Zwischen Kairo und Buchenwald

Obama BuchenwaldVor vielen Jahren stand ein junger Deutscher im Terminal des Ben Gurion Airport in Tel Aviv und wartete auf seinen Rucksack. Zu Hause in Deutschland hatten die Semesterferien begonnen und er hatte sich aufgemacht in das Land des Volkes Israel, das durch seine Vorfahren so viel Leid erfahren hatte. Weil er mit eigenen Augen sehen wollte.

(Gastbeitrag von Yorck Tomkyle)

Er hatte eine Praktikantenstelle im Hadassah-Krankenhaus bei Jerusalem in der chirurgischen Abteilung und trat seinen Dienst dort mit sehr gemischten Gefühlen an, da er wie die meisten anderen jungen Deutschen eine tiefe Scham empfand über das, was den Juden von Deutschen angetan worden war.

Um so überraschter war er, als er von den meisten Israelis mit offenen Armen empfangen wurde – Juden wie Palästinensern.

Eines Tages – er war nun schon länger hier und fühlte sich wohl – wurde eine neue Patientin auf der Station aufgenommen. Eine freundliche alte Dame.

Wie zufällig rutschte ihr während ihres Aufenthalts einmal der Ärmel ihres Krankenhaus-Hemdchens hoch und was der junge Mann sah ließ ihn erstarren: eine große Tätowierung prangte auf ihrem Unterarm, eine Nummer, der ein Buchstabe vorangestellt war. Es war ein Buchstabe, bei dem er sofort begriff: ein A.

Stundenlang drückte er sich in den Ecken herum und wagte es nicht, die Dame anzusprechen. Wie gerne hätte er mit ihr gesprochen und – ja auch das: geweint. Aber etwas hielt ihn zurück.

Plötzlich rief sie ihn auf Englisch an: „Junger Mann, sind Sie Deutscher? Sie sehen so deutsch aus? Kommen Sie doch mal her!“

Er schlich ins Zimmer, sie bedeutete ihm, sich an den Rand ihres Bettes zu setzen. Was dann geschah, wird der junge Mann nie vergessen.

Er wusste nicht, was er sagen sollte und so begann sie, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Von ihrer Kindheit und Jugend als Jüdin in Rumänien. Vom Kriegsausbruch, dem Abtransport, von Auschwitz und davon, dass sie mit einer Schwester die Einzigen der vielköpfigen Familie waren, die das überlebt haben.

Als sie schließlich geendet hatte sah sie die Verzweiflung in den Augen des jungen Mannes – die Verzweiflung darüber, dass sein Volk ihr das angetan hatte.

Da legte sie sanft ihre Hand auf seinen Arm und sagte leise: “Junger Mann, bitte schämen Sie sich nicht dafür. Sie sind doch so jung. Sie können doch gar nichts dafür.“

Viel später sitzt der junge Mann von damals vor dem Fernseher und sieht einen selbstgefälligen smarten Präsidenten, der dem von ihm und seinen Beratern aufgebauten messianischen Nimbus unbedingt gerecht werden möchte.

Ein neues Kapitel möchte er aufschlagen, die Welt möchte er verändern.

Er redet in Kairo und schlägt Töne an wie noch kein Präsident vor ihm. Seine Berater haben ihm das gesagt. Seine Berater haben ihm auch gesagt: “Das ist heikel und Du musst etwas tun, um die Juden danach wieder zu besänftigen.“ Sie haben sich lange den Kopf darüber zerbrochen, was das sein könnte, denn die Anbiederung des Präsidenten an die islamische Welt verstört Israel zutiefst.

Dann kam der rettende Gedanke: ein Besuch im Land des Bösen gleich nach der Rede sollte es sein. Am besten noch an einem Kristallisationspunkt des Bösen in diesem Land: einem Konzentrationslager. Ein wunderbares Signal an Israel, das da meint: „Keine Sorge, ich bleibe bei Euch!“ Mit so einem Besuch kann man tiefe Emotionen wecken und die Deutschen werden ja wie immer bußfertig und voller Demut die nötige Staffage für dieses großartige Stück liefern. Insgesamt ein PR-Meisterstück der Berater des Präsidenten!

Der junge Mann von damals denkt bei den Fernsehbildern an die alte Dame und betet, dass sie dort, wo sie jetzt ist, ihren Frieden gefunden haben möge.

Wie würde sie es wohl finden, wenn sie wüsste, dass ihr Leid von PR-Beratern und einem selbstgefälligen Präsidenten dazu benutzt wird, politische Schachzüge zu decken und dessen Popularität zu steigern?

Wahrscheinlich würde sie diesem Präsidenten sagen, dass er sich schämen soll.




Nur tot sind sie gut

FORTUYN
Das gutdeutsche Reich ist bedroht und von Feinden umzingelt. Im Süden die Italiener und Österreicher, im Osten die Tschechen, im Norden die Dänen und jetzt die Niederländer im Westen: Alle haben sie nichts aus der Geschichte gelernt, missachten den Rat der großen Mutter und wählen falsche Parteien. In der Tagesschau – so nennt sich die Deutsche Wochenschau, seit sie täglich zu den Bürgern ins Wohnzimmer kommt – ermahnt man die Nachbarn, sich zu schämen.

Der ARD-Korrespondent für die Niederlande, Ludger Kazmierczak, mit einer letzten Warnung nach Westen:

Dass die Niederländer im Mai 2002 den kurz zuvor ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn posthum zum großen Gewinner der Parlamentswahlen machten, war noch nachvollziehbar. Mit seiner populistischen Parolen-Politik hatte der charismatische Publizist und Soziologe Farbe in die bis dahin eher triste politische Landschaft gebracht. Dass er es wagte, lange totgeschwiegene Tabuthemen auf die politische Agenda zu setzen, hat den Wählern imponiert. Endlich durfte offen ausgesprochen werden, dass die Integration vieler Ausländer gescheitert war und dass die Menschen Angst vor einer Islamisierung ihrer Gesellschaft hatten. Es bleibt das Verdienst des Rotterdamer Politikers, dass er die Niederländer von dem Zwang befreit hat, immer so vorbildlich tolerant und liberal zu sein. Denn längst war der Punkt erreicht, dass die Menschen keine Lust mehr darauf hatten, ein Jahrzehnte altes Klischee zu erfüllen.

Schlechte Zeiten für Rechtspopulisten

Das kurzzeitige Erstarken der Rechtspopulisten durfte als Ohrfeige für das politische Establishment verstanden werden. Und die etablierten Parteien versprachen folgerichtig: „Ja, wir haben verstanden.“ So machten sich die Christdemokraten, die Liberalen und selbst die Sozialdemokraten Fortuyns Gedankengut zu eigen und verschärften die niederländische Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Das waren schlechte Zeiten für Rechtspopulisten.

„Schmierigen Provokateur und Islamhasser“

Umso unverständlicher ist es, dass der selbst ernannte Fortuyn-Epigone Geert Wilders als großer Triumphator aus der Europawahl hervorgegangen ist. Seine so genannte Partei für die Freiheit ist nach dem Stimmungstest von gestern zweitstärkste politische Kraft im Land, und Demoskopen trauen der PVV zu, bis zur Parlamentswahl im Mai 2011 noch zuzulegen. Der wasserstoffblondierte Sprücheklopfer Wilders hat weder die Ausstrahlung, noch den Intellekt eines Pim Fortuyn, und dennoch haben etliche Wähler dem schmierigen Provokateur, Europakritiker und Islamhasser ihre Stimme gegeben. Die Niederländer, die noch in den 90er Jahren gerne mit moralisch erhobenem Zeigefinger auf die ausländerfeindlichen Deutschen gezeigt hatten, sollten sich schämen.

Einziges Programm: Verteufelung des Islam

Dass das Land nie so tolerant und liberal gewesen ist, wie wir alle angenommen haben, ist längst bekannt, aber dass sich die Sympathie für eine rechtsextreme, ausländerfeindliche und zudem diffamierende Politik so lange hält, ist erschreckend. Natürlich wiegeln die moderaten Kräfte nun ab und verweisen auf die niedrige Wahlbeteiligung und auf das schwierige Gebilde Europa, dass den Niederländern Angst macht. Aber das ist noch lange kein Grund, einem kleingeistigen Patrioten hinterher zu hecheln, dessen politisches Programm nur daraus besteht, den Islam zu verteufeln.

In den Niederlanden haben sich fast 20 Parteien für einen Parlamentssitz in Straßburg beworben, darunter auch konservativ-liberale Traditionsparteien, die Europa kritisch gegenüberstehen. Die Euroskeptiker hätten durchaus demokratische Alternativen gehabt, haben sich aber für die undemokratische PVV entschieden. Liebe Nachbarn, ich bitte um Nachsicht, aber das ist hochgradig peinlich.

Nur tot wie Pim Fortuyn (Foto oben) oder Theo van Gogh sind sie zu ertragen, diese aufmüpfigen Niederländer, die keine Lust mehr haben, dem liberalen Klischee zu entsprechen. Dabei ist es nur das Klischee eines deutschen Untertanen aus Neigung, welches unterstellt, dass die Verteidigung der Freiheit engstirnig und intolerant sei. Das Gegenteil ist der Fall.

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» Henryk M. Broder: Der Spatz vom Wallraffplatz

(Spürnasen: Jürgen S., Alster)




Saudischer Hassprediger unter D-Polizeischutz

Abdallah Ibn JebreenAbdallah Ibn Jebreen, ein sehr einflussreicher saudischer „Gelehrter“ und Hetzer gegen die Schiiten, die er für Abtrünnige vom wahren Islam hält, ließ sich letzten Monat in der Berliner Charité behandeln (Foto). Nachdem ein Exil-Iraker ihn angezeigt hatte, wurde er sogar von der Berliner Polizei geschützt. Jetzt soll der Fall im Bundestag zur Sprache kommen.

Ibn Jebreen ist ein mächtiger und gefährlicher Mann:

Auch einer der Attentäter des 11. September 2001, Said al-Ghamdi, berief sich auf radikale Thesen Ibn Jebreens. Und irakische Schiiten glauben, Ibn Jebreens Rechtsgutachten hatten Anteil daran, dass junge Saudi-Araber als Selbstmordattentäter in den Irak gingen, um dort Schiiten zu töten.

Es gibt in Deutschland Anhänger Ibn Jebreens, die von den Sicherheitsbehörden genau beobachtet werden. Doch der Mann selber genoss während seines Krankenhausaufenthaltes deutschen Polizeischutz.

Irakischen und saudi-arabischen Medienberichten zufolge erhielt der schwer herzkranke Mann während seines Aufenthalts in der Charité sogar Besuch vom saudischen Botschafter.

Und nicht nur das: Nachdem ein Exil-Iraker Anzeige gegen ihn erstattete, weil er ihn für einen Förderer des Terrors hält, erhielt Ibn Jebreen sogar Personenschutz durch deutsche Polizisten.

Der Fall wirft Fragen auf, die schon jetzt die Justiz in Berlin und bald auch die Bundesregierung beschäftigen werden. Zum Beispiel die Frage, wie der Mann nach Deutschland einreisen konnte. Und ob dessen gute Beziehungen zum saudischen Königshaus dabei eine Rolle gespielt haben. Eine mittlerweile gegen Ibn Jebreen gestellte Anzeige und eine Anfrage an die Bundesregierung aus dem Parlament werden für ein Nachspiel sorgen.

Der Hassprediger soll mit Hilfe eines französischen Visums nach Deutschland gelangt sein. Dass die Einreise eines schwerkranken, Freundes des saudischen Königs unbemerkt über die grüne Grenze erfolgte, ist unwahrscheinlich. Man hätte in der Lage sein sollen, die Einreise des „Gelehrten“ zu verhindern. Mittlerweile soll Ibn Jebreen gemäß seiner Website wohlbehalten wieder zuhause angekommen sein.

(Spürnasen: Ben K., Kfir F. und x-raydevice)




Schweden: Mädchen werden abgetrieben

violence_women_200Wenn ein Kult mit Normen aus dem Zeitalter noch vor unserem Mittelalter und eine liberale Gesellschaft zusammentreffen, kann es unter Umständen zu einer Symbiose kommen, die den Durchschnittsmitteleuropäer sprachlos und ungläubig schockiert auf diesen Auswuchs blicken lässt. So geschieht es momentan in Schweden, wo liberale Abtreibungsgesetze schamlos missbraucht werden. Den Eltern wird die Möglichkeit gegeben, eine Abtreibung aufgrund des falschen Geschlechtes des Babys durchführen zu lassen.

Ein Recht, von dem vor allem Frauen aus Einwandererfamilien Gebrauch machen: „Wenn eine Frau schon drei oder vier Mädchen hat und aus der Türkei stammt, ist der Druck groß, einen Jungen zu bekommen“, wird ein Abtreibungsarzt zitiert. Sowohl in Schweden als auch in Norwegen leben starke muslimische Einwanderergruppen.

Lebenswertes Leben wird definiert über das Geschlecht – manchmal fehlen selbst uns die Worte, um solch menschenverachtende Praktiken beschreiben zu können.

(Spürnasen: Ben K. und Albert R.)




Christen übernahmen die griechische Philosophie

Philosoph Sokrates… die Muslime aber nicht. Meine Hauptthese in diesem Aufsatz ist die, dass das Christentum eine Art griechisch-römische Religion war, wie es der Islam niemals war oder sein könnte. Der Islam wurde außerhalb der griechisch-römischen Welt gegründet. Das Christentum wurde innerhalb dieser Welt gegründet und gewöhnte sich allmählich an die griechisch-römische Kultur. Das hatte einen langfristigen Einfluss darauf, wie die Anhänger dieser zwei Religionen das griechisch-römische Vermächtnis behandelten. Bevor ich das erkläre, lassen Sie mich zuerst etwas über die römische Zivilisation sagen und warum es für das Christentum möglich war, das römische Reich zu übernehmen.

Die Ergebnisse der römischen Architektur waren eindrucksvoll aber rein funktional. Berühmt wurden sie durch ihre Brücken, Aquädukte und vor allem wegen ihrer ausgezeichneten Straßen, von denen einige mehr als eintausend Jahre im Gebrauch waren oder blieben. In ihrer technischen Sachkenntnis übertrafen die römischen Architekten beiweitem diejenigen des klassischen Griechenlands: Sie führten den Bogen ein, die Kuppel, und das Gewölbe des Nahen Ostens, sie benutzten eine großen Vielfalt an Material und errichteten Strukturen von außergewöhnlicher Größe und Kompliziertheit. Und doch hatten römische Kunst und Architektur oft einen serienmäßig hergestellten Charakter und ihnen mangelte es häufig an echter Schönheit, wie man sie in früheren griechischen Arbeiten finden konnten. Wie Henry Bamford Parkes in seinem aufschlussreichen Buch „ Gods and Men – The Origins of Western Culture“ sagte:

„Roms ästhetischer Impuls war für eine weite Verbreitung nicht stark genug und je weiter man sich von den traditionellen Zentren der Zivilisation weg bewegte, desto rauer und gröber wurden die Künste und das Handwerk. Zu den Westprovinzen brachte Rom nur einen minderwertigen, offiziellen Stil mit, eine Art Vulgärversion, welche häufig von einem starken Abfall von den Standards gekennzeichnet war, die von der barbarischen Gesellschaft bereits vor der römischen Eroberung erreicht worden waren. Wenn man von den Zeugnissen der Kunstgeschichte ausgeht, bedeutete die römische Herrschaft die Zerstörung des Lebensfeingefühls und die Auferlegung einer vulgären und brutalen Gleichförmigkeit. Die keltischen Stämme Großbritanniens hatten zum Beispiel eine blühende Tradition der abstrakten Kunst entwickelt. Aber ‚mit der römischen Eroberung‘ (so erklärt eine neue Geschichte des römischen Großbritanniens), ‚kommt eine schnelle und unglückselige Änderung über den gesamten Geist der britischen Handwerksarbeit. Im [Kunst]geschmack beginnen die Standards der klassischen Kunst und die kommerzialisierte provinzielle Vielfalt dieser Abschwächung in einer abgeschwächten Reinform zu dominieren, also über den Geist von denjenigen, die die Mode einst einführten. In der Fertigung nehmen Massenprodukte den Platz des individuellen Designs und der Ausführung ein. Bis zum Ende des zweiten Jahrhunderts…. Auf jeder römisch-britischen Seite ensteht der Eindruck, der jedem Archäologen Alpträume bereitet… und zwar diese Hässlichkeit, die wie der Londoner Nebel die Dinge durchdringt.'“

Es gab einen beträchtlichen Vertrauensverlust in die traditionellen, an der Natur orientierten Religionen im städtischen römischen Reich, bereits vor dem Aufstieg des Christentums. Dieses religiöse Vakuum wurde im dritten Jahrhundert n.Chr. verstärkt, als eine politische, militärische und eine Wirtschaftskrise mit hoher Inflation große Unruhen verursachte und das Reich fast auseinander brach. Die politische Krise und das geistige Vakuum beschleunigten das Wachstum von alternativen Religionen und Philosophien, wie zum Beispiel dem Neo-Platonismus, Gnostizismus aber vor allem dem Christentum. Es ist kein Zufall, dass die schlimmste Christenverfolgung am Ende des vierten Jahrhunderts stattfand, kurz vor der offiziellen Annahme des Christentums durch den römischen Kaiser Konstantin dem Großen.

Wie Bamford Parkes richtig sagte,

„Eine Zivilisation sollte nicht allein deshalb verurteilt werden, weil sie daran gescheitert ist eine wichtige Kunst zu erzeugen, aber ein Mangel an künstlerischer Kreativität wird wahrscheinlich einen allgemeineren Misserfolg von Lebenskraft anzeigen. Es ist die Funktion der Kunst, menschliche Wahrnehmungen und Feingefühle zu schärfen, ein Bewusstsein der Werte und Bedeutungen mitzuteilen, die der menschlichen Erfahrung innewohnen, dadurch das Verstehen der Menschen untereinander zu bereichern und seine Aufnahmebereitschaft für die schönen Dinge zu erhöhen. Die Tatsache, dass eine Gesellschaft unfähig ist sich selbst auszudrücken, bedeutet, dass es sowohl an der Wahrnehmung der Wirklichkeit mangelt als auch an der Fähigkeit zur Anerkennung. Eine Gesellschaft ohne gute Kunst wird wahrscheinlich einer durchdringenden Langeweile, Sinnlosigkeit und Beklemmung erliegen und wird sich zur Anregung gewaltsame und moralisch schockierende Formen der Unterhaltung suchen. Nur ein Volk, das ohne jegliche ästhetische Empfindsamkeit, konnte solch eine Leidenschaft darin entwickeln Gladiatorenkämpfe zu beobachten. Der stärkste Eindruck den die Kunst des frühen Reiches vermittelte war der, dass sie das Produkt einer riesigen Langeweile war. Das ist die einfachste Erklärung für den Niedergang der römischen Zivilisation und mag wohl auch die Wahrscheinlichste sein.“

Die großartige Stadt Rom wurde im achten Jahrhundert v. Chr., gemäß der Legende im Jahr 753 v. Chr., von den Zwillingsbrüdern Romulus und Remus gegründet. Im Herzen Roms steht das riesige, als Kolosseum bekannte Amphitheater. Vollendet im Jahr 80 n.Chr. konnte es 50.000 Zuschauer aufnehmen. Es ist immer noch optisch eindrucksvoll und ähnelt modernen Sportarenen des einundzwanzigsten Jahrhunderts, außer dass die historischen Zuschauer keine Fußballspiele ansahen, sondern schreckliche Zweikämpfe zwischen Gladiatoren oder Wettkämpfe zwischen Menschen und Tieren. Das Wort ‚Gladiator’ für die Berufskämpfer des alten Roms kommt aus dem Lateinischen „der Schwertkämpfer“ (gladius bedeutet „Schwert“). Während die Ursprünge dieser Tradition nicht völlig klar sind, könnten die Wurzeln auf Begräbnisrituale der Etrusker zurückgehen, dieses Volk bewohnte Teile der italienischen Halbinsel vor den Römern und beeinflusste die römische Kultur. Gladiatorenkämpfe wurden in vielen Städten im Reich gezeigt und außerdem auch in Rom. Mit dem Auftieg des Christentums zur offiziellen römischen Religion kamen sie aus der Mode, aber der Niedergang war allmählich.

Auch die römische Politik war oft brutal. Caesar starb während einer Sitzung des Senats, indem er von Senatoren getötet wurde. Pompeius und Cicero starben gewaltsame Tode durch die Hände ihrer politischen Rivalen. Nach dem Ende der Republik wurden die Grausamkeiten der Kaiser Nero und Caligula Legende. Es gibt unleugbar eine dunkle Seite in einer Kultur, wenn Familien irgendwohin gehen, um zuzusehen, wie Menschen zum Vergnügen getötet werden. In diesem Fall, insbesondere wegen der weit verbreiteten römischen Sklaverei, war das Christentum bestimmt eine dauerhafte Kraft, obwohl es Menschen gab, die es dafür verantwortlich machten, zum Untergang des Reiches beigetragen zu haben. Der englische Historiker Edward Gibbon (1737-1794) besuchte oft gesellschaftliche Kreise von Leuten wie Voltaire und glaubte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht an eine organisierte Religion. Seine kritischen Bemerkungen über das Christentum in seinem kolossalen Werk „The History of the Decline and Fall of the Roman Empire“, das in sechs Bänden zwischen 1776 und 1788 veröffentlicht wurde, erschütterte viele seiner Zeitgenossen.

Gemäß Charles Murray,

„war die römische Republik auch ein Sklavenstaat und zwar in solch einem Ausmaß, das Gibbon schätzte, dass die Zahl der Sklaven derjenigen der freien Einwohner der römischen Welt zahlenmäßig überlegen gewesen war. Ein Vorschlag war, dass Sklaven ein kennzeichnendes Kleidungsstück tragen sollten, aber Gibbon vermerkte trocken, dass dies zurückgewiesen wurde, weil ‚man zu Recht begriff, dass es gefährlich sein könnte wenn man den Sklaven ihre wahre Anzahl mitteilen würde.‘ Römische Sklaverei war auch nicht human. Römische Herren konnten über das Leben ihrer Sklaven nach Wunsch verfügen und zögerten nicht, diese Macht zu benutzen. Wir wissen zum Beispiel, dass die Anzahl der Sklaven im Palast einer edlen römischen Familie ungefähr vierhundert Seelen zählte. Den Grund, dass wir diese Zahl so genau wissen ist, dass die römischen Archive einen Fall registrierten, in dem der Herr eines solchen Palastes ermordet wurde und die Haushaltssklaven ebenfalls ermordet wurden, weil sie es nicht schafften, seinen Mord zu verhindern – alle vierhundert.“

Es entstanden immer stärkere Bande zwischen dem römischen Staat und der christlichen Religion während des vierten Jahrhunderts bis schließlich in den Jahren 391 und 392 Theodosius, der letzte Kaiser des vereinigten römischen Reiches vor seiner Teilung, alle heidnischen Kulte verbat, sowohl öffentlich als auch privat. Das Gesetz konnte wahrscheinlich nicht streng durchgesetzt werden und es gab auch nicht so etwas wie eine einzelne „Verordnung von Theodosius“, der die heidnischen Tempel schloss, aber man kann zweifellos annehmen, dass der Anstieg des Christentums zur Abschaffung alternativer Religionen führte. Als Nichtchrist würde ich das Christentum gerne beglückwünschen zu den zahlreichen positive Beiträgen zu meiner Zivilisation, die dazu beigetragen haben die Sklaverei abzuschaffen und zu Europas künstlerischer und wissenschaftlicher Kultur. Wenn ich einen negativen Aspekt christlicher Lehren nennen müsste, würde es die Einführung einer Art lehrbuchmäßiger Intoleranz sein, die vorher dem römischen und europäischen Leben fremd war.

Dennoch, obwohl griechisch-römische Religionen unterdrückt wurden, waren die Christen bereit, viele griechische philosophische Konzepte und Ideen zu verwenden. Henry Bamford Parkes sagte dazu folgendes:

„…obwohl sich das Christentum einiges vom heidnischen Erbe geborgt hatte, nahm es nur das, was es in seine eigenen grundlegenden Doktrinen integrieren und sinnvoll ergänzen konnte und machte davon Gebrauch…….. Viel wichtiger war in der frühen Evolution des Christentums der Einfluss des klassischen, intellektuellen Erbes. Weil die in der hellenischen und römischen Weise des Denkens erzogenen Menschen umerzogen wurden, begannen sie die neuen Doktrinen in der Art und Weise umzuinterpretieren, an die sie gewöhnt waren. So wurde die christliche Theologie in der Sprache der griechischen Philosophie dargestellt, unter römischen Gesetzen. Vieles von der klassischen Tradition war der Bewahrung würdig und konnte mit der neuen Religion harmonisiert werden. Besonders bedeutend war die Assimilation des ganzen griechischen Konzepts der Naturgesetze besonders in seiner Stoischen Form durch das Christentum. Andererseits wurde das Christentum auch mit dem Platonischen Erbe verbunden, trotz der gravierenden Unähnlichkeiten zwischen dem was Jesus und Plato lehrten; davon und aus anderen Quellen erwarb es allmählich die Neigung zur Askese, der Leugnung der Welt und des Fleisches, was nicht Teil des ursprünglichen Evangeliums war und das dazu neigte, vieles von seiner ursprünglichen Bedeutung zu verdunkeln.“

Im vierten Jahrhundert konnte man die Entwicklung und Institutionalisierung des christlichen Mönchstums beobachten. Der Wunsch nach einem asketischen Leben ist in vielen religiösen Traditionen üblich; das christliche Mönchstum hatte wohl seine Wurzeln in der jüdischen Askese. Es gibt Beweise von christlichen Asketen aus einem frühen Zeitalter, Personen, die sich bemühten, dem Beispiel von Johannes dem Täufer oder Jesus Christus selbst zu folgen, die Zeiten der Einsamkeit und Wildheit in der Wüste verbracht hatte. Vor dem dritten Jahrhundert gab es eine bedeutende Anzahl solcher Asketen besonders in den Wüsten Ägyptens, wo sie die Wüstenväter genannt wurden. Der Gelehrte Timothy Gregory behandelt das Thema ausführlich:

„Der bekannteste der frühen Asketen ist Sankt Antonius (oder St Antonius, ca. 251-356), ein Ägypter, der in einer wohlhabenden Familie geboren wurde und all seinen Reichtum weggab, um dem klösterlichen Leben zu folgen. Die Lebensbeschreibung des St Antonius (geschrieben ca. 356-357) von Athanasios stellt charakteristische Details über sein asketisches Leben dar: Die Kämpfe von Antonius mit Dämonen und Wundern wurden zum Standard für alle Nachfolger, die asketisch leben wollten. Obwohl Antonius einige Anhänger anzog, lebten sie alle ein ausschließlich eremitisches (einsames) Leben, jeder Mönch lebte alleine, obwohl sie gelegentlich zusammen beteten, Gruppen unterrichteten und ermahnten. Pachomios (ca. 290-346, und ein Zeitgenosse von St Antonius) wird allgemein als einer der Hauptbeeinflusser in der Entwicklung des cenobitischen (kommunal) Mönchstums betrachtet. Er war Ägypter mit heidnischen Eltern, die auf Christen stießen während sie in der römischen Armee dienten. Sie konvertierten zum Christentum und schlossen sich dann dem asketischen Leben an um ca 315 n. Chr. Vielleicht wegen seiner Erfahrung mit der Organisation der römischen Armee bemühte sich Pachomios, mehr Struktur ins klösterlichen Leben zu bringen und er organisierte seine vielen Anhänger in verschiedenen Kommunalklöstern, neun für Männer und zwei für Frauen.“

Die ersten christlichen Klöster entstanden in Ägypten vor dem Jahr 320, aber ihre Zahl wuchs schnell und sie breiteten sich in den anderen Gebieten des Reiches aus. Gemäß der Legende wurde Pachomius gezwungen, sich der römischen Armee gegen seinen Willen anzuschließen, aber es ist sehr wichtig, diese enge Verbindung zwischen der römischen Militärdisziplin und einer Einrichtung zu sehen, die sich als sehr einflussreich in der christlichen und europäischen Geschichte erweisen sollte. In der poströmischen Periode war die bekannteste Einrichtung, die in Westeuropa überlebte, die römische Kirche. Die Kirche hatte jahrhundertelang ein faktisches Monopol über die schriftliche Kommunikation und sein Netz von Klöstern war die einzige Bildungseinrichtung, mindestens 90 Prozent der des Lesens und Schreibens kundigen Männer wurden zwischen 600 und 1100 dort unterrichtet. Ronald J. Deibert schreibt in seinem Pergament, Druck, und Hypermedien:

„Wie Cantor erklärt, hat ‚ der Papst nur mit halbem Bewusstsein gearbeitet, als er das römische Bischofsamt zum Nachfolger des römischen Staates im Westen machte.‘ Leos [Leo I, Papst 440-461 n.Chr.] bekanneste ideologische Arbeit wurde durch das Wachstum eines des Lesens und Schreibens kundigen klösterlichen Netzes ergänzt, das sich allmählich in Westeuropa ausbreitete.Während des Reichszerfalls konvertierten viele Aristokraten zum Christentum, indem sie der Kirche ihre literarische Ausbildung und ihren Respekt für die Bewahrung des geschriebenenWortes des späten Altertums übertrugen….. Aber die Verehrung und Bewahrung des Wortes, das von ehemaligen römischen Aristokraten allmählich weiter getragen wurde, verschmolz mit den Methoden des Mönchstums, indem die Kirche zu einer Insel der Lese- und Schreibkundigkeit in einer sonst mündlichen Kultur wurde. In den Wörtern Cantors: ‚Die lateinische Kirche wurde vor dem Erlöschen bewahrt und damit auch die europäische Zivilisation und zwar von zwei kirchlichen Einrichtungen, die allein die Kraft und Leistungsfähigkeit hatten, um der Prägung des sie umgebenden Barbarismus zu widerstehen: der geregelte Klerus (d. h. die Mönche) und das Papsttum.'“

Die Tatsache, dass das christliche Mönchstum in Ägypten entstand, sollte uns daran erinnern, dass in seinen frühen Phasen das Christentum in erster Linie eine römische Religion, nicht ein europäische war. Sie war im nördlichen Afrika gut etabliert und verfügte sogar über Kontakte mit ägyptischen Christen in Äthiopien, im sub-saharischen Afrika fast eintausend Jahre bevor die letzten Heiden Litauens und das Baltikum in Nordeuropa die Religion akzeptierten. Erst nach den moslemischen Eroberungen des siebten Jahrhunderts, als das nahöstliche und nördliche Afrika unter islamische Herrschaft geriet, rückte das Zentrum der christlichen Zivilisation entscheidend zum europäischen Kontinent hin.

Der heilige Augustin oder Augustinus von Hippo (354-430 n.Chr.) war im römischen nördlichen Afrika geboren worden und starb dort, wo jetzt Algerien ist. Er konvertierte zum Christentum im Jahr 386, nachdem er eine einflussreiche Lebensbeschreibung des heiligen Antonius gelesen hatte. Augustinus schrieb seine berühmteste Arbeit, „Die Stadt Gottes ,“ als Antwort auf den Fall Roms durch Alarich und seine Westgoten im Jahr 410. Das war das erste Mal, dass Rom von Außenseitern eingenommen worden war, nachdem dies die Gallier im Jahr 387 v. Chr. schon getan hatten und der Fall „der ewigen Stadt“ erschütterte offensichtlich die römische Welt in dieser Zeit.

Viele Juden widerstanden der Hellenisierung. Nach Nicholas Ostler,

„blieb Aramäisch die beherrschende Sprache in Palästina, mit Hebräisch, das auf den liturgischen Gebrauch beschränkt war und dem Griechischen, das interessanterweise beschränkt wurde auf eine Rolle im mehr kosmopolitischen Aspekt des Judentums und auf solche Nebenprodukte wie die Christen. Aber nach den Gesetzen der Apostel Kapitel 2, grafische Beschreibungen, konnte jede im römischen Reich noch gesprochene Sprache in den Straßen Jerusalems zur Zeit des Passah-Festes gehört werden. Griechische Texte der hebräischen Bibeln wurden tatsächlich von Ptolemäus II, dem zweiten in der griechischen Dynastie der über Ägypten nach dem Tod Alexanders herrschte, in Auftrag gegeben (er herrschte von 308-246 v. Chr.). Über den Prozess, durch den das erreicht wurde, wird in einigen legendären Hinzufügungen im Alexandrinischen ‚Brief von Aristeas’ ausführlich berichtet. Wie auch immer die wahren Details waren, der griechische Septuagint (der lateinische Name für die zweiundsiebzig Gelehrten, die von Jerusalem vermutlich aufgefordert wurden, um daran zu arbeiten), wurde zu einem grundlegedne Text der Bibel, er wurde von Juden außerhalb Palästinas, sowie von der späteren christlichen Bewegung weiterhin verwendet. Griechisch wurde deshalb das Transportmedium für eine Hauptkultur außerhalb seiner eigenen Traditionen, befreit von Assoziationen einer athenischem eleutheria ( oder heute makedonischer Herrlichkeit), und wurde dadurch gewissermaßen zu einer säkularisierten Sprache.“

Philo Judaeis oder Philo von Alexandrien (ca. 15 v.-Chr.- ca. 50 n.Chr.) war ein hellenisierter Jude, der auf Griechisch schrieb, aber wenig Hebräisch konnte und wohl einen größeren Einfluss auf Christen hatte als auf Juden. Er wird häufig als der Initiator der Dienerinnnen Tradition betrachtet, einer Idee, dass weltliche Disziplinen wie die griechische Naturphilosophie verwertet werden konnten, um biblische Theologie zu verstehen und zu erklären. Diese Einstellung wurde von Augustin und von vielen Kirchenvätern übernommen, die sie zu einer angesehenen, sogar wesentlichen Idee für christliche Autoren machten, um griechische Philosophie und Wissenschaften zu studieren, da man dachte, dass diese zur Förderung des Christentums beitragen würden. Während sie zugegebenermaßen manchmal das Studium der griechischen heidnischen Gedanken entmutigten um der eigenen Sache willen, verurteilten sie die gesamte weltliche Literatur nicht. Das sollte sich für die Zukunft als bedeutend erweisen.

Die Geburt von Jesus von Nazareth wurde von seinen Anhängern als Hauptwendepunkt in der menschlichen Geschichte betrachtet, welches der Grund dafür ist, warum der christliche Kalender auf seinem (angeblichen) Jahr der Geburt beruht. Anno Domini (lateinisch: Im Jahr (Unseres) Herrn) wird abgekürzt zu n.Chr., wohingegen v. Chr. bedeutet vor Christi Geburt im Julianischen oder ägyptischbeeinflussten römischen Kalender und später in der modifizierten Gregorianischen Version dieses Kalenders. Der Gregorianische Kalender ist, nach der europäischen Kolonial Expansion, als allgemeine Basis angenommen worden. Weil er einer christlichen Weltsicht tief verbunden ist, ziehen es heute einige Gelehrte vor, die vermutlich neutralere Christliche Zeitrechnung oder „CE“ statt „n. Chr.“ und „BCE“ oder „Vor der Christlichen Zeitrechnung statt „v. Chr.“ zu verwenden, aber ich habe in erster Linie die traditionellen Abkürzungen verwendet, als ich dies schrieb.

Der Theologe und Mathematiker Dionysius Exiguus schuf die christliche Chronologie, die zurzeit im Gebrauch ist, ungefähr 525 n. Chr. auf Bitte des Papstes und sein Gebrauch verbreitete sich durch seine Ostertische. Da das Konzept der Zahl Null in dieser Zeit noch nicht bekannt war (es wurde von Indien einige Jahrhunderte später importiert), gibt es kein Jahr Null in diesem Schema; dem Jahr 1 v. Chr. folgt direkt das Jahr 1 n. Chr. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Dionysius Exiguus die Geburt von Jesus Christus falsch datierte.

Wir glauben heute, dass Jesus von Nazareth kurz vor unserem gegenwärtigen Zeitalter, vielleicht in den Jahren 4 oder 6 v. Chr. geboren wurde. Die meisten kritischen Gelehrten akzeptieren, dass Jesus in Jerusalem im oder um das Jahr 30 n. Chr. gekreuzigt wurde während er noch in seinen dreißiger Jahren war, auf Anordnung des römischen Präfekten von Judaea, Pontius Pilatus wegen einer Anklage zur Aufwiegelung gegen das römische Reich. Pilatus, den man aus anderen historischen Quellen als unbarmherzigen Mann kannte, sah wahrscheinlich Jesus als einen potenziellen Unruhestifter an und verurteilte ihn deshalb zum Tode. Dennoch dachte er anscheinend nicht daran, dass die Anhänger von Jesus eine militärische Drohung einsetzen könnten, er hätte zweifellos auch deren Hinrichtung gefordert. Nach seinem Tod wurde Jesus ‚Jesus Christus’ genannt, ein Titel der auf das griechische Wort Christos zurückzuführen ist, welches die Übersetzung für den hebräischen Begriff Messias „der Gesalbte“ war.

Obwohl er anscheinend in Bethlehem geboren wurde, war Jesus ein Galiläer aus Nazareth und der Sohn von Maria, jedenfalls für Christen, die an die Göttlichkeit von Jesus und die jungfräuliche Geburt der Jungfrau Maria glauben. Sein irdischer Vater Joseph war ein Zimmermann und gemäß Markus 6:3 wurde auch Jesus ein Zimmermann. Die wichtigsten Quellen bezüglich seines Lebens sind die Evangelien des Neuen Testaments der christlichen Bibel, das Alte Testament, war die christliche Bezeichnung für die jüdischen Schriften und die hebräische Bibel, die noch heute als gültig betrachtet werden. Die Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas stimmen eng überein und werden die Synoptischen Evangelien genannt, wohingegen sich das Evangelium von Johannes von den drei anderen sehr unterscheidet. Aus der Periode der Post-Aufklärung, insbesondere von den deutschen Gelehrten Ende des neunzehnten Jahrhunderts, erhalten wir eine andere Tradition der kritischen Gelehrsamkeit, die die Evangelien aus einer historischen und kritischen Perspektive sieht.

Jesus wird häufig als Gründer des Christentums dargestellt auf dieselbe Weise wie Mohammed der Gründer des Islams war. Beide Männer waren von bescheidener Herkunft und hatten einen riesigen Einfluss auf die Weltgeschichte, aber das sind auch die einzigen Parallelen zwischen beiden. Jesus ist nicht die Entsprechung von Mohammed, der behauptete ein Bote zu sein, der den Koran, das Wort seines Gottes Allah der Menschheit brachte. Im Christentum ist Jesus selbst die Nachricht, das Fleisch gewordene Wort und die Evangelien sind begeisterte Texte über ihn. Das Konzept der Dreieinigkeit, mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist als die drei Manifestationen desselben Gottes, ist im Islam undenkbar, genauso wie die Idee, dass Gott einen Sohn hatte, der von einer menschlichen Mutter geboren wurde um für die Sünden und Erlösung der Menschheit zu sterben. Während diese theologischen Unterschiede groß sind, entstammt der unterschiedliche praktische Einfluss der beiden Religionen in erster Linie der Tatsache, dass sowohl die Persönlichkeit als auch die Lehren der Gründer radikal verschieden waren, genauso wie es die politischen Verhältnisse waren, in denen der Glaube historisch entstand.

Gemäß islamischen Quellen plünderten Mohammed und seine Anhänger ihre Nachbarn aus und töteten einige ihrer Kritiker. Jesus und seine Apostel taten nie irgendetwas in der Art. Während der Islam eine große Weltreligion wurde, weil Mohammed und seine Nachfolger ein riesengroßes Reich gewaltsam unterwarfen, wurde das Christentum zu einer Weltreligion, indem es langsam ein bereits bestehendes Reich, das römische Reich, von innen heraus überwand. Es wäre dem römischen Präfekten Pontius Pilatus zweifellos lachhaft erschienen wenn ihm jemand erzählt hätte, dass die Anhänger dieses Mannes das römische Reich ungefähr drei Jahrhunderte später nachdem er die Hinrichtung von Jesus von Nazareth befahl, kontrollieren würden, denn das ist genau das, was dann geschah. Auf viele Weisen begründete dies noch unwahrscheinlichere und faszinierendere Ereignisse, als dasjenige, dass die Araber es schafften, das byzantinische und persische Reich zu erobern, nachdem diese einander durch einen Krieg gegenseitig erschöpft hatten

Dieses innerhalb eines griechisch-römischen politischen und kulturellen Zusammenhangs allmählich gebildete Christentum, hatte einen riesigen Einfluss auf seine Entwicklung. In einigen Fällen war es eine klare Erweiterung des Judentums; zum Beispiel nahmen die Christen die komplette hebräische Bibel als ihre eigene an, einschließlich der Zehn Gebote. Während sich viele jüdische Moralideen ohne einen griechisch-römischen Präzedenzfall fortsetzten und sich durch das Christentum ausbreiteten, entweder direkt oder in einer veränderten Form, fügten die Christen einige neue, eigene Ideen hinzu und nahmen andere von ihrer griechisch-römischen Umgebung an. Die christliche Betonung der bildenden Künste und Skulpturen als ein Mittel der Anbetung hatte zum Beispiel ganz klar wesentlich mehr mit der griechisch-römischen Tradition zu tun als mit der jüdischen.

Die wichtigste Sprache der palästinensischen Juden seit dem Zeitalter der assyrischen und persischen Reiche war das Aramäische; bereits zur Zeit von Jesus war das Hebräische auf den religiösen Gebrauch beschränkt. Jedoch konnten jüdische Händler wahrscheinlich etwas Griechisch und seit den Eroberungen von Alexander dem Großen war auch das Koinegriechisch in der Region weithin verwendet worden. Griechisch blieb eine inoffizielle erste oder zweite Sprache im römischen Reich besonders in den Ostgebieten. Unter den so genannten Schriftrollen des Toten Meeres waren die meisten auf Hebräisch, einige in Aramäisch und andere in Koinegriechisch geschrieben.

Als junger Jude war die Hauptsprache von Jesus wahrscheinlich Aramäisch, aber er kann auch mit Hebräisch, der Sprache der hebräischen Bibel und einer Semitischen mit dem Aramäischen nah verbundenen Sprache gut vertraut gewesen sein. Es ist auch möglich, dass er fähig war in Koinegriechisch zu sprechen, obwohl die Details seiner Sprachkenntnisse unter kritischen Gelehrten diskutiert werden. Dennoch ist es denkbar, dass der Gründer des Christentums Griechisch sprach. Wir können eigentlich sicher sein, dass Mohammed, wenn es ihn tatsächlich gab, kein Griechisch sprach, und auch keiner seiner prominenten Anhänger, unmittelbaren Nachfolger oder diejenigen, die als erste das Islamische in gesetzliche Doktrinen formulierten. Im Gegensatz dazu wissen wir mit absoluter Gewissheit, dass Paulus das Christentum stärker gestaltete als jede andere Person außer Jesus selbst, und auch er war des Griechischen mächtig, so wie es viele der frühen christlichen Führer waren.

Der heilige Paulus oder Paulus der Apostel (gestorben ca. 64 n. Chr.), war ein griechisch sprechender Jude aus Kleinasien und ein Zeitgenosse von Jesus von Nazareth. Die Hälfte des Neuen Testaments stammt von Paulus und den Leuten, die er beeinflusste. Seine Briefe wurden in Koine oder „allgemeinem“ Griechisch aber nicht im literarischen Griechisch des wohlhabenden Philo Judaeus von Alexandria geschrieben. Paulus war ein Zeltmacher und könnte das Evangelium verbreitet haben während er arbeitete. Der heilige Petrus (gestorben ca 64 n.Chr.) war ein galiläischer Fischer, der als ein Apostel von Jesus am Anfang seiner Predigerzeit bezeichnet wurde. Anders als Petrus war Paulus nicht einer der Zwölf Apostel und hat Jesus nie persönlich getroffen. Paulus selbst erzählte von sich, dass er die frühen Anhänger von Jesus verfolgte, bis er eine Vision von einem wieder belebten Jesus auf der Straße nach Damaskus erfuhr. Er ging später nach Jerusalem, um sich mit den wichtigsten Aposteln bekannt zu machen. Petrus wurde der Hauptapostel für Juden und Paulus für Nichtjuden.

Die konvertierten Nichtjuden von Paulus mussten sich aber nicht beschneiden lassen und wurde keine Juden, sondern etwas Neues. Paulus sprach sehr positiv vom Zölibat und beharrte auf der Pflicht zum Gehorsam gegenüber weltlichen Herrschern. In seinem Brief an die Römer 13,2-7 behauptete er, dass, „wer auch immer sich der Autorität widersetzt, widersetzt sich dem, was Gott ernannt hat und diejenigen die sich widersetzen, werden geurteilt werden.“ In späteren Zeiten wurde diese Passage verwendet, um die Doktrin des Gottesrechts der Könige zu unterstützen, bis diese Doktrin schließlich von Aufklärungsphilosophen wie John Locke infrage gestellt wurde. Gemäß der christlichen Tradition wurden Paulus und Petrus in Rom hingerichtet, vermutlich als Teil einer Gruppe von Christen, wie dies vom römischen Kaiser Nero im Anschluss an das große Feuer in jener Stadt befohlen wurde.

Die Beziehung zwischen dem römischen Staat und der neuen Religion war zugegebenermaßen, ziemlich kompliziert. Eine Anzahl der ersten Christen, beginnend mit Jesus selbst und vielleicht noch mit Paulus und Petrus, wurden von römischen Behörden hingerichtet. Und doch, schließlich konnte man mit einigem Recht fordern, dass das Christentum eine römische Religion wurde. Das Christentum mag ein jüdisches Kind gewesen sein, aber es wurde ins römische Reich hinein geboren und wuchs innerhalb einer griechisch-römischen Umgebung auf und durchlief einen Prozess, in dem viele Aspekte dieses Erbes assimiliert wurden, vom weltlichen römischen Gesetz bis hin zu einem griechisch- philosophischen Vokabular aber auch das griechische künstlerische Vermächtnis wurde assimiliert. Tatsächlich kam das griechisch-römische Vermächtnis für diejenigen von uns, die in den Teilen Europas leben, die nie ein Teil des römischen Reiches waren, als ein Gesamtpaket zusammen mit dem Christentum, so eng hatten sich die beiden ineinander verflochten.

Ich stimme nicht mit allem überein, was der Gelehrte L. Carl. Brown in seinem Buch Religion und Staat geschrieben hat, weil ich glaube, dass sich der Islam mit seiner Doktrin vom Jihad von Judentum und Christentum und tatsächlich auch von jeder anderen Hauptreligion unterscheidet. Jedoch ist es wahr, dass es einige Gemeinsamkeiten gibt. Paulus übernahm das weltliche römische Gesetz statt des jüdischen religiösen Gesetzes, das alle Aspekte des Lebens regelt:

„Im Islam wie im Judentum liegt ein Schwerpunkt auf der Gesetzgebung. Beide religiösen Systeme haben ein umfassendes religiöses Rechtssystem konzipiert, das alle Aspekte der Beziehungen der Personen untereinander und die Beziehung der Personen zu Gott regelt. Alles wird in Betracht gezogen und im Detail dargelegt – Zeiten des Gebets, Nahrungsmittel, die gegessen werden können und die Art und Weise des rituellen Schlachtens von Tieren, die Almosenspende, das Erbe und sogar solche geringfügigen Details wie der Gebrauch eines Zahnstochers. Die Betonung des religiösen Gesetzes, sowohl im Islam als auch im Judentum soll mit dem christlichen Konzept der Befreiung vom Fluch des Gesetzes (Galater 3:13) und der Rechtfertigung durch den Glauben allein, kontrastierend gegenübergestellt werden, all das als besonderer theologischer Beitrag des hl. Paulus.“

In seinem Buch „The West and the Rest: Globalization and the Terrorist Threat“ , erklärt der englische konservative Philosoph Roger Scruton, wie das Christentum von Anfang an im römischen Reich „einige der Ideen der Reichsregierung verinnerlichten,“ vor allem das Konzept der Gesetze, das mehr römisch als jüdisch war. Römische Gesetze waren weltlich, unabhängig von dem religiösen Status der Person und konnten sich anpassen als Antwort auf sich ändernde Umstande; seine Gültigkeit entstammte allein der Tatsache, dass es nur der Macht des Souveräns unterstand und gegen jeden fremden Einfluss geschützt wurde. „Dieses Gesetzeskonzept ist vielleicht die wichtigste Kraft im Entstehen europäischer Formen der Souveränität.“ Das Römische Gesetz wurde als eine universale Rechtsprechung konzipiert und das Christentum wurde als eine universale Kirche konzipiert:

„Der hl. Paulus, der die asketische und selbstverleugnende Religion von Christus in eine organisierte Form der Anbetung umgestaltete, war ein römischer Bürger, der im Gesetz versiert war, und der die frühe Kirche durch die gesetzliche Idee der universitas oder der Gemeinde gestaltete. Die Kirche des Paulus wurde nicht als ein souveräner Körper entworfen, sondern als universaler Bürger, zum Schutz der weltlichen und kaiserlichen Macht, aber ohne Anspruch, jene Macht als die Quelle der gesetzlichen Ordnung zu ersetzen. Das entspricht der eigenen Vision von Christus; in seinem Gleichnis über das Steuergeld wird die öffentliche Rechtsprechung von Caesar der inneren Autorität der Religion stillschweigend gegenübergestellt, die persönliche Beziehung zwischen der Person und dem Gott regelnd: ‚Geben Sie deshalb Caesar die Dinge, die Caesar sind; und dem Gott die Dinge, die Gottes sind (Matthäus 22,21) .’ Und das hebt sich radikal vom Visionssatz den der Koran vorgibt ab, gemäß dem Glauben, dass die Souveränität von Gott und seinen Propheten abhängt und die gesetzliche Ordnung im Gottesbefehl begründet ist. Dieser christliche Ansatz wurde durch den hl. Augustinus in „Die Stadt Gottes“ entwickelt und durch die Schäferregel des hl.Gregor im fünften Jahrhundert bekräftigt, der die Pflicht des zivilen Gehorsams dem Klerus auferlegte.“

Nach Roger Scruton ist

„die westliche Zivilisation aus Gemeinschaften zusammengesetzt, die durch einen politischen Prozess geeint werden und durch die Rechte und Aufgaben des Bürgers, die durch diesen Prozess definiert wurden. Paradoxerweise ist es die Existenz dieses politischen Prozesses, der es uns ermöglicht, ohne Politik zu leben. Indem man sich dem Geschäft der Regierung und definierten Institutionen ausgeliefert hat, die erfolgreich von den Menschen besetzt wurden, die die Diener und nicht die Herren von denjenigen sind, die sie gewählt haben, können wir uns nun den Dingen widmen, die wirklich für uns wichtig sind – unsere privaten Interessen, persönlichen Vorlieben und sozialen Eigenheiten, in denen wir unsere Befriedigung finden. Politik macht es mit anderen Worten möglich, Gesellschaft vom Staat zu trennen, indem Politik aus unserem privaten Leben entfernt wird. Wo es keinen politischen Prozess gibt, kommt diese Trennung nicht vor. In einem totalitären Staat oder unter einer militärischen Zwangsherrschaft ist alles ganz politisch, weil es nichts anderes gibt …. Der politische Prozess ist eine Errungenschaft – und zwar diejenige, die in jenen Teilen der Welt wo römisches Gesetz und christliche Doktrin keine Spuren hinterlassen haben, nicht vorgekommen sein könnten bzw. nicht vorgekommen sind. Auch heute werden die meisten Gemeinschaften auf andere Weisen zusammengehalten – durch die Stammeszugehörigkeit, durch die Religion, oder gewaltsam.“

Der Begriff eines „allgemeinen abrahamitischen Monotheismus“ ist irreführend. Ein vergleichendes Lesen der Evangelien und des Korans macht offensichtlich, dass Christen und Moslems nicht denselben Gott anbeten, trotz dahin gehender Forderungen von Moslems und einiger nichtmoslemischer Apologeten. Jesus weigerte sich eine ehebrecherische Frau zu bestrafen und sie zu steinigen, indem er feststellte, dass derjenige, der ohne Sünde sei, den ersten Stein werfen sollte (Johannes 8:7). Im Gegensatz dazu hieß Muhammad die Steinigung gut. Juden übten einst die Steinigung als Strafe aus, aber sie sind schon lange dazu in der Lage sich von solchen grausamen Methoden zu distanzieren, wohingegen das Steinigen noch im einundzwanzigsten Jahrhundert von einigen moslemischen Gruppen ausgeübt wird.

In der islamischen Welt wurde die griechische Naturphilosophie nie völlig akzeptiert und was anfänglich akzeptiert gewesen war, wurde größtenteils von dem äußerst einflussreichen Theologen al-Ghazali (1058-1111) ungültig gemacht. Er betrachtete die Naturphilosophie als eine Gefahr für den Islam und war sogar skeptisch gegenüber dem Konzept des mathematischen Beweises, einem der wichtigsten und einzigartigsten Beiträge der alten griechischen Gelehrsamkeit zur modernen Welt. Edward Grant erklärt in seinem sehr gut recherchierten Buch „Science and Religion, 400 B.C. to A.D. 1550: From Aristotle to Copernicus“:

„[Al-Ghazali] schloss die mathematischen Wissenschaften in die Gruppe der philosophischen Wissenschaften (d. h., Mathematik, Logik, Naturwissenschaft, Theologie oder Metaphysik, Politik, und Ethik) ein und beschloss, dass ein Student, der diese Wissenschaften studierte, mit ‚dem Bösen und der Verderbtheit der Philosophen angesteckt würde. Es gibt wenige, die sich diesen Studien widmen, die nicht der Religion beraubt werden und der Zaum der göttlichen Angst wird von ihren Köpfen entfernt (Watt 1953, 34). In seiner großen philosophischen Arbeit,’ Die Inkohärenz der Philosophen’, greift al-Ghazali die antike Philosophie, besonders die Ansichten von Aristoteles an. Er tut dies, indem er die Ideen von al-Farabi und Avicenna, der beiden wichtigsten islamischen philosophischen Kommentatoren von Aristoteles, kritisiert. Nachdem er ihre Meinungen aufgrund von zwanzig philosophischen Problemen kritisierte, einschließlich der Ewigkeit der Welt, dass Gott nur das Universale und nicht die Einzelheiten weiß und dass Körper nicht wieder belebt werden können nach dem Tod, erklärt al-Ghazali: ‚Alle diese drei Theorien stehen in einem gewaltigen Gegensatz zum Islam. An sie zu glauben, bedeutet den Propheten der Lüge zu bezichtigen und ihre Lehren als ein heuchlerisches falsches Bild anzusehen, welches geschaffen wurde, um an die Massen zu appellieren. Und das ist offensichtliche Gotteslästerung, die keine moslemische Sekte unterschreiben würde (al-Ghazali 1963, 249).“

Wie Ibn Warraq in seinem modernen Klassiker, ‚Warum ich kein Moslem bin’ zusammenfasst,

„ging der orthodoxe Islam siegreich aus der Begegnung mit der griechischen Philosophie hervor. Der Islam wies die Idee zurück, dass man die Wahrheit alleine mit menschlichem Verstand und ohne Unterstützung erreichen könnte und fand sich mit dem unreflektierten Komfort der vermeintlich höheren Wahrheit der Gotteserscheinung ab. Wie auch immer man sich dafür entscheidet, wohin man das Datum dieses Sieges des orthodoxen Islams legen mag (vielleicht im neunten Jahrhundert mit der Konvertierung von al-Ashari, oder im elften Jahrhundert mit den Arbeiten von al-Ghazali) so ist es, wie ich glaube, eine unvorstellbare Katastrophe für alle Moslems, tatsächlich die ganze Menschheit gewesen.“

Es ist wahr, dass mehrere griechische Arbeiten ins Arabische übersetzt wurden, insbesondere im neunten Jahrhundert als eine Gruppe genannt Mu’tazilites ohne anhaltenden Erfolg versuchte, das Islamische mit der Logik zu versöhnen. Sie haben einen modernen Ruf als Freidenker gewonnen, aber Ibn Warraq schreibt:

„Jedoch ist es heute klar, dass die Mu’tazilites in erster Linie Moslems waren, die umgeben waren von islamischen Ideen und die durch religiöse Sorgen motiviert wurden. Es gab kein Zeichen eines absolut befreiten Denkens, oder einen Wunsch, wie [der ungarische Orientalist] Goldziher sagte, ‚sich reibende Fesseln abzuwerfen’, die der streng orthodoxen Ansicht vom Leben nachteilig waren. Außerdem waren sie weit davon entfernt, ‚liberal zu sein‘ und erwiesen sich als außerordentlich intolerant, sie waren am Mihna, der moslemischen gerichtlichen Untersuchung unter den Abbasiden beteiligt. Trotzdem sind die Mu’tazilites wichtig, da sie griechische philosophische Ideen in die Diskussion von islamischen Lehrsätzen eingeführt haben.“

Ibn Rushd (Averroes) wurde im zwölften Jahrhundert geboren in Córdoba, Spanien (Andalusien). Er hatte verhältnismäßig progressive Ansichten über Frauen und stand Schwierigkeiten wegen seiner freidenkerischen Ansichten gegenüber, aber er war auch ein Jurist des Sharia Rechts und arbeitete als islamischer Richter in Sevilla. Er unterstützte die traditionelle Ansicht, die noch im einundzwanzigsten Jahrhundert von den wichtigsten Gelehrten von der Todesstrafe für Personen, die den Islam verlassen wollten, geteilt wurde:

„Ein Apostat…muss nach der allgemeinen Übereinkunft über die Menschen gemäß der Worte des Propheten, getötet werden, ‚ ermordet diejenigen, die ihren Lärm [Religion] wechseln‘ …die Frage ob der Renegat seine Meinung ändert um zu bereuen, war eine Bedingung………..die vor seiner Exekution gestellt werden musste.“

Dennoch erinnert man sich an Ibn Rushd hauptsächlich wegen seiner Versuche die aristotelische Philosophie und den Islam in Einklang zu bringen. Gemäß Ibn Warraq hatte er einen großen Einfluss auf die lateinischen Wissenschaftler des dreizehnten Jahrhunderts, jedoch „hatte er überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung der islamischen Philosophie. Nach seinem Tod wurde er in der islamischen Welt praktisch vergessen.“ Philosophie im Allgemeinen trat den dauerhaften Niedergang an. Einer der Gründe dafür waren die Schriften von al-Ghazali, der behauptete, dass vieles in der griechischen Philosophie logisch zusammenhanglos sei und eine Beleidigung des Islam darstelle. Die Versuche von Averroes al-Ghazali zu widerlegen, wurden ignoriert und vergessen.

Al-Ghazali, dessen Einfluss nicht überschätzt werden kann, war ein tief orthodoxer Moslem in Bezug auf manche Dinge wie z.B. des Gebrauches von Gewalt gegen Nichtmoslems. Hier ein Zitat über die Wichtigkeit des Jihad:

„Man muss mindestens einmal jährlich auf einen Jihad gehen [d. h., kriegerische Razzien oder Überfälle] … Man kann ein Katapult gegen sie [Nichtmoslems] verwenden, wenn sie in einer Festung sind, selbst wenn unter ihnen Frauen und Kinder sind. Man kann sie in Brand setzen und/oder sie ertränken… Wenn eine Person der ahl al-kitab [Leute des Buches] versklavt wird, wird seine Ehe [automatisch] widerrufen… Man kann ihre Bäume fällen… Man muss ihre nutzlosen Bücher zerstören. Jihadisten können als Beute alles nehmen was sie möchten… Sie können soviel Essen stehlen, wie sie brauchen.“

Ein anderer moslemischer Gelehrter, der prominente Nordafrikanische Historiker Ibn Khaldun, hatte eine ähnliche, traditionelle Ansicht zum Jihad und teilte den tiefen Argwohn gegen die Philosophie. Edward Grant:

„Sogar ein solch erleuchteter Autor wie Ibn Khaldun (n. Chr. 1332-1406) war feindlich gegenüber der Philosophie und den Philosophen eingestellt. Auf der Grundlage seiner großen Einführung in die Geschichte (Muqaddimah) wird Ibn Khaldun als der erste Historiker betrachtet der eine Weltgeschichte schreiben konnte. Franz Rosenthal sagte dazu folgendes: ‚Der Muqaddimah war tatsächlich der erste groß angelegte Versuch, die Gruppenbeziehungen zu analysieren, die die menschlichen, politischen und sozialen Organisationstrukturen auf der Grundlage von psychologischen und Umweltfaktoren (Rosenthal 1973, 321) regeln. Obwohl er ein brillanter Historiker war, schloss Ibn Khaldun ein Kapitel in die Muqaddimah mit dem Titel ‚Eine Widerlegung der Philosophie’ mit ein: ‚Die Korruption der Studenten der Philosophie‘ (Ibn Khaldun 1958, 3:246-258). In diesem Kapitel verurteilt Ibn Khaldun die Meinungen der Philosophen als falsch und verkündigt seinen muslimischen Gefährten, dass ‚die Probleme der Physik von keiner Wichtigkeit für uns sind, weder in unseren religiösen Angelegenheiten noch für unser tägliches Leben. Deshalb müssen wir sie (Ibn Khaldun 1958, 3:251-252) weglassen’. Er betrachtete das Studium der Logik als gefährlich für die Gläubigen es sei denn, dass sie so tief in den Qur’an und die moslemischen religiösen Wissenschaften verwurzelt wurden, dass sie gegen diese Methoden gestärkt sind.

In meinem Online essay ‚The West, Japan, and Cultural Secondarity’ bespreche ich die Ideen des französischen Denkers Rémi Brague aus dem Buch „ Eccentric Culture: A Theory of Western Civilization“. Er behauptet, dass den Moslems der europäische Instinkt für Selbstkritik und Anerkennung „des Andersartigen“ fehlen würde. Sie übersetzten zwar wissenschaftliche Arbeiten aus dem Griechischen und aus einigen anderen Sprachen ins Arabische, aber sie machten sich gewöhnlich nicht die Mühe, die Originale zu bewahren. Das machte „Renaissancen“, also den Akt zu den Quellen zurückzugehen, um sie neu zu interpretieren, in der islamischen Welt unmöglich. Außerdem wurde es unmöglich gemacht dass irgendetwas, das den hoch entwickelten Sprachgelehrten Europas ähnelte, enstehen konnte, jemand der herausfinden konnte, wie die griechische oder arabische Sprache anfangs entstanden sind. Brague zitiert Ibn Khaldun, der folgendes in seinem Muqaddimah sagte:

„(Die Moslems) wünschten sich, die Wissenschaften der (ausländischen) Nationen zu lernen. Sie machten sich ihre eigenen Übersetzungen. Sie pressten sie in die Form ihrer eigenen Ansichten. Sie schälten diese fremden Zungen [ab und ließen sie] in ihr [eigenes] Idiom übergehen und übertrafen darin die Ergebnisse (der Nichtaraber). Die Manuskripte in den nichtarabischen Sprachen wurden vergessen, aufgegeben und zerstört. Alle Wissenschaften bestanden nur noch auf Arabisch. Die systematischen Arbeiten an ihnen wurden (in arabischer) Schrift geschrieben. So brauchten Studenten der Wissenschaften Kenntnisse der Bedeutung (von arabischen) Wörtern und (den arabischen) Schriftzeichen. Sie konnten auf alle anderen Sprachen verzichten, weil sie ausgelöscht worden waren und es keinerlei Interesse mehr an ihnen gab.“

Die Logik setzte sich fort, als ein Hilfsthema in der scholastischen Theologie (kalam) und wurde in vielen religiösen Schulen verwendet, aber es gab eine große Feindschaft gegenüber der Philosophie, und moslemische Philosophen wurden aufgefordert, sich unauffällig zu verhalten. Diejenigen, die es unterrichteten, taten dies häufig geheim, nicht innerhalb der offiziellen Einrichtungen. Hier Edward Grant in „Science and Religion“:

„Im Anschluss an die Übersetzungen in den frühen Jahrhunderten des Islams erhielt die griechische Philosophie, in erster Linie Aristoteles, seine stärkste Unterstützung von mehreren Personen quer durch die islamische Welt. Wir hatten bereits, al-Kindi, al-Razi, Ibn Sina erwähnt sowie Ibn Rushd, die als die größten islamischen Philosophen galten. Alle wurden bis zu einem gewissen Grad verfolgt. Der Fall von Al-Kindi offenbart wichtige Aspekte des intellektuellen Lebens im Islam. Der erste der islamischen Kommentatoren von Aristoteles, al-Kindi wurde zuerst von zwei Kalifen (al-Mamun und al-Mutassim) begünstigt, aber sein Glück ging mit al-Mutawwakil, einem sunnitischen Kalifen, der schon früher erwähnt wurde, zu Ende. Nach Pervez Hoodbhoy war, ‚es für den ulema [religiöser Gelehrter] nicht schwer, den Herrscher davon zu überzeugen, dass der Philosoph einen sehr gefährlichen Glauben hatte. Mutawwakil befahl sogleich die Beschlagnahme der persönlichen Bibliothek des Gelehrten. Aber das war ihm nicht genug. Der sechzigjährige moslemische Philosoph erhielt zusätzlich fünfzig Peitschenhiebe vor einer großen Menschenmenge, die sich versammelt hatte. Beobachter, die das Ereignis notierten, berichteten, dass die Menge mit jedem Schlag‘ zustimmend johlte (Hoodbhoy 1991, 111). Die anderen vier Gelehrten wurden auch zu einem gewissen Grad verfolgt und mehrere mussten sicherheitshalber fliehen.

Eine solche Situation war im latinisierten Westen total verschieden. Es gab zwar sporadische Opposition gegen den Gebrauch des Verstandes und es gab einen ernsten Versuch, die Arbeiten von Aristoteles an der Universität Paris Mitte des dreizehnten Jahrhunderts zu verbieten, aber das war von kurzer Dauer und scheiterte schließlich. Es gab keine späteren Versuche, den Gebrauch der natürlichen und logischen Philosophie per se zu verbieten, obwohl es natürlich Kritik gegen einige spezifische Interpretationen gab. „Nach den 1240er Jahren und für den Rest des Mittelalters wurden die Angriffe auf den Verstand als bizarr und unannehmbar betrachtet.“

Im Gegensatz dazu ist der Islam im Prinzip eine Theokratie, in der Religion und Staat eine Einheit bilden. Islamische Schulen, oder Madrasas (Koranschulen), unterrichteten ganz allgemein „islamische Wissenschaften,“ das ist Theologie, arabische Grammatik, den Koran und die Hadithen usw. Griechisch und andere nichtmoslemische Philosophie wurden „Auslandswissenschaften“ genannt und wurden niemals in den Kernlehrplan integriert. Noch einmal Grant:

„Die primäre Mission der Koranschulen [madrasas] war das Unterrichten der islamischen Religion und man schenkte den Auslandswissenschaften wenig Aufmerksamkeit, die, wie wir sahen, abgeleitet waren aus Wissenschaft und natürlicher Philosophie die ursprünglich auf die Griechen zurückgingen. Die analytischen Themen, die auf die Griechen zurückzuführen waren, hatten natürlich nicht den gleichen Status wie die religiösen und theologischen Themen. Tatsächlich spielten die Auslandswissenschaften eine ziemlich untergeordnete Rolle in der Koranschule, die den Kern der islamischen Hochschulbildung bildete. Nur jene Themen, die den Qur’an oder das religiöse Gesetz anstrahlten, wurden unterrichtet. Ein solches Thema war Logik, die man nicht nur für die Semantik als nützlich befunden hatte, sondern die auch nützlich war zum Vermeiden einfacher Fehler bei Schlussfolgerungen. Die primäre Funktion der Koranschulen war jedoch, ‚das Lernen zu bewahren und die Orthodoxie zu verteidigen’ (Mottahedeh 1985, 91). Im Islam betrachteten die meisten Theologen die Naturphilosophie nicht als ein zum besseren Verstehen der Religion nützliches Thema. Im Gegenteil sie wurde gewöhnlich als ein Thema angesehen, das dazu fähig wäre die islamische Religion zu stürzen und als potenzielle Gefahr für den Glauben. Die natürliche Philosophie blieb immer eine periphere Disziplin in den Ländern des Islams und wurde innerhalb des Bildungssystems nie institutionalisiert, so wie es im latinisierten Christentum der Fall war.“

Die griechische Naturphilosophie wurde völlig in den Universitätslehrplan in Europa integriert:

„Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass nicht nur Theologen, die die Universität absolviert haben, die Disziplin der Naturphilosophie völlig akzeptierten und begrüßten, aber viele, wenn nicht die meisten von ihnen waren eifrige und energische Mitwirkende mit Literatur über die Naturphilosophie. Deshalb ist es absolut passend sie ‚ theologische Naturphilosophen’ zu nennen. Sie waren in beiden Disziplinen gleichermaßen zuhause und waren eifrig darauf bedacht, soviel Naturphilosophie wie möglich in die Lösung von theologischen Problemen zu importieren, indem sie es vermieden in die Versuchung zu kommen die natürliche Philosophie zu theologisieren. Das erklärt, warum einige mittelalterliche Theologen mit den besten weltlichen Naturphilosophen, wie John Buridan und Albert aus Sachsen gleichgestellt werden können. Einige Theologen, wie Albertus Magnus und Nicole Oresme, waren ihnen klar überlegen. Durch ihre Handlungen waren die Theologen im Westen die vollen Begünstigten an der Entwicklung und Verbreitung der Naturphilosophie. Sie machten es möglich die Naturphilosophie in den Universitäten des späten Mittelalters zu institutionalisieren und so zu einer umfassenden Verbreitung beizutragen.“

Einer des wichtigsten Vorteile, die das katholische Europa während dieser Periode genossen hatte, war die Trennung zwischen Kirche und Staat. Während der Westen eine lebendige Naturphilosophie entwickelte,

„wurde im Islam die Naturphilosophie zu einer peripheren und verdächtigen Disziplin, deren Studium sich sogar als gefährlich erweisen konnte.“

Edward Grant hat eine großartige Arbeit geleistet, indem er diese Rolle, die das europäische Universitätssystem gespielt hatte, das den Boden für die spätere wissenschaftliche Revolution vorbereitet hat, deutlich machte. Daraus schließt er:

„Ohne die Trennung von Kirche und Staat und den Entwicklungen, die daraus folgten, hätte der Westen keine so tief verwurzelte Naturphilosophie entwickelt, die sich durch ganz Europa verbreitete auf Grund eines umfassenden Netzes von Universitäten, die das Fundament für die großen wissenschaftlichen Fortschritte legten im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert, Fortschritte, die sich bis zum heutigen Tag fortgesetzt haben.“

Der französische Professor für mittelalterliche Geschichte Sylvain Gouguenheim, hat ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Aristote au Mont Saint-Michel: Les Racines Grecques de l’Europe“ (Aristoteles am Mon Saint-Michel: Die griechischen Wurzeln Europas), angestoßen von einer Empfehlung der Europäischen Union, dass Schulbücher eine positivere Darstellung des Islams als Teil des europäischen Erbes geben sollen. Europäer, sagt er,

„wurden sich der griechischen Texte bewusst, weil sie sie gesucht haben und nicht weil sie zu ihnen gebracht wurden.“

Er greift die These an, die von Historikern wie Edward Said vorgebracht wurde, dass sich der „erleuchtete, raffinierte und geistige Islam“ gegen einen brutalen, rassistischen und ethnozentrischen Westen abhebt. Aristoteles Arbeiten an der Ethik, Metaphysik und Politik wurden durch die moslemische Welt ignoriert, weil sie als unvereinbar mit islamischen Ideen angesehen wurden. Einige außerhalb stehende Denker, unter ihnen die Gelehrten des Nahen Ostens Avicenna, Averroes und der Astrologe Albumasar (Abu Ma’shar), übernahmen von den Griechen nur das, von dem sie dachten, dass es mit dem Koran vereinbar sei. Wie Professor Thomas F. Bertonneau in seiner Rezension des Buches von Gouguenheim schrieb,

„war das Christentum außerdem bereit, nicht nur die Philosophie, sondern auch bestimmte, grundlegende, politische Grundsätze von den alten Griechen, besonders von den Athenern, zu erhalten, insbesondere ‚Freiheit, Vernunft und Demokratie’.“

Es ist wahr, es gab einige seriöse Gelehrte in der mittelalterlichen islamischen Welt, zum Beispiel Ibn Rushd (Averroes), Ibn Sina (Avicenna), al-Razi (Rhazes), al-Kindi und Ibn al-Haytham (Alhazen), aber sie leisteten ihre Beiträge trotz des Islams und nicht wegen des Islams.

Der saudische reformistische Denker Ibrahim al-Buleihi drückte seine Bewunderung für die westliche Zivilisation in einem Interview im Jahre 2009 aus, er stellte fest, dass die „Westliche Zivilisation die einzige Zivilisation ist, die den Menschen von seinen Trugbildern und Fesseln befreite; sie erkannte seine Individualität an und versorgte ihn mit Fähigkeiten und Gelegenheiten, sich zu kultivieren und seine Sehnsüchte zu begreifen.“ Selbstkritik ist eine Vorbedingung zu jeder Besserung, und Herr Buleihi denkt, dass es der moslemischen Kultur daran mangelt. Hier seine Meinung, veröffentlicht vom Nahostmedienforschungsinstitut (MEMRI):

„Wenn wir die Namen von moslemischen Philosophen und Gelehrten nachprüfen deren Beitrag zum Westen von westlichen Schriftstellern herausgestellt wurde, wie Ibn Rushd, Ibn Al-Haitham, Ibn Sina, Al-Farbi, Al-Razi, Al-Khwarizmi und ähnliche, finden wir heraus, dass sie alle Schüler der griechischen Kultur waren aber gleichzeitig auch Personen, die außerhalb der [islamischen] Hauptströmung standen. Sie waren und sind in unserer Kultur weitgehend unbekannt. Wir verbrannten sogar ihre Bücher, schikanierten sie, warnten vor ihnen und wir beobachteten sie fortgesetzt mit Argwohn und Abneigung. Wie können wir dann Stolz auf Menschen sein, von denen wir uns entfernt hielten und deren Deknweise wir zurückwiesen? …. alles was wir erreicht haben kommt nicht von unseren eigenen Leistungen und jene außergewöhnlichen Personen waren nicht das Produkt der arabischen Kultur, sondern der griechischen Kultur. Sie stehen außerhalb unserer kulturellen Hauptströmung und wir behandelten sie, als ob sie Fremdkörper waren. Deshalb verdienen wir es nicht, Stolz auf sie zu sein, weil wir sie immer zurückwiesen haben und ihre Ideen bekämpften. Im Gegensatz dazu, lernte Europa von ihnen und zog aus einer Menge von Kenntnissen einen Nutzen, der ursprünglich sein eigener war, weil sie schon immer ein Zweig der griechischen Kultur waren, die die Quelle der ganzen westlichen Zivilisation ist.“

In der Medizin gibt es das Phänomen der „Abstoßungsreaktion“ die dann eintritt, wenn ein Organ in einen anderen Körper verpflanzt wird und das Immunsystem des Körpers das Organ als einen Fremdkörper abstößt. Das ist eine nützliche Analogie, die man im Hinterkopf haben sollte, wenn man abschätzen will, wie Moslems und Christen die griechische Naturphilosophie während des Mittelalters behandelten. Auch die Moslems nahmen das griechische Erbe an, aber nur Teile davon und schließlich wurde sogar diese beschränkte Annahme von konservativen Theologen wie al-Ghazali zurückgewiesen. Das Immunsystem der islamischen Kultur dachte, dass die griechischen philosophischen Ideen, ein Fremdkörper in seinem Körper seien und bekämpfte sie und wies sie schließlich zurück. Im Gegensatz dazu sah die christliche Kultur das griechische philosophische Erbe nicht als etwas Fremdes an. Christen akzeptierten zwar nicht alle Teile des griechischen Erbes als für sie passend, aber die meisten von ihnen glaubten nicht, dass die griechische Logik, die Art des Denkens und philosophisches Vokabular per se etwas Fremdes und Feindliches waren. Wir können sagen, dass das Christentum ein jüdisches Kind war, das mit dem Wasser des griechischen philosophischen Vokabulars getauft wurde und das in einer grieschich-römischen Umgebung aufwuchs. Diese neue Synthese wurde durch den hl. Paulus, einem griechisch sprechenden Juden und Anhänger der Lehren von Jesus von Nazareth, der auch ein römischer Bürger war, personifiziert.

(Beitrag von Fjordman, Originaltitel: „Why Christians Accepted Greek Natural Philosophy, But Muslims Did Not“, Quelle: Die Grüne Pest, Spürnase: Andreas61)




Gelungen und wunderbar

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„Das Minarett ist gelungen und wunderbar,“ freut sich der Vertreter der katholischen Kirche. Auch andere Honoratioren, die der Eröffnung des Bauwerks beiwohnen, weigern sich, die Realität des Islam zur Kenntnis zu nehmen und wollen nicht verstehen, was Bürger gegen das Symbol der Macht einzuwenden hatten. Während der Muezzin sein „Es gibt keinen Gott außer Allah!“ vom Turm kräht, scheint einzig der Fotograf der Westzeitung zu ahnen, wohin die Reise geht. Fürs Foto (oben) wählt er die passende Perspektive zu Füßen der neuen Herren von Mönchengladbach.

Die WZ-online berichtet:

Manche Gemeindemitglieder haben vor Rührung Tränen in den Augen und ihre Gesichter strahlen an diesem Tag mit der Sonne um die Wette. Mit dem Ruf des Imam ist das Minarett an der Duvenstraße endgültig seiner Bestimmung übergeben.

Für die vielen Gläubigen der Ditib-Gemeinde, die zur Eröffnungsfeier auf das Gelände ihrer Moschee gekommen sind, geht mit dem ersten Gebetsturm für Muslime auf Mönchengladbacher Boden ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Dass der geistliche Vorsteher der muslimischen Gemeinde an diesem Samstag nur ausnahmsweise zum Gebet rufen darf, ist Teil eines Kompromisses, der auf dem langen Weg bis zur Fertigstellung des Wahrzeichens ausgearbeitet worden ist.

Vorbehalte gegen die ersten Pläne eines 25 Meter hohen Turms äußerten einige Mitglieder des Rats der Stadt Mönchengladbach und Anwohner des Moscheegeländes bereits 2004. Erst im April 2008 gab die Mehrheit der Ratsmitglieder grünes Licht für den Bau eines 20Meter hohen Minaretts, das nach fünfmonatiger Bauzeit jetzt fertig ist.

Abgesehen von den Pausen in der Frostperiode verlief der Bau problemlos: „Nur die Spitze ist ein Provisorium. Es fehlt noch die Milchglasverkleidung und die Beleuchtung“, sagt der Architekt Hussam Abdel-Hamid. Von den Schwierigkeiten, mit denen der Kulturverein seit Beginn der Planungen zu kämpfen hatte, lässt die Eintracht, mit der die offiziellen Redner die Eröffnung begrüßen, nichts mehr ahnen.

Oberbürgermeister Norbert Bude bewertet das „sehr schöne, offene Minarett“ als „Symbol für Integration“. Die Muslime in dieser Stadt hätten das Recht, ihren Glauben in „würdiger Weise zu leben“.

Auch für den offiziellen Vertreter der katholische Kirche, den Pastoralreferenten Wolfgang Funke von der Citykirche Gladbach, ist das Minarett „Zeichen gegenseitigen Interesses und der Achtung“ vor dem Glauben des anderen.

„Ich verstehe den Ärger über den Bau nicht. Das Minarett ist gelungen und wunderbar“, sagt Wolfgang Funke später in einem persönlichen Gespräch. Zu einer Moschee gehöre das Minarett, wie der Kirchturm zur Kirche: „Ich hoffe, das wird in unserer Stadt immer selbstverständlicher“, sagt Funke

Wenigstens diese Hoffnung ist realistisch. Realistisch, wie die Aussicht, demnächst das Schicksal christlicher Brüder und Schwestern in der Türkei, Saudi-Arabien oder Ägypten, im Libanon oder in Bethlehem, im Iran oder in Indonesien zu teilen. Denn merkwürdigerweise sinkt das Maß an Toleranz, Verständigung und Religionsfreiheit mit der Anzahl der vorgeblich symbolisch dafür stehenden Minarette in jedem Land. Überall.

(Spürnase: Puseratze)




Arztsöhnchen wird Bombenbastler

Andrew (neu: Isa) Ibrahim (Foto), der zum radikalen Islam konvertierte Sohn eines wohlhabenden britischen Arztes, verwandelte seine Studentenwohnung in ein Bombenbastelatelier. Der 20-Jährige hatte schon alles Nötige einsatzbereit für sein geplantes Selbstmordattentat rumliegen, als er bei seinen Vorbereitungen erwischt wurde. Andrews Lieblingsvideos, waren Filme über seine extremistischen Vorbilder Abu Hamza, Omar Bakri Mohammed und die London-Attentäter vom 7. Juli 07. Ihnen wollte er nacheifern, weil ihm sein Dasein in Großbritannien, wie das „Leben in einer schmutzigen Toilette“ vorkam.

Andrew war bereits 2006 zum Islam übergetreten, als er noch bei seinen Eltern wohnte. Mit 18 setzten ihn diese wegen Drogenproblemen vor die Tür. Er lebte daraufhin eine Weile im Obdachlosenheim, bis er sich anscheinend wieder fing und studierte. Doch seine Wohnung war eine einzige Bombenwerkstatt. Keksdosen und Küchenschränke voller Sprengstoff und weitere zu Terrorangriffen verwendete Materialien wurden in seiner Unterkunft sichergestellt. Die Anleitungen zum Bombenbau hatte Andrew aus dem Internet.

Kurz vor seiner Festnahme trug er nur noch streng islamische Kleidung und kundschaftete Geschäfte, Aufzüge und Ausgänge nach idealen Attentatsstandorten aus. Alternativ wäre er auch gerne im Irak oder in „Palästina“ für den Islam kämpfen gegangen.

Vor Gericht streitet Andrew jetzt natürlich alles ab.

(Spürnase: Skeptiker)




Moishes 1984

© 2009 by Daniel Haw

Daniel HawDaniel Haw ist Dramatiker, Maler, Komponist, Regisseur und Leiter des jüdischen Theaters Schachars in Hamburg. Nach einer graphischen und künstlerischen Ausbildung studierte der 49-Jährige in Kalifornien Schauspiel und Regie. Haw, Vater der jüdischen Comicfigur Moishe Hundesohn, veröffentlicht seine Cartoons jeden Freitag exklusiv auf PI.

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Wie rechtsextrem ist die Kölner CDU?

wolfsfahne

Im Kampf gegen Rechts ist die Kölner CDU ganz vorne mit dabei. Auch in der Wahl der Mitstreiter ist man nicht allzu pingelig, wenn es um das übergeordnete Große geht: SED, Antifa, DKP, SDAJ – jeder Krakeeler ist willkommen – jedenfalls solang es gegen die politische Konkurrenz von rechts geht. Dabei stinkt es in den eigenen Reihen ganz gewaltig.

Ein Vorstandsmitglied des Deutsch-Türkischen Forums der Kölner CDU tritt zurück. Ali H. Yildiz kann die Unterwanderung des CDU-Vereins durch rechtsextreme Türken von den berüchtigten Grauen Wölfen nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren.

Die Grauen Wölfe mit dem Symbol der drei Halbmonde sind eine rechtsextremistische Terrororganisation, die der türkischen Faschistenpartei MHP nahe stehen. Gegründet wurden sie einst mit Unterstützung des türkischen Militärs im Krieg gegen die Kurden, um Verschleppungen, Morde und Folter auszuführen, die selbst der gefürchteten Armee zu schmutzig waren.

Inzwischen hat sich die einst säkulare Organisation stark islamisiert. In ihrem deutschen Zentrum in Köln- Mülheim gibt es sogar eine eigene Moschee. Längst terrorisieren die Extremisten nicht nur Kurden in der Türkei, sondern auch kurdische und integrationsbereite türkische Landsleute in Deutschland, hetzen Schüler gegen nicht muslimische  Lehrer auf und sind bei allen Ausbrüchen türkischen Nationalismus auf deutschen Straßen dabei. Und in der Kölner CDU. Nachdem PI bereits vor Monaten über die Missstände berichtet hatte, wird jetzt auch der Kölner Stadtanzeiger wach:

„Es kann nicht sein, dass wir uns auf der einen Seite gegen »Pro Köln« zusammenschließen und auf der anderen Seite die türkische NPD über die CDU Köln hofieren.“ Mit scharfer Kritik hat das Vorstandsmitglied des Deutsch-Türkischen Forums (DTF) der Kölner CDU, Ali H. Yildiz, seinen Rücktritt erklärt. Er warf der CDU-Organisation Türkei-stämmiger Kölner eine Nähe zu den „Grauen Wölfen“ vor. Eine weitere Zusammenarbeit mit Sympathisanten der türkischen Rechtsextremen sei mit seinem Gewissen nicht zu vereinbaren. Hintergrund des neuen Streits um den Umgang mit türkischen Verbänden ist die Reaktion einiger Vereine auf die Diskussion um das aramäische Kloster Mor Gabriel. Sie haben sich zur „Initiative der türkischen Vereine in NRW“ zusammen geschlossen, um die Kritik am Kurs der türkischen Regierung zu relativieren und zurückzuweisen. Zu der „Initiative“ gehören Organisationen, die Kritiker den Grauen Wölfen zurechnen. Vorsitzender ist ein Politiker der nationalistischen türkischen Partei MHP. Nach Angaben von Ali H.Yildiz ist auch der Pressesprecher der Kölner CDU-Organisation Mitglied des umstrittenen Zusammenschlusses. Yildiz forderte vom DTF-Vorsitzenden Efkan Kara, der für die CDU bei den Stadtratswahlen kandidiert, „die Reißleine zu ziehen“.

Die Sprecherin der „Initiative Mor Gabriel“, die Kölnerin Madlen Vartian von der Armenischen Gemeinde, forderte die deutsche Politik auf, „den Anfängen zu wehren“. „Der Schulterschluss türkischer Vereine mit rechtsextremen Organisationen sollte unsere Integrationspolitiker aufschrecken.“

Ein breites Bündnis aus Linken, Kirchenvertretern, Antifa, Gewerkschaften und CDU-Mitgliedern hat sich nun zusammengefunden um gegen die rechtsextremen Türken …? Nein, war nur Spaß! Natürlich reicht der Mut der Helden gegen Rechts nicht aus, um gegen die gewalttätigen Wölfe Gesicht zu zeigen. Das Böse ist nur böse, wenn es aus Deutschland stammt – und vor allem nicht zurückschlägt.

Befürworter des Kurses von DTF-Chef Efkan Kara plädieren dafür, mit allen gesellschaftlichen Gruppen in Kontakt zu bleiben, um so die Integration voranzutreiben. Innertürkische Konflikte dürften nicht die deutsche Auseinandersetzung bestimmen.

Verdrängen, Wegschauen, feige sein. Der Kampf gegen Rechts hat viele Gesichter. Bereits im letzten Jahr hatten zahlreiche Türken den Verein wegen seiner Nähe zu Rechtsextremisten verlassen (PI berichtete). Politiker der Kölner CDU waren in der Vergangenheit ebenso als Gäste der Grauen Wölfe aufgefallen wie ihre Parteifreunde aus Krefeld.

(Foto: Wolfsfahne in Köln)




Europas Metamorphose

Europas MetamorphoseNeukölln, die Pariser Banlieues, Ottakring oder Rosengård – in jeder größeren westeuropäischen Stadt existieren sogenannte Problemviertel und Problemzonen. Und sie werden aufgrund der demographischen Entwicklung immer größer und immer zahlreicher. An diesen Stadtteilen ist der Niedergang des einstmals prosperierenden Kontinents am augenscheinlichsten.

In diesen zahllosen Enklaven sehen die Gutmenschen ihren Multikultitraum verwirklicht. Sie sprechen deshalb auch gerne euphemistisch von orientalischem oder multikulturellem Flair, den diese Zonen angeblich haben. Gemeint sind damit verdreckte Straßen und Häuser, hohe Kriminalität, rechtsfreie Räume und eine Parallel- oder besser Gegengesellschaft, die vor allem durch die finanziellen Transferleistungen mit der autochthonen Bevölkerung verbunden ist. Lediglich die zum Teil historische Bausubstanz in solchen Vierteln erinnert noch an das „alte“ Europa. Hier kann man die Entwicklung hin zu einer in jeder Hinsicht unterentwickelten postdemokratischen Multikultigesellschaft in Echtzeit beobachten und miterleben.

Dieser Prozess spielt sich natürlich nicht, wie uns das politische Establishment gerne weiszumachen versucht, nur an der Oberfläche ab. Alle Bereiche der Gesellschaft, egal ob Politik, Bildung, Kunst oder Rechtssystem, sie alle sind einem tiefgreifenden und irreversiblen Wandel und Zersetzungsprozess unterworfen. Noch unterschiedet sich Europa grundlegend von Ländern wie Pakistan, Nigeria oder Algerien. Dies haben wir vor allem den in den vorangegangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten akkumulierten Wissen und Reichtum zu verdanken. Nur deshalb befindet sich Europa auf einem nach wie vor hohen wirtschaftlichen, organisatorischen und sozialen Niveau. Die europäischen Staaten Europas profitieren von der Infrastruktur, die in den vorangegangen Jahrzehnten geschaffen wurde, vom technischen und wissenschaftlichen Know How, das seit der industriellen Revolution rapide angewachsen ist und es profitiert von seiner Kultur, seiner Tradition, seinem Wissen und seinen Werten.

Dieses historische Guthaben schwindet von Jahr zu Jahr. Die Träger und Vermittler des Wissens und der Kultur werden aufgrund der demographischen Umwälzungen immer weniger, die begabten Wissenschaftler kehren Europa den Rücken (Stichwort Brain Drain), die Infrastruktur verkommt mangels Investitionen, der Sozialstaat steht dank der explodierenden Zahl von Leistungsempfängern vor dem Kollaps und das allgemeine Bildungsniveau befindet sich auf Talfahrt.

Für die Politik wird es zunehmend schwieriger, den Status quo aufrecht zu erhalten. Wie das missratene Kind von erfolgreichen Eltern haben es die 68er geschafft, das enorme materielle und kulturelle Kapital Europas, das in mehreren Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden (griechische Antike) angesammelt worden ist, innerhalb weniger Jahrzehnte komplett zu verspielen.

Europa zehrt von seinen letzten Reserven. Wie ein typisches afrikanisches oder asiatisches Entwicklungsland beginnt Europa in genau jenen Bereichen, die die Erste von der Dritten Welt unterscheiden, wie Bildung, Gesundheit, innere Sicherheit, Infrastruktur, Sozialwesen oder Politik, immer größere Defizite aufzuweisen.

Dass das Bildungsniveau etwa in Deutschland gerade in den Keller rasselt, ist dank der PISA-Studien mittlerweile amtlich. Für immer größere Teile der jungen Bevölkerung ist selbst das einwandfreie Beherrschen der Grundrechenarten und des Schreibens ein Ziel, das nicht erreicht werden kann und (dank des leistungsfeindlichen Sozialstaats) auch gar nicht erreicht werden muss. Auch als Analphabet lebt man in Deutschland derzeit noch immer besser und angenehmer als in den meisten Staaten, aus denen die Zuwanderer importiert worden sind. Dieser Missstand liegt selbstredend nicht am angeblich veralteten und schlechten Schulsystem, es sind die Neodeutschen aus den vormodernen Gesellschaftsystemen, die aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion und ihres kulturellen und bildungsfernen Backgrounds eine für Europa ansonsten übliche Bildungskarriere ablehnen.

Diese Menschen können und wollen nichts zum Wohlstand und zur Weiterentwicklung Europas beitragen, sie wollen vor allem seine Vorteile und Annehmlichkeiten nutzen. Dass aufgrund der demographischen Entwicklungen das System demnächst kippen muss, dürfte außer den Gutmenschen, die – entgegen aller bisherigen empirischen Erkenntnissen – noch immer an die Integration dieser Menschen glauben, allen klar sein. Der Schein muss so lange es irgendwie geht gewahrt bleiben. Wie ein rohstoffarmes Europa, dessen einzige Zukunftschancen in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie liegen, mit einem wachsenden Heer von völlig ungebildeten und leistungsfeindlichen Menschen bestehen möchte, ist eine Frage, die von den Hütern der political correctness de facto verboten worden ist und deshalb auch von niemanden in der Politik und den gleichgeschalteten Medien gestellt wird.

Eine weitere Voraussetzung für einen modernen demokratischen Staat ist die Rechtssicherheit. Ohne sie verkommt ein Land zur Bananenrepublik. Rechtssicherheit soll die Bevölkerung ebenso wie Unternehmen und Organisationen vor Willkür und Ungerechtigkeiten schützen. Auch von diesem Prinzip entfernt sich Europa immer mehr. Der Migrantenbonus (der vor allem für Mohammedaner gilt) und den man auch als Autochthonen-Malus bezeichnen könnte, wird zwar von Justiz und Mainstreammedien geleugnet, ist aber evident. Mittlerweile zahllose Urteile in ganz Deutschland und Europa belegen diese Ungleichbehandlung. Bestimmte Delikte, wie etwa Volksverhetzung oder rassistisch motivierte Verbrechen, gelten sogar exklusiv für Deutsche. Obwohl die Zahl der hate crimes von Mohammedanern gegen die autochthone Bevölkerung dramatisch ansteigt, werden sie von den Gerichten niemals als solche behandelt. Das Establishment hat längst kapituliert und versucht nur noch den Schein, dass ohnehin alles in normalen Bahnen verläuft, aufrecht zu erhalten. Dass durch diese Strategie immer mehr Menschen, insbesondere Kinder, Frauen und Alte, zu Opfern von Gewalt, Hass und Diskriminierung werden, nehmen die moralisch verkommenen 68er billigend in Kauf.

Bei den Autochthonen wird bereits Notwehr gegen brutale Migrantenbanden oftmals als schwerer Gesetzesverstoß („Notwehrüberschreitung“) geahndet. Der Grundsatz „Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen“, gilt in Europa nicht mehr. Das hat die deutsche Justizministerin mit ihrem öffentlich verkündeten Ratschlag, bei Bedrohung den Waggon zu wechseln, den Bürgern unzweideutig ins Stammbuch geschrieben. Die von Politikern in Sonntagsreden gerne und oft eingeforderte Zivilcourage gilt offenbar nur dann, wenn es um politisch unliebsame und systemkritische Einheimische geht.

Wie in Entwicklungsstaaten üblich, werden auch in Europa die demokratischen Grundrechte der Bürger immer mehr beschnitten und eingeschränkt. So ist etwa Islamkritik de facto und de jure verboten. Wer den Islam kritisiert, wird (außer er ist wie Broder oder Giordano aufgrund seiner Biographie und Herkunft mehr oder weniger unangreifbar) ein Volksverhetzer. Diese Menschen werden marginalisiert, verfolgt und kriminalisiert. Mittlerweile werden Islamkritiker nicht nur von Mohammedanern und Gutmenschen geächtet, verfolgt und sozial vernichtet, sondern auch ganz offiziell angeklagt und auch verurteilt. In Österreich ist die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Susanne Winter für ihre Aussagen über Mohammed von einem Gericht verurteilt worden (wobei der Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen nicht Gegenstand des Verfahrens war!), der niederländische Politiker Geert Wilders muss sich ebenfalls mit einem Prozess wegen seiner islamkritischen Haltung herumschlagen und kann sich – wegen Einreiseverboten – überdies nicht mehr frei bewegen.

In allen totalitäten Systemen ist Kritik an der Staatsideologie verboten, das gilt mittlerweile auch für die PC-Ideologie. Wer ihre Dogmen (Europa braucht mehr Zuwanderung, Islam ist Frieden, Patriotismus ist böse, etc.) anzweifelt oder kritisiert, wird geächtet und ausgestoßen. Die Liste derer, die gegen dieses ungeschriebene Gesetz verstoßen haben und deshalb an den Pranger gestellt worden sind, wird von Monat zu Monat länger.
Die Hegemonie der Gutmenschen hat dazu geführt, dass der Grundsatz des großen Aufklärers Voltaire, „Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen“ nahezu in sein Gegenteil verkehrt worden ist. Wer eine vom gutmenschlichen Zeitgeist abweichende Meinung vertritt, dem werden grundlegende Rechte (etwa das Demonstrationsrecht) verweigert, dem droht Kündigung und Berufsverbot, der muss um seine körperliche Unversehrtheit fürchten. Um ihre Macht zu erhalten und ihre Deutungshoheit zu verteidigen, greifen die Gutmenschen immer öfter auf jene Methoden zurück, die bereits ihre kommunistischen, maoistischen und stalinistischen Vorbilder mehr oder weniger erfolgreich angewandt haben.

Auch der Alltag des europäischen Normalbürgers gleicht sich immer mehr jenem Leben an, das Menschen in der Dritten Welt oder in Schwellenländern führen. Die Kriminlaitätsrate steigt von Jahr zu Jahr, immer größere Teile des Landes werden zu rechtsfreien Räumen und No-Go-Areas, gleichzeitig sinkt die Aufklärungsquote (in Wien bleiben etwa 90% der Wohnungseinbrüche ungeklärt – für Verbrecher ein Paradies) und immer größere Teile der eingebürgerten Bevölkerung akzeptieren das Gewaltmonopol des Staates nicht mehr.

Die europäischen Regierungen reagieren darauf mit Rückzug, „Dialogangeboten“ und noch mehr Gelder (Transferleistungen, Förderungen, etc.) für die integrationsresistenten Feinde der Freiheit. Damit wird die Situation lediglich weiter verschärft. Der steuerzahlende autochthone Bürger bzw. gut integrierte Zuwanderer bleibt auf der Strecke. Die friedliche, freie und weitgehende sichere Welt des Europas der 80er Jahre ist längst Vergangenheit.

In allen gesellschaftlichen Bereichen ist die Tendenz eindeutig: Es geht bergab, Chaos und Unsicherheit nehmen zu, Strukturen lösen sich auf und bewährte Traditionen verlieren an Bedeutung. Sollte die Wirtschaftskrise länger andauern als erwartet bzw. sich verschärfen, werden sich all diese Prozesse weiter beschleunigen. Wenn das Gesundheits- und Sozialsystem an die Grenzen der Finanzierbarkeit stößt, die Schuldenlast die Handlungsfähigkeit des Staates immer weiter einschränkt, die Politiker nicht mehr in der Lage sind die mohammedanischen Zuwanderer mit Geldgeschenken ruhig zustellen, die Leistungsträger, Investoren und Unternehmer das Land verlassen, dann hat es das poltische Establishment endgültig geschafft, dann befindet sich Deutschland und Europa auf Augenhöhe mit Staaten wie Nigeria oder dem Libanon.

Die Metamorphose Europas vom fortschrittlichen und wohlhabenden Kontinent zu einem Teil der unterentwickelten und archaischen islamischen Welt wird in wenigen Jahrzenten abgeschlossen sein. Dann werden in den Städten Europas nur noch die Monumente an die einstmals große Vergangenheit erinnern, vorausgesetzt, sie werden nicht, so wie die Jahrhunderte alten Buddha-Statuen in Afghanistan, in die Luft gesprengt.

(Gastbeitrag von A. Wappendorf, Foto von Jojo: Muslime in Zell am See)




TV-Tipp: ZDF-„Moma-Arena“ zur Europawahl

Am Freitag um 8 Uhr findet sie nun also statt, die vom ZDF so großspurig angekündigte früheste Talkshow Deutschlands. Die beiden Europa-Dhimmis Hans-Geert Pöttering (CDU) und Martin Schulz (SPD) treten gegeneinander an, letzterer unterstützt von Schauspieler Tayfun Bademsoy. Interessant wird sein, ob die ZDF-Moderatoren das Ergebnis ihrer Umfrage „Soll die Türkei in die EU?“ zur Sprache bringen.

Jetzt mit Video.

Noch Anfang der Woche hatte Morgenmagazin-Moderator Christian Sievers die Umfrage offensiv promotet:

Schon nach kurzer Zeit war ersichtlich, wohin die Zuschauer tendieren: mit überwältigender Mehrheit gegen den EU-Beitritt der Türkei! Was die ZDF-Verantwortlichen dazu veranlasste, die Abstimmung am Mittwoch Morgen wieder zu entfernen. Auf morgenmagazin.zdf.de heißt es dazu:

Abstimmungs-Modul offline

Das Thema „EU-Beitritt Türkei“ polarisiert. Mit unserem Abstimmungsmodul wollten wir für die Diskussion ein nicht repräsentatives Meinungsbild herstellen. Dabei gilt: „One man, one vote.“ Doch die Abstimmung wurde von Gruppen im Netz gezielt manipuliert, so dass wir uns entschlossen haben, die Abstimmung zu beenden, da sie dadurch nun keinerlei Aussagekraft mehr hat. Unbenommen ist es aber jedem weiterhin, seine Meinung zum Thema in unserem Forum zu erörtern, sofern er sich an die ZDF-Forumsregeln hält.

Bevor PI am 2.6. um 9 Uhr auf die Abstimmung aufmerksam machte, hatten bereits 89 Prozent der Zuschauer mit NEIN gestimmt. In der Folge hatte sich das Ergebnis gerade einmal um vier Prozent in Richtung NEIN geändert.

Update: PI-Leser Rheinperle macht uns drauf aufmerksam, dass die Umfrage auf einer anderen Morgenmagazin-Unterseite (vom 2.6.) wieder freigeschaltet ist.

Das Video zur Sendung:

[flash http://de.sevenload.com/pl/isM9NNr/440×350/swf]

» moma-arena@zdf.de
» ZDF-Forum zum Thema




„Wann machen wir was wir abgesprochen haben“

Was vielen schon damals während der inzwischen als historisch zu bezeichnenden Kerner-Sendung klar war, ist jetzt wohl Gewissheit. Der „spontane“ Rauswurf von Eva Herman war genau geplant, Journalisten und Politiker im vorhinein eingeweiht und Senta Berger die tollpatschige Verplapperin.

In einem Vortrag in Wien – organisiert von der Jungen Europäischen Studenteninitiative – sagte Herman (hier das Video, ab min 7 wirds interessant):

Ich will auch gar nicht mehr über diese Kerner-Sendung reden;- vielleicht noch so viel: Am Tag dieser Aufzeichnung dieser Sendung bekamen schon in München Politiker und in Hamburg Journalisten morgens SMSen: ‘Eva Herman fliegt heute abend aus der Kerner-Sendung’ und alle anderen – anwesenden – Gäste, die ansonsten an dieser Sendung noch teilgenommen hatten, scheinen also sehr klar auch von diesem Plan gewußt zu haben, wie anders ist es sonst zu erklären, daß Senta Berger zweimal die Frage stellte: ‘Wann machen wir jetzt endlich das, was wir abgesprochen haben?’, und dann sagte: ‘Ich gehe jetzt!’ und blieb sitzen. Und ähm – egal – also das wird wahrscheinlich auch noch juristisch untersucht werden, ebenso wie viele andere Dinge juristisch erledigt sind, nämlich meine Zitate; ich habe – ich weiß es nicht – 12 Urteile von Landgerichten in Berlin, in Köln und in Hamburg, daß nicht mehr behauptet werden darf, daß ich das Dritte Reich gelobt hätte, es gibt zig einstweilige Verfügungen und Unterlassungserklärungen;- darüber wird natürlich in den Zeitungen NICHT in großen Lettern berichtet, wie damals zu dem Zeitpunkt. Fakt ist, ich hab das alles überlebt, Fakt ist, es geht mir gut, ich schreibe weiter Bücher, ich freue mich, bei Vorträgen sein zu können und ansonsten tatsächlich auch das leben zu können, was ich hier predige, nämlich daß man auch ruhig mal ein bißchen zu Hause bleiben kann, was gar nicht so schlecht ist, gerade wenn Kinder da sind.

» info@zdf.de

(Quelle: Fakten & Fiktionen)