja bitte – aber Frauendiskriminierung, Homophobie und Antisemitismus nein danke. Es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis die Realität diese Leute einholt.

    Glaubt mir, der Tag wird kommen, an dem ein grüner Abgeordneter öffentlich bekennt: „Ja, ich bin islamophob“.

  11. Achja… die blutig zerschlagene Demokratiebewegung im Iran – da war doch mal was…

    Regiert dieser kleine, islamistische Antisemit jetzt nicht gegen den Willen des Volkes weiter – der Holokaustleugner, der so gerne Israel vernichten möchte aber von der linksideologisch ausgehärteten deutschen Arschlochpresse ständig als „Provokateur“ verniedlicht wird?

    (Da schert sich heute eindeutig keiner unserer „freiheitlich-demokratischen“ Politiker oder Qualitätsjournalisten mehr drum.)

  12. #8 Maitre (09. Sep 2009 23:04)

    Es hat ja immerhin bis zum 5. Eintrag gedauert bis jemand kräht “Das ist ja ‘ne Kommunistin! Oh Schreck!”

    Ja genau, die Kommunisten die sind ja alle so süß, wie Stalin, vergiss die paar Millionen von Toten, in Nordkorea ist es auch ganz kuschelig, China ist und bleibt ein Hort der Toleranz und Freiheit! ( Ironie off)

    Zwischen links sein und Mitglied im ZK einer kommunistischen Partei gibt es doch noch ein paar Unterschiede.

    Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, das ist es, das hat nichts mit vernagelt zu tun.

    Der Kommunismus / Sozialismus, national oder international, zwei Seiten der selben Medaille, tragen eindeutig religiöse Züge.

    Götterverehrung in Form von dem absoluten Personenkult (Stalin, Mao, Hitler oder Kim), gehört eindeutig immer zum blutigen Programm.

    Und wenn man etwas tiefer forscht, findet man viele andere Parallelen.

  13. Auf der Kritischen Islamkonferenz hörte ich das erste mal Mina Ahadi. Es klingt paradox, aber ich halte sie trotzdem für eine aufrechte Demokratin. Mein Vater (s.w.t.) sagte immer lieber ein guter Kommunist als ein schlechter linker Sozi. In dem Sinne daß der Kommunist dafür sorgen muss daß die Sache auch finanziert werden muss, der Sozi (Lafontaine, Gysi) aber immer vom Geld der Anderen angenehm leben will.

  14. Man muss das ganze mal genau lesen.. Es ist immer nur die Rede von „islamistisch“..

    Hat die gute Frau noch nicht begriffen, dass es keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus gibt?

    Ist das Feigheit, Unwissenheit oder Taktik?

  15. zu 3 :

    Abr sicher

    Richtung der fünf Libanesen und zwei Türken im SIF-Dress vernommen haben will. „Wir sind sicherlich nicht die Allerheiligsten und tragen auch eine Teil-, aber nicht die Hauptschuld“, sagte Merkel im Wissen, dass seine Mannschaft schon seit längeren als Problemmannschaft gilt, die auch – wie der KFV-Spielausschussobmann Andre Stochay bestätigt, schon mehrmals unter Beobachtung stand. Das sehen die Bergenhusener, die ebenfalls als keine „Kinder von Traurigkeit“ gelten, natürlich ganz anders und weisen den aggressiv auftretenden Gästen die Schuld an der Eskalation zu.

  16. Wäre Mina Ahadi in der SPD, hätte man sie wegen ihrer „Rechten“ Ansichten schon lange entfernt.

    Ein Zitat von Ihr:

    „Hitlerfaschismus war gestern, Islamfaschismus ist heute“

    Sehr interessant ist auch der Beitrag von ihr auf Youtube von ihrer Rede in Frankfurt vom 01.10.08

  17. # 11 Maitre

    Ganz genau!
    Islamkritik hat grundsätzlich überhaupt nichts mit politisch rechts oder links zu tun.

  18. Liebe LinksgrünInnen:

    Euer Multilkulturalismus hat in Deutschland mehr Todesopfer gefordert als die Atomkraft!

    Damit ist über Euch als Partei des naiven VersagerInnentums eigentlich alles gesagt!

  19. Multikultureller „Warnstich“:

    http://www.ksta.de/html/artikel/1252057265907.shtml

    Zur Vorsicht Klappmesser gezückt

    Von Hartmut Zitzen, 09.09.09, 10:52h, aktualisiert 09.09.09, 18:39h

    Wegen versuchten Totschlags steht ein 22-jähriger Leichlinger vor dem Landgericht. Er hätte am Leichlinger Bahnhof um ein Haar einen Solinger mit einem Messer getötet. Der Angeklagte schwieg in der ersten Verhandlung zu seiner Tat.

    Leichlingen – Fünf Monate hatte Erkan M. (Name geändert) sich in der Türkei versteckt, nachdem er im August 2008 einen 23-jährigen Solinger am Bahnhof Leichlingen um ein Haar erstochen hätte. Mitte Januar stellte er sich den deutschen Behörden und kam wegen versuchten Mordes vorübergehend in Untersuchungshaft. Weil die Anklage später auf versuchten Totschlag abgemildert wurde, betrat der 22-jährige Leiharbeiter das Landgericht gestern zum Prozessauftakt aber als freier Mann.

  20. Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

    Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
    Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.

    http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4488461/Seyran-Ates-erklaert-wen-sie-nicht-waehlt.html?page=3#article_readcomments

  21. Gehört zum obigen Text!
    (Steht bei TheoKonservativ)

    Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

    Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
    Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.
    In der heutigen Ausgabe meiner GRUEN-LIBERALEN (und im übrigen ehemals konservativen) Tageszeitung DIE WELT erklärt Seyran Ates, warum sie die GRÜNEN aus großer Enttäuschung heraus seit vielen Jahren nicht mehr wählt …
    Bei den Grünen begegnet man den meisten Kopftuchträgerinnen und VerteidigerInnen des Kopftuchs, den meisten Kulturrelativisten und Multikulturalisten. Den meisten Grünen ist sehr schwer zu erklären, warum ein eigener Straftatbestand Zwangsheirat so wichtig ist, und dass Ehegattennachzug für Frauen ohne Deutschkenntnisse selten einen Segen darstellt. Bei der doppelten Staatsbürgerschaft sind die Grünen schon mal eingeknickt, und von Parallelgesellschaften will ein Grüner selten was hören. Eine kritische Diskussion über Moscheebauten kann den einen oder anderen Grünen sehr aggressiv machen.
    All diese Punkte sind in der Tat bei den GRÜNEN mehr oder weniger scharf zu kritisieren. Vor allen Dingen aber in Kombination mit dieser bessermenschlichen Verlogenheit und dem Drang vor offensichtlichen Problemen die Augen zu verschließen oder gar mit der Faschismuskeule zu antworten … kommt es immer öfter zu dem Ergebnis, dass sich in Mitten unserer Gesellschaft das Gegenteil von den propagierten GRÜNEN Zielen (Frauenrechte, Selbstbestimmung, friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen) entwickelt.

    Mein Ansatzpunkt ist natürlich nicht uuunbedingt ein feministischer …
    Einst selbst Parteimitglied bei den GRÜNEN (Die größten Kritiker der Elche waren früher …), habe ich mich im Rahmen meiner Rückbesinnung auf ein christlich-biblisches Menschenbild dieser Partei zunehmend entfremdet. OK das ist alles ein weites Feld. Ich möchte nicht langweilen und es daher kurz machen: Ich werde eine These formulieren, dann schnell die Lupe auf ein mich ausgesprochen irritierendes Detail richten und das ganze dann schließlich mit einem kleinen Clou enden lassen … Was im übrigen eine probate Methode für Blogautoren ist, die größer erscheinen wollen, als es ihre intellektuelle Substanz hergibt…
    These: Die strategisch brillianten 68er – in dessen Tradition die GRÜNEN ja unbestritten stehen – haben wesentliche christlich-abendländische Werte-Grundlagen, die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Familie als Kernzelle der Gesellschaft erfolgreich dekonstruiert, die Rückbesinnung auf einen gesunden Patriotismus durch unsägliche Faschismusdefinitionsausweitungsdiskurse blockiert und durch die sexuelle Revolution sowie linksalternative Sozialingenieurstechniken eine Verwahrlosung weiter Teile der Unterschicht zu verantworten.
    Lupe: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!
    Clou: Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush – wie jeder weiss, ein entschiedener Stammzellforschungsgegner – zurück!

    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

  22. Auch ich schäme mich als Deutscher, dass mein Land der größte Handelspatner des perversen Mullahregimes ist. aber man tut, was man kann. Obwohl ich ca. einwn Kilometer von einer OMV Tankstelle entfernt wohne, tanke ich nie dort, seit ich weiß, dass OMV mit dem Iran dicke Geschäfte macht. Außerdem ist bei der einige Kilometer entfernten Jet Tankstelle der Sprit eh billiger.

    So richtig ihre in dem Brief geäußerten Argumente auch sein mögen, ich teile die Bedenken gegen ihre Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei. Zu oft hat man sich im vorigen Jahrhundert im Kampf gegen totalitäre Teufel mit totalitären Beelzebuben verbündet, die sich im Nachhinein als mindestens genauso Schlimm erwiesen. Das sei allen Werterelativierern ins Stammbuch geschrieben.

  23. Erst mal: Was im Iran jetzt passiert ist bemerkenswert. Zum ersten Mal in der Geschichte hat ein Grossteil der Bevölkerung eines islamischen Landes die Nase von einem sich ausdrücklich als islamisch verstehenden Regime so die Nase voll, dass sie selbst unter Lebensgefahr dagegen demonstriert. Die Frage ist wie der Westen darauf angemessen reagieren sollte ohne die Bewegung im Iran selbst zu gefährden. Denn seien wir uns klar: Das Regime in Teheran wird dann, und nur dann, gestürzt wenn die Iraner selbst die Bereitschaft und die Kraft dazu haben. Eine Embargopolitik kann auch nach hinten losgehen (was hat das Kuba-Embargo bislang gebracht?). Man sollte auch bedenken dass sich die Demonstrationen im Iran eben nicht gegen die Islamische Republik richten (auch wenn ein Teil der Demonstranten vielleicht Hoffnungen in die Richtung hegt), sondern zunächst gegen einen, auch nach den Gesetzen der Islamischen Republik, illegalen Wahlbetrug. Weder Mussawi noch Karubi sind Gegner der Islamischen Republik. Und die Mehrzahl der Iraner sind unter 30 und haben also nie eine andere Regierungsform erlebt (eine Tatsache, welche Exil-Iraner immer gern vergessen). Letztlich stehen wir vor dem selben Problem wie im Kalten Krieg, wo ja auch der Westen vor der Frage stand was besser ist, Fundamentalopposition oder Dialogpolitik. Letzteres mag extrem viel Selbstverleugnung beinhaltet haben. Aber es ermöglichte einen Gorbatschow. Ich erinnere in dem Zusammenhang daran dass das Neue Forum im Jahre 1989 ja auch nicht den Sturz des Sozialismus in der DDR gefordert hat sondern „nur“ den Dialog mit den Herrschenden (und ich glaube dass das nicht nur Taktik war. Selbst die kühnsten Träumer in der Opposition hatten es wohl im September 89 noch nicht für möglich gehalten dass einen Monat später alles anders sein wird). Bevor man hier also irgendwelchen halbdurchdachten Aufrufen von ihrer Heimat mittlerweile sehr fern stehenden Exilanten nachläuft, halte ich es für sinnvoller, die Iraner im Land selbst zu fragen was sie von ausländischer Einmischung halten (gewisse Kanäle im Internet sind noch offen).

  24. Mina Ahadi hat treffend formuliert und die Sache exakt auf den Punkt gebracht.
    Die Frage, die auch hier angesprochen wird, ist, kann ein derartiger Brief Wirkung entfalten oder geht er den Empfängern am A… vorbei.
    Man muss die Empfänger an ihren eigenen Idealen packen und sie auf die Unvereinbarkeit mit anderen Äußerungen hinweisen. und dies immer und immer wieder, denn die meisten Menschen, und mit Sicherheit auch die Grünen, lernen nicht sehr schnell.
    Man muss also mit viel Geduld die Festung sturmreif schießen.

  25. #37 dergeistderstetsverneint (10. Sep 2009 10:47)

    Interessante Gedanken. Irgendwo las ich auf twitter, evtl. von Iranbaan, einen Aufruf an die Leute im Ausland, ihre Politiker zum Abbruch aller Geschäfte mit Iran aufzufordern. Nur so könnte man den Druck der Straße unterstützen und das Ganze zum Zusammenbruch bringen.

    Ich bin der Bitte nachgekommen und habe daraufhin an Politiker geschrieben. Ob das Anliegen zur Kenntnis genommen wurde, sei dahingestellt.

  26. In meiner Eigenschaft als Menschenrechtlerin…

    hat sie die Mullahs benutzen wollen, um eine kommunistische Horrordiktatur im Iran einzuführen.

    Dummerweise haben die Mullahs den Spieß umgedreht. Jetzt sitzt sie in einem Land, das ihr freundlicherweise Schutz vor ihren ehemaligen Kampfgenossen gewährt hat, und möchte dieses zwingen, die Scheiße, die sie im Iran mit angerichtet hat, aufzuräumen.

    Es ist nicht die Aufgabe der Heinrich-Böll-Stiftung, den Iran nach Frau Ahadis Wünschen umzugestalten. Und es ist auch nicht die Aufgabe Deutschlands.

  27. #40 Osimandias
    Was macht dich so sicher, dass Frau Ahadi in den letzten 30 Jahren nichts dazugelernt hat?
    Das haben einige von uns 68ern ja schliesslich auch.

  28. @Wirtswechsel: Ich bin gar nicht sicher. Vermutlich hat sie sehr viel dazuglernt, das lässt sich gar nicht vermeiden – fragt sich nur, was. Raffiniertere Taktik?

    Immerhin ist sie – wie Wolfrabe geschrieben hat – immer noch im ZK einer kommunistischen Partei.

    Aber ich muss auch nicht sicher sein. Um jemandem nicht zu vertrauen, reicht Unwissen.

    Diejenigen, die ihr vertrauen und ihr an den Lippen hängen, müssten sich sicher sein, dass sie hier nicht einer gewieften Propagandistin auf den Leim gehen.

  29. Aber was zwischen Frau Ahadi und der Heinrich-Böll-Stiftung/den Grünen abgeht, ist ein Streit unter Linken, wer der tollste „Menschenrechtler“ ist. Dieser Titel ist Linken wichtig.

    Der Brief war nicht an Menschen wie uns gerichtet.

    Ich denke, das linke Fußvolk soll für einen Krieg gegen den Iran weichgekocht werden.

  30. #5 Wolfrabe (09. Sep 2009 22:27)

    Bei der letzten Revolution habe sie es ja noch mit den Mohammedanern versucht, das ist daneben gegangen, die haben denn auch kurzen Prozess gemacht.

    Unsere Linken glauben auch das würde funktionieren, wer aus der Geschichte nicht lernen will, muss fühlen, und das könnte ganz bitter werden.

    Unsere Eigenen nicht Linken Politiker sind dabei uns an den Islam zu verraten wenn die nur deren Stimmen dafür bekommen.

    Gehe auch davon aus, dass in solchen Systemen Extreme politische Richtungen oft das einzige Mittel gegen die dort herrschende Kultur ist.

    Uns Europäer ist die Demokratie auch nicht in die Wiege gelegt worden.
    Also, nicht so hart bitte gegen Leute aus solchen (Un)Kulturen.

  31. #40 Osimandias (10. Sep 2009 15:36)

    Treffend formuliert.

    Da wird denn Frau Ahadi wohl indirekt auch vom Bundesamt für Verfassungsschutz wegen Ausländerextremismus beobachtete.

    Und das sind dann die Verbündeten?

    Die Arbeiterkommunistische Partei Irans

    Die Arbeiterkommunistische Partei Irans (persisch ???? ??????? ??????? ??????) ist eine kommunistische iranische Exil-Partei, die in Opposition zur iranischen Regierung steht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet die in Deutschland aktiven Parteigruppen dem Ausländerextremismus zu.[1]

    Die Partei wurde 1991 von Mansoor Hekmat durch Abspaltung von der Kommunistischen Partei Irans gegründet; seit seinem Tod im Jahr 2002 wird sie von Hamid Taghwai geführt. 2004 hat sich nach Konflikten über die zukünftige Parteitaktik die Arbeiterkommunistische Partei des Iran-Hekmatist unter Koroush Modaresi abgespalten.

    Die Partei kämpft für den Sturz der islamischen Republik Iran und für die Einrichtung einer „sozialistischen Republik“. Sie unterhält einen Fernsehsender und eine Radiostation.
    Inhaltsverzeichnis
    [Verbergen]

    * 1 Aktivitäten in Deutschland
    * 2 Weblinks
    * 3 Einzelnachweis
    * 4 siehe auch

    Aktivitäten in Deutschland [Bearbeiten]

    Laut Verfassungsschutzbericht 2004 hat die Partei in Deutschland etwa 250 Anhänger; ihre Zahl ging nach der Spaltung deutlich zurück. Die Aktivitäten beschränkten sich 2004 auf wenige Demonstrationen mit geringer Teilnehmerzahl. Bekanntes Führungsmitglied in Deutschland ist Mina Ahadi.

    Zu den Vorfeldorganisationen der Partei zählen laut Verfassungsschutzbericht 2002:

    * die Organisation der Jungen Kommunisten – Deutschland
    * die Internationale Föderation der iranischen Flüchtlings- und Immigrantenräte
    * die Internationale Kampagne zur Verteidigung von Frauenrechten im Iran e. V.

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