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Libyens Herrscher, Oberst Muammar al-Gaddafi, steht wie bereits Söhnchen Hannibal auf Kriegsfuß mit dem Gesetz. Angeklagt ist Papa Gaddafi wegen des Verschwindens eines prominenten schiitischen Geistlichen – Imam Mussa al-Sadr – das zwar bereits 30 Jahre her ist, aber für den libyschen Exzentriker dennoch unangenehme Spätfolgen haben könnte. Gaddafi soll Beihilfe zur Entführung des im Iran geborenen libanesischen Hisbollah-Gründervaters geleistet haben.

Eigentlich eine Ironie der Geschichte: Ein islamischer Diktator lässt aus lauter Hass gegen die Libanesen einen Terror-nahen Hassprediger verschwinden und stolpert ausgerechnet über diesen Stein.

Gaddafi über die arabische „Bruderliebe“:

„Wir hassen einander! Wir wünschen uns nur das Schlechteste! Unsere Geheimdienste verschwören sich gegeneinander!“ „Wir sind unser eigener Feind.“

Eine Hass-Liebe die offenbar auf Gegenseitigkeit beruht:

Ein Staatsanwalt im Libanon hat ihn (Gaddafi) wegen des Verschwindens eines prominenten schiitischen Geistlichen vor 30 Jahren angeklagt. Das geht aus dem Haftbefehl hervor, der kürzlich von Ermittlungsrichter Samih al-Hadsch unterzeichnet wurde. Danach sollen Gaddafi und sechs weitere Libyer wegen Anstiftung zur Entführung und Freiheitsberaubung in Beirut vor Gericht gestellt werden. Im Rahmen der libanesischen Terrorismusgesetze könnte dafür die Todesstrafe verhängt werden.

Die libanesischen Behörden machen Gaddafi für das Verschwinden des Imams Mussa al-Sadr und zwei seiner Begleiter während eines Besuchs in Libyen im Jahr 1978 verantwortlich. Al-Sadr, der 1928 in Iran geboren wurde, war der Gründer der schiitischen Amal-Bewegung im Libanon, aus der später die Hisbollah hervorging. Sein ungeklärtes Schicksal hat das Verhältnis zwischen Libanon und Libyen über Jahrzehnte zerrüttet.

Seit der offiziellen Visite vor 30 Jahren, bei dem die Schiitenabordnung mit Funktionären des Gaddafi-Regimes zusammentraf, fehlt von den Männern jede Spur. Nach libyscher Darstellung stiegen die drei nach Abschluss ihres Besuchs in ein Flugzeug nach Rom. Dort kamen sie jedoch nie an. Libanesische Schiiten vermuten deshalb, dass die Männer zuerst aus Tripolis entführt und kurz darauf umgebracht wurden. Die Familie des Geistlichen hingegen glaubt, dass der Imam noch lebt und in Libyen gefangen gehalten wird. 1986 waren die Ermittlungen aus Mangel an Beweisen eingestellt worden.

Auch wegen des Rätsels, das sein Verschwinden aufgibt, ist al-Sadr längst zur Legende geworden. Seine Anhänger verehren ihn als Märtyrer, sein Bild ist für viele libanesische Schiiten eine Art Ikone, die ihre Häuser schmückt

Für Gaddafi ist die libanesische Initiative insofern unangenehm, als sie klar die Zeit ins Gedächtnis zurückruft, in der sein Name für Terror stand.

Seit den siebziger Jahren und bis Ende der Neunziger war Libyen Rückzugsraum und Unterstützer diverser arabischer Terrororganisation. Heute weiß man, dass das Attentat auf eine Pan-Am-Maschine, die 1988 über dem schottischen Lockerbie von Sprengsätzen zerrissen wurde, auf das Konto des libyschen Geheimdienstes ging. Lange Zeit galt Gaddafi, der die Zügel seines totalitären Regimes fest in der Hand und die Opposition in der Bevölkerung mit einem berüchtigten Geheimdienst in Schach hält, deshalb als Paria. Sein Land wurde mit Sanktionen belegt, unter dem vor allem die Armen litten.

Islam ist, ähm – ah ja – Frieden.

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25 KOMMENTARE

  1. “Wir hassen einander! Wir wünschen uns nur das Schlechteste!“

    ein neues, eindrucksvolles beispiel für die friedlichkeit des islam. 🙁

  2. Die Diktatoren dieser Welt kann man alle in einen Sack hauen und alle in EIN Gefängnis stecken, denn sie sind :

    Psychopathen

    Kleptomanen

    Kleptokraten

    „Aufrechte Demokraten“ Zitat Gerhard Schröder

    Zwangsneurotiker

    von Verfolgungs – WAHN Besessene

    Kurz – die sind allesamt geisteskrank und einfach nur Arme Irre, die außerstande sind zu verstehen, dass JEDEM Menschen mindestens die Rechte und Freiheiten zustehen, die die Internationale Deklaration der Menschenrechte eigentlich jedem garantiert.

    Echnaton

  3. @Echn Aton: das Problem an diesen bizarren Diktatoren ist folgendes: es gibt leider viele Menschen, die sowas zulassen. Warum, weiss ich nicht, Hannah Arendt hat sich darüber den Kopf zerbrochen.

    Sonst wäre schon Adolf in der Klapse gelandet oder hätte doch Künstler werden dürfen, da wär uns einiges erspart geblieben.

  4. Übrigens was absolut OFF TOPIC ist.

    Das „Babe“ aus der „Alice „Werbung ist mit Gaddafi Sohn leiert, ein weitere Beweis das gutes Aussehen und schlechter Geschmack durchaus zusammenlaufen können.

  5. Gaddafi hat so viel auf dem Kerbholz…da kommt es darauf nicht mehr an. Trotzdem wird er vom Westen(wie vor einigen Monaten von Frankreichs Präsident) hofiert.

  6. „Für Gaddafi ist die libanesische Initiative insofern unangenehm, als sie klar die Zeit ins Gedächtnis zur…“

    PI, wie gehts denn weiter?

    PI: Danke für den Hinweis, beim Abspeichern dieses Beitrags war irgendwo der Wurm drin.

  7. Was soll der Quatsch?

    Der hat einen um die Ecke gebracht, der es tausendmal verdient hat!

    Was soll dann diese Häme?

    Diese Meldung wäre höchstens eine Fußnote wert!

    Gegen wen haben die Libanesischen Deppen denn schon alles Haftbefehl ausgestellt:

    Geert wilders

    Kollege Westergaard aus Dänemark

    und last but not least

    Mohamed Gadafi!

  8. @Jeremias: ja, wahrscheinlich durfte dat Adolf daher nur Postkarten malen und wurde später grössenwahnsinnig.

    Egal, was ich sagen wollte: Diktatoren wie Gaddafi sind schon scheiße, allerdings gibt es viele „normale“ Leute, die diese Diktatoren zulassen – die sind das eigentliche Problem!

  9. #8 Jeremias (29. Aug 2008 21:49)

    #5 ComebAck

    Händchenhaltend!

    Ich habe das nur deshalb erwähnt weil diese Frau*, ja nun wirklich außergewöhnlich gut aussieht und ich es nicht so ganz „auf die Kette“ bekomme wieso die sich ausgerechnet sowas wie den Ghadaffie jun. „nimmt“, aber egal, wo wir gerade beim Thema* sind, ich hab noch zwei lustige Videos zum Thema* + „helle“ Haare (lol)

    Und bitte keine Beschwerden, es ist nur Spaß 😉 .
    Frauen beim tanken…

    http://www.youtube.com/watch?v=yPDiAmTTKrQ

    🙂

    und
    http://www.youtube.com/watch?v=oSPmx09-iaE

  10. Solange die Musels sich in IHREN LÄNDERN fleißig GEGENSEITIG umbringen – finde ich das völlig in Ordnung. Vielleicht wird ja Gaddafi noch von seinesgleichen umgelegt – und das wäre auch gut so!

  11. @RechtsGut / eigentlich ist der Islam auch nicht wirklich das Problem. Das Problem sind diese Gutmenschen, die sowas hier reinlassen.

  12. Für das Versprechen, noch ein paar von der Sorte verschwinden zu lassen sollte man Gaddafi zum Verbündeten des Westens erklären.

  13. Ghadafi war die Drecksau, die Mitte der 80er Jahre befohlen hat, Deutsche und Amerikaner in der Berliner Disko La Belle in die Luft zu sprengen. Ich nehme ihm dies ganz persönlich übel, aus ganz persönlichen Gründen.

    Seitdem liebe ich Araber!

  14. #4 Bokito

    das Problem an diesen bizarren Diktatoren ist folgendes: es gibt leider viele Menschen, die sowas zulassen.

    Richtig, und sie lassen es zu, weil sie sich nicht zutrauen, „große“ Verantwortung zu übernehmen und „Führungsstärke“ zu zeigen, dabei aber zugleich charakterliche Souveränität zu bekunden – also z.B. in einigen Bereichen auch persönliche Schwächen einzugestehen.

    Wer aber persönliche Schwächen zugibt obwohl er eigentlich und vernunftmäßig sehr führungsstark ist, der wird leider allzuoft als Schwächling betrachtet.

    Das folgt vielleicht (!!) dem natürlichen Prinzip der Auslese der Stärksten – was immer man davon halten mag.
    Dieses Prinzip hat sich in der Natur jedenfalls über die Jahre offenbar bewährt – und diesem Prinzip folgen wir Menschen wohl bis heute, weil wir nicht anders können.

    Soweit ich weiß, sind in allen Staaten und Gesellschaften nur ca. 5% (ca. fünf Prozent) der Bevölkerung überhaupt in der Lage, z.B. ein Unternehmen zu gründen UND zu führen.

    Echnaton

  15. #4 Bokito — 2 —

    Bei Diktatoren setzt das Vernunftmäßige leider völlig aus, sondern sie verhalten sich wie Tiere, ja wie Viecher.

    Einfach geistlos, ohne menschlichen Verstand, ohne menschliche Moral, ohne menschliches Gewissen.

    Die Menschheit allerdings hat MIT Moral, MIT Gewissen und MIT Verstand bislang ganz gut überlebt – trotz „natürlicher Auslese“.

    Echnaton

  16. Eigentlich muss es nicht wundern, dass er die Situation der arabischen Länder so schonungslos treffend beschreibt.
    Leider trifft das auch auf die meisten anderen islamischen Volksgruppen zu.
    Vielleicht sollte er mal den ersten Schritt zur Versöhnung mit der Welt wagen.
    Aber das geht wohl nicht. Die islamische geprägte Denkart lässt das nicht zu und es würde in Folge wohl seine eigene Macht gefährden. Wahrscheinlich würde es sogar seinen eigenen Tot bedeuten.
    Dramatisch das Elend des eigenen Volkes zu erkennen und den Ausweg nicht zu finden.

  17. haftbefehl gegen gaddhafi! und erst die begründung! das ist ein affront gegen die eu, ausgerechnet den freund von sarkotzi und dem merkelregime in berlin verhaften zu wollen, wo der doch jetzt neue französische kernkraftwerke bekommen soll!!! tz,tz,tz,
    lockerbie hat seltsamerweise für einen haftbefehl nie gereicht! warum wohl?

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