Regensburg wacht auf

Regensburg wacht aufDer Andrang auf den Pfarrsaal der Hohes Kreuz-Kirche in Regensburg war so groß, dass noch zusätzlich Stühle hineingetragen werden mussten. Schließlich war der Raum mit über 120 Besuchern proppenvoll. Ein Kamerateam von TV Regensburg, Reporter des Bayerischen Rundfunks und mehrere Zeitungsjournalisten sorgten für mediale Präsenz. Einen solchen Auflauf dürfte die Pfarrei in ihrer Geschichte wohl noch nicht erlebt haben.

(Text: byzanz / Fotos: RChandler – PI-Gruppe München)

Die Aktionen der PI-Gruppe München haben in Regensburg offensichtlich Wirkung hinterlassen: Durch den Infostand und die Medienresonanz auf unser kritisches Auftreten bei der Vortragsveranstaltung „Integration von Muslimen“
in Donaukurier, der Donaupost und der Mittelbayrischen Zeitung ist Regensburg aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Nun waren wir gespannt, was uns bei der Veranstaltung „Christentum und Islam“ erwartete.

Dr. Rainer Oechslen

Den Vortrag hielt Dr. Rainer Oechslen, der Beauftragte für den Interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er lieferte gleich zu Beginn seines Vortrags „Christentum und Islam: Bilder-Befürchtungen-Vorurteile“ einen handfesten Skandal, der noch hohe Wellen schlagen dürfte. Denn er erzählte dem Publikum allen Ernstes, dass sich Christen und Juden wegen dem Islam keine Sorgen zu machen bräuchten. Zur Unterfütterung dieser abenteuerlichen These präsentierte er ganz erfreut einen scheinbar friedlichen Vers aus dem Koran:

Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Sabier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein. (Sure 2, Vers 62)

Beim Rezitieren strahlte der Abgesandte der evangelischen Kirche und erwähnte ganz stolz, dass dieser Vers aus der medinensischen Zeit stamme. So könne er also nicht wie andere friedliche Verse aus der mekkanischen Anfangsphase durch das im Islam geltende Prinzip der Abrogation von den späteren gewaltverherrlichenden aufgehoben werden. Christen und Juden hätten im Islam diesem Vers zufolge also nichts zu befürchten.

Wenn das nur die Wahrheit wäre. Aber man muss immer genau hinsehen, wenn aus dem Koran zitiert wird. Selbst ein Dr. Oechslen hat ganz bewusst verfälscht. Denn im Original, in der vom Zentralrat der Muslime herausgegebenen offiziellen Version auf islam.de und übrigens auch in allen anderen einschlägigen Koranausgaben heißt es „Allah“ und nicht „Gott“. Jeder, der den Koran gelesen hat, weiß, dass all die Juden und Christen, die nicht an „Allah“ und die Aussagen des „letzten Propheten“ Mohammed glauben, als Ungläubige bezeichnet werden. Mohammed forderte schließlich, dass alle an ihn als „Siegel der Propheten“ glauben und der Islam die einzig wahre Religion sei. Christen wie Juden hätten ihre eigenen Schriften verfälscht. Durch ein einziges Wort bekommt dieser scheinbar so friedliche Vers also eine ganz andere Bedeutung:

Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Sabier – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.

Eine klare Ansage. Die Christen, die trotz Mohammeds Botschaften weiterhin an Jesus als Sohn Gottes und die Juden, die an ihren Gott Jahwe glauben, müssen sich also fürchten. Im Koran finden sich viele Stellen, die das glasklar ausdrücken:

Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: “Allah ist der Messias, der Sohn der Maria.” Sprich: “Wer vermochte wohl etwas gegen Allah, wenn Er den Messias, den Sohn der Maria, seine Mutter und jene, die allesamt auf der Erde sind, vernichten will?” (Sure 5, Vers 17)

Dr. Rainer Oechslen

Ein Vertreter der Evangelischen Kirche reist also im Land herum und wiegt die Christenkinder entgegen der Fakten in Sicherheit. Man könnte auch sagen: Er flunkert sie an. Es ist in höchstem Maße unverantwortlich, die Bedrohung durch den Islam herunterzuspielen. Nur um für den Moment die Menschen beruhigen und eine scheinbar friedliche Atmosphäre schaffen zu können. Ein neuer aussichtsloser Appeasement-Versuch der Geschichte. Denn wenn die Gefahr jetzt nicht klar angesprochen, diskutiert und letztlich entschärft wird, dann wächst sie weiter unaufhörlich an. Analog zum raschen Bevölkerungsanstieg der Moslems in Europa.

Dr. Rainer Oechslen scheint ein Überzeugungstäter zu sein. Er sagte auch, dass es „leider“ Politiker im Land gebe, die „diffuse Ängste“ vor einer schleichenden Islamisierung hätten. Aber „gottseidank“ würden auch viele anders denken. Zwar gebe es immer mehr Moscheen und immer mehr Muslime im Land, aber „das solle eine Islamisierung sein“? Es folgte der Seitenhieb auf die USA: Dort hätten die Evangelikalen 230 Jahre Zeit gehabt, um Demokratie zu lernen. Die Muslime bräuchten in Europa nicht solange. Und auf die Rückständigkeit der islamischen Welt bezogen erwähnte er, dass die „größte Demokratie der Welt“ die Todesstrafe ausführen würde. Da korrigierte unser Mitglied epistemology sogleich, dass das größte demokratische Land auf diesem Planeten Indien ist.

Dr. Rainer Oechslen

Nicht nur in diesem Punkt war der Vortrag von Dr. Oechslen unstimmig. Bei seinem Ritt durch die Geschichte beschönigte er das totalitäre Herrschaftssystem des Islam, wo er nur konnte. Christen und Juden seien in der Vergangenheit „Dhimmis – Schutzbefohlene des jeweiligen Herrschers“ gewesen. Sie hätten eine Kopfsteuer zahlen müssen und seien dafür vom Militärdienst „befreit“ worden. Wie schön sich das anhört, „sie waren befreit“. Aber in Wahrheit waren sie es nicht wert, in den Militärdienst aufgenommen zu werden. Genauso wie die Juden unter den Nazis. Es wäre ein Skandal, wenn man heutzutage behaupten würde, sie seien „befreit“ worden. Die traurige Realität ist, dass Juden und Christen im Islam ebenso als Menschen zweiter Klasse angesehen werden, ja noch schlimmer, in Sure 5 Vers 60 als „Affen, Schweine und Götzendiener“ beleidigt und in Sure 8 Vers 55 gar als „schlimmer als das Vieh“ bezeichnet werden. Aber Oechslen referierte, dass sie „unter Schutz“ gestanden hätten, so wie die koptischen Christen in Ägypten. Nun, wie dieser „Schutz“ sich in der Realität darstellt, konnte man in der jüngsten Vergangenheit anschaulich eben dort, in Ägypten, beobachten.

Dr. Rainer Oechslen

Aber Oechslen war bemüht, einen differenzierten Vortrag abzuliefern. Und so berichtete er neben den Phasen der islamischen Geschichte, in denen das Zusammenleben „hervorragend klappte“, auch von muslimischen Pogromen, beispielsweise von den Almoraviden in Spanien oder unter dem Kalifen al-Hakim in Kairo. Der sei etwas „durchgeknallt“ gewesen, denn er habe den Schuhmachern beispielsweise verboten, für Frauen Schuhe anzufertigen, denn diese hätten aus seiner Sicht schließlich sowieso zu Hause zu bleiben.

Im Osmanischen Reich sei ein Millet-System mit weitgehender Selbstverwaltung der einzelnen Religionsgruppen entstanden. So habe sich dort die Idee eines „vielvölkerstaatlichen Herrschaftssystems“ entwickelt, ohne den Begriff „Nation“. 1912 habe es beispielsweise in Istanbul mehr Juden und Christen als Muslime gegeben.

Zu den Zeiten des Kolonialismus sei der Einfluss Europas in der muslimischen Welt zunächst recht positiv gesehen worden. Aber im Zuge eines immer kritischer werdenden Europabildes von muslimisch-arabischen Autoren seien seit etwa den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts die Aktivitäten der Missionen in wachsendem Maße den Kolonialbestrebungen ihrer Heimatländer zugeordnet worden.

In Bosnien hätte es einen Sonderfall gegeben. Seit der Unterstellung Bosniens unter österreichische Verwaltung 1878 habe sich dort ein „europäischer Islam“ mit kirchenähnlichen Strukturen entwickelt. Nach „anfänglichem Widerstand“ hätten die bosnischen Muslime die Strukturen des österreichisch-ungarischen Staates akzeptiert und sich zu „sehr loyalen Bürgern“ entwickelt.

Das Bild der gegenwärtigen Muslime vom Christentum sei ambivalent. Da gebe es den Eindruck, der Irak sei von „christlichen“ Ländern besetzt worden. In Ägypten entwickelten sich zunehmende Spannungen zwischen koptischen Christen und muslimischen Extremisten. Dort würden aber die religiösen Spannungen geschürt, um „von den Wirtschaftsproblemen des Landes abzulenken“. Religiöse Probleme würden „instrumentalisiert“. Problematisch werde es laut Oechslen dann, wenn sich die Religionen „nicht dagegen wehren“ würden. Eine abstruse These. Wie soll sich ein Moslem gegen religiöse Spannungen wehren, wenn sein Gott sie doch predigt und permanent zum Kampf gegen die Andersgläubigen auffordert?

In Afrika sei sowohl ein lebendiger christlich-muslimischer Dialog zu beobachten, wie auch Massaker wie jüngst in Nigeria, wo die Religion zum „Deckmantel politischer und ökonomischer Konflikte“ werde. Oechslen versucht also konsequent, die gewalttätige Ideologie des Islam aus der Verantwortung für die vielen Gewalttaten zu nehmen, die weltweit permanent von Muslimen begangen werden. Er reiht sich damit ein in die Phalanx der muslimischen Funktionäre mit ihrem stereotypen Spruch: „Gewalt hat nichts mit dem Islam zu tun“.

Dr. Rainer Oechslen

Nun kam Dr. Oechslen zur Sicht der Christen, die den Islam zunächst nicht als neue Religion wahrgenommen hätten. Johannes Damascenus, ein Theologe in der Mitte des 8. Jahrhunderts, dessen Vater zeitweise ein hoher Beamter des Kalifen war, hätte die Muslime als eine christliche Sekte betrachtet, die die Gottheit Christi leugne. Damit sei das Islambild von vornherein unter den Gedanken eines „theologischen Defizits“ gestellt worden.

Im Unterschied zum Islam dulde das Christentum dort, wo es zur politischen Herrschaft gelangt ist, in der Regel keine religiösen Minderheiten. Während der Kreuzzüge sei das Feindbild der „bösen“ Muslime hervorgebracht worden, die die heiligen Stätten der Christen besetzt hielten. Einzelne Herrschergestalten wie der Staufer Friedrich II. hätten sich der muslimisch-arabischen Kultur weitestgehend geöffnet.

Interessanterweise erwähnte Oechslen mit keinem Wort die 400 Jahre lange erste militärische Expansion des Islam, in deren Zug vom 7.-11. Jahrhundert weite Teile der vorher christlichen Länder Nordafrikas, Vorderasiens und Europas unterworfen wurden. Aber er räumte zumindest ein, dass die Eroberung von Byzanz durch die Osmanen eine Herrschaft mit „teils brutalen Zügen“ brachte. Sie hätte aber keine Auslöschung der Kirchen der Griechen, Armenier, Syrer und Kopten zur Folge gehabt. Interessanterweise habe nach der Vertreibung der Juden aus Spanien, zeitgleich mit dem Ende des maurischen Emirats in Granada, ein Großteil der Juden im Osmanischen Reich Zuflucht gefunden.

Luther habe in der „Türkengefahr“ eine Bedrohung der Christenheit gesehen. Neben den antijüdischen Schriften seiner Spätzeit fänden sich auch antimuslimische Texte aus seiner Feder. Allerdings argumentiere Luther in diesen Schriften trotz aller Abneigung gegen die Türken eher politisch als religiös.

Dr. Rainer Oechslen

Seit der Aufklärung gebe es bei einer Reihe von Dichtern und Gelehrten gerade in Deutschland ein sehr positives, zum Teil sogar idealisierendes Islambild: Oechslen erwähnte in diesem Zusammenhang Gotthold Ephraim Lessing, Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe oder Friedrich Rückert. Klassische arabische, türkische und persische Texte seien erstmals übersetzt worden. Es sei die Orientalistik als neue Wissenschaft entstanden.

Die Migration der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts habe aus den „exotischen“ Muslimen reale Nachbarn gemacht. Idealisierungen seien zerbrochen. Weder seien die anderen immer zugleich die besseren Menschen, noch seien die Einheimischen immer so weltoffen, wie sie sich gerne sähen. Auch Sprachprobleme erwiesen sich als hartnäckiger, als man gedacht hatte. Die Zuwanderer lebten zwischen mehreren Kulturen und seien dadurch verunsichert, was durchaus zur Überbetonung der eigenen Herkunftsidentität führen könne. So könne man laut Oechslen das Kopftuch auch als Identitätsbetonung sehen, um sich der Gleichmacherei zu entziehen. Die Tatsache, dass Zuwanderer aus anderen als dem islamischen Kulturkreis mit derartigen Identitäts-„Problemen“ nicht zu kämpfen haben, ließ Oechslen unerwähnt.

Die Kirchen würden bei den Migranten zunächst eine diakonische Aufgabe sehen, die sie durch Sprachkurse und soziale Beratung erfüllten. Die theologische Herausforderung sei erst später erkannt worden. Es zeige sich eine Pendelbewegung. Zunächst seien die Übereinstimmungen zwischen Islam und Christentum betont worden, Später hätten sich Tendenzen zur Abgrenzung verstärkt. Die Evangelische Kirche in Deutschland habe innerhalb von sechs Jahren zwei verschiedene Handreichungen mit sehr unterschiedlicher Akzentsetzung veröffentlicht.

Das Bild, das sich Christen von Muslimen machten, schwanke zwischen dem Gefühl, die Muslime seien in ihrer überwiegenden Mehrzahl viel frömmer als die Masse der Christen. Dies habe natürlich auch mit der höheren Sichtbarkeit muslimischer ritueller Praxen zu tun. Es machten sich diffuse Ängste vor einer schleichenden Islamisierung breit, die in dem Gefühl gipfelten, man sei gerade den Muslimen gegenüber zum Wächter und Verteidiger des demokratischen Staates berufen. Hier zeige sich nochmals die Dialektik von Idealisierung und Abwertung, die bis jetzt vielfach das Verhältnis von Christen und Muslimen bestimme.

DISKUSSION

Bei der anschließenden Diskussion war wohltuend zu beobachten, dass sich offensichtlich auch in Regensburg zunehmend islamkritische Bürger befinden, die sich jetzt zu Wort trauen. Die erste Frage bezog sich auf die Bewertung der Christen und Juden im Koran. Hierbei zitierte der Fragesteller diverse Koranverse, in denen sie eindeutig als „Ungläubige“ bezeichnet werden. Ob sie dadurch nicht auch unter all die vielen Gewalt- und Tötungsanordnungen fallen würden, die im Koran für Ungläubige vorgesehen sind.

Dr. Rainer Oechslen

Dr. Oechslen bestritt nicht, dass es all diese „problematischen“ Koranverse gebe. Das Juden- wie auch das Christentum würden im Islam als „Vorläufer-Religionen“ angesehen. Ihre Schriften seien „unvollständig“. Aber Abraham und Jesus würden im Islam neben Mohammed immerhin als wichtigste Propheten anerkannt. Der Koran sei widersprüchlich und gebe auch Ansätze für ein friedliches Zusammenleben her.

Die Infragestellung der Islamisierung bestritt ein Regensburger Bürger. So würden von der Justiz immer öfter abgeschwächte Urteile mit Berücksichtigung des muslimischen Kulturhintergrundes gefällt, beispielsweise beim Schlagen von Frauen. Somit werde die Scharia indirekt ins europäische Rechtssystem implementiert. Schwimmbäder führten immer öfter Frauenbädertage ein und akzeptierten Burkinis als Ganzkörper-Schwimmanzüge. Oechslen erwähnte bei seiner Antwort spezielle U-Bahnwägen für Frauen in Kairo, die deutsche Begleiterinnen seines dortigen Aufenthaltes vor wenigen Jahren positiv werteten. So hätten sie den Wunsch geäußert, dass man das doch auch in Deutschland einführen solle, das „wäre schön“. Der Frauenbadetag würde auch von deutschen Frauen akzeptiert und genutzt. Der Begriff „Geschlechterapartheid“ fiel in diesem Zusammenhang leider nicht. Was die Scharia anbelangt, wies Oechslen darauf hin, dass sie nicht nur Erb-, Straf- und Familienrecht beinhalte, sondern auch Anweisungen zum Beten etc. In Europa müssten die Gesetze des jeweiligen Landes akzeptiert werden, wozu es auch Aussagen von führenden Muslimen gebe. Dass es in England bereits muslimische Gerichtshöfe gibt, die Scheidungen aussprechen, hält Oechslen für nicht problematisch. „Das darf es geben, warum nicht?“

Die nächste Frage bezog sich auf die scheinbare Trennung von Staat und Kirche. Oechslen berichtete, dass Staatsgründer Mustafa Kemal „Atatürk“ in Frankreich studiert hätte, wo der Laizismus gelte und der religionsfeindliche Geist von Voltaire weit verbreitet sei. So habe Atatürk die Religion weitestgehend aus dem öffentlichen Raum verdrängt, indem er Verbote des Muezzinrufes, des Kopftuches, der männlichen Kopfbedeckung „Fes“ sowie der Priester- und Imamausbildung ausgesprochen hätte. Damit habe Atatürk also eine klar atheistische Doktrin verfolgt. Nach seinem Tod hätten es Imame sehr schwer gehabt, sich wieder zu etablieren.

Ein weiterer Fragesteller bemängelte, dass Oechslen die islamischen Eroberungskriege vor dem ersten Kreuzzug nicht erwähnt hatte. Dann forderte er einen neuen Kreuzzug, um den Islam aus Europa zu vertreiben, was zu Recht empörte Buhrufe zur Folge hatte. Durch diese aggressiven Formulierungen fiel auch die Antwort von Oechslen zu den islamischen Kriegen vom 7. bis zum 11. Jahrhundert aus, was sicherlich interessant gewesen wäre. Er ging nur knapp ans Mikrofon und sagte „Ich teile Ihre Meinung nicht“. Später stellte sich heraus, dass der Fragesteller von der örtlichen NPD war. Der wäre wohl besser in seinem Parteibüro geblieben. Dieser Heuchlerverein. Außenpolitisch sich mit dem Iran und anderen arabischen Schurkenstaaten gegen Israel solidarisieren, innenpolitisch aber gegen Moslems hetzen. Den geistigen Spagat muss man erstmal hinbekommen. Die NPD ist, wie jede andere antisemitische rassistische Vereinigung auch, nach der festen Überzeugung des Autors dieser Zeilen für jeden sachlichen Islamkritiker und überzeugten Demokraten ein absolutes No-Go.

Dr. Rainer Oechslen

Nachdem Oechslen einige geschichtliche Beispiele für islamische Toleranz gegenüber Juden angeführt hatte, erwähnte epistemology den Fall des bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters. Die Familie von Moses Maimonides war in Spanien von den Almohaden bedroht, die einen intoleranten Islam vertraten und jüdische Gemeinden verfolgten. Vor die Wahl gestellt, zum Islam überzutreten oder auszuwandern, flüchteten sie nach Kairo. Oechslen meinte, dass die islamische Welt immer schon vielseitig gewesen sei. In Kairo sei es zu der Zeit eben tolerant zugegangen.

Eine französischstämmige Mitbürgerin fragte, wie man in Zukunft ein friedliches Leben in Regensburg sichern könne. Wäre nicht die Trennung von Staat und Kirche empfehlenswert? Oechslen entgegnete, er sei zwar auch für eine Trennung, aber nicht nach dem französischen Modell. Er wolle Religionsunterricht an Schulen und eine Bereicherung durch Andersartigkeit. Das heißt wohl, dass er auch islamischen Religionsunterricht an Schulen unterstützt.

Ein Regensburger Bürger wollte wissen, warum Konvertiten, die zum Christentum übertreten, verfolgt und getötet werden. Oechslen schwächte ab: Nur im Iran und in Saudi-Arabien gäbe es dies als staatliche Strafe. Ansonsten wären die Täter „Fanatiker“, die von „Scharfmachern aufgehetzt“ würden. Herr Oechslen, noch nie in den Hadithen gelesen? Der oberste Scharfmacher ist doch der „Prophet“ dieser Religion höchstselbst. „Wer den Islam verlässt, den tötet“. Gibt es da noch irgendwelchen Raum für Missverständnisse? Grundsätzlich aber dürften laut dem Interreligiösen Dialogbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern “Missbräuche” in anderen Ländern “unser Recht nicht ändern”.

Daraufhin stellte ein Zuhörer fest, dass es angesichts der Bevölkerungsentwicklung ab 2040 muslimische Mehrheiten in Deutschland geben werde. Dann würden die Gesetze mit Sicherheit geändert. Oechslen meinte, dies sei eine „demographische Schrecklegende“. Das Leben in Deutschland begünstige nicht 6-7 Kinder. Die Kinderzahl der türkischen Bevölkerung werde sich in Deutschland anpassen.

Dr. Rainer Oechslen

Ein Zuhörer monierte, dass Moscheen in Deutschland häufig vom türkischen Staat gebaut würden. Daher sollten auch in der Türkei Kirchen gebaut werden dürfen. Oechslen meinte, die staatliche Religionsbehörde in der Türkei sei natürlich ein Hemmnis. Andererseits würden aber auch „innenpolitische Probleme“ für das Verbot von Kirchenbauten verantwortlich sein. Die Kemalisten wollten keine nicht-islamischen Gotteshäuser, da sie die Einheit der Nation gefährden würden.

Zum Schluss meldete sich ein Pfarrer im Publikum, der forderte, dass Muslime in Deutschland angstfrei leben sollen dürften. Ein leuchtendes Beispiel für eine modern eingestellte muslimische Gemeinde sei Penzberg. Da kam der Zwischenruf, dass sie vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Der Pfarrer winkte verärgert ab und meinte, dass es keine Gründe für eine Überwachung gebe. Nun, wenn er ein kritisches Bewusstsein hätte, könnte er diese stichhaltigen und schwerwiegenden Gründe jederzeit nachlesen.

Aus Zeitgründen wurde an dieser Stelle der offizielle Teil des Abends beendet. Anschließend gab es noch viele interessante Gespräche.

UNTERHALTUNGEN

Mich interessierte vor allem, wie die Stadträtin Bernadette Dechant über die Gefahr der Islamisierung denkt. Sie erzählte, dass sie viele unserer Befürchtungen durchaus teile. Aber ihre Kinder müssten hier in die Schule gehen, und sie setze alles daran, dass dies in einer friedlichen Atmosphäre geschehe. Zum Fall des Tunesiers Mouldi Chaabane, der im Regensburger Umfeld Al-Qaida-Verbindungen hatte, meinte sie, dass man ihm nichts Definitives hätte nachweisen können. Der CSU-Stadtrat Christian Schlegl versicherte im Gespräch, dass die CSU ein waches Auge auf die Entwicklungen haben werde.

Mittlerweile war es 23 Uhr und das Pfarrheim wurde geschlossen. Draußen führten wir eine schon im Saal angefangene Diskussion mit fünf muslimischen Salafisten fort. Sie hatten uns nach der letzten Veranstaltung aufgefordert, die Internetseite „Einladung zum Paradies“ anzusehen, die bekanntlich von Pierre Vogel gestaltet wird. Sie versicherten, dass sie Gewalt ablehnen und sie nur anwenden würden, wenn sie bedroht wären. Außerdem rühmten sie Pierre Vogel, da er den Muslimen ein anständiges Leben predige. Er mahne sie beispielsweise nicht kriminell zu werden. Wir kamen immer wieder auf die Gewalt-, Unterdrückungs- und Mordaufrufe im Koran zu sprechen. Die würden nur im Verteidigungsfall gelten. Aha. Und die problematische Einstellung zur Frau? Das sei in Wahrheit gar nicht so. Die Frau werde hoch geachtet und von den Männern beschützt. Nun, Selbstkritik ist im Islam bekanntlich nicht vorgesehen. Wir diskutierten trotzdem eine dreiviertel Stunde, die mehr oder weniger komplett mittels Handy von den Salafisten aufgezeichnet wurde. Zum Schluss fragten sie, wie unserer Meinung nach die Lösung der Probleme aussehe. Wir antworteten, dass die Modernisierung des Islam zwingend notwendig sei. Das ginge nicht, entgegneten sie. Der Islam sei „unreformierbar“, denn der Koran sei Gottes Wort. Das sei seit 1400 Jahren so und dürfe nicht verändert werden.

So gingen wir auseinander. Wir schüttelten uns trotzdem die Hände und mussten erkennen, dass uns trotz Sympathie für diese Muslime deren Ideologie trennt. Sie wirkt auch noch im Jahr 2010. Dieses Gespräch wie auch so viele andere hat uns überzeugt: Wenn der Islam mit seinen rigiden Vorschriften nicht wäre, dann könnten sich diese Menschen problemlos in unsere Gesellschaft integrieren. Aber etwas Entscheidendes steht im Weg. Nämlich das, was vor 1400 Jahren in der arabischen Wüste erfunden wurde, um Macht zu erringen, zu erobern und zu unterwerfen. Und es vergiftet die Köpfe der Menschen weiterhin.

Kontakt:

» Pressestelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern: poep@elkb.de
» Evangelische Kirche Deutschland: info@ekd.de




Wilders wurde im letzten Jahr 236 mal bedroht

In 2009 erhielten laut der Niederländischen Staatsanwaltschaft in Den Haag 386 Politiker Bedrohungen, gegenüber 424 im Vorjahr. Die Mehrheit der Bedrohungen ging an PVV-Führer Geert Wilders. Marianne Goet, Pressesprecher der Niederländischen Staatsanwaltschaft in Den Haag, meldete, dass von den 386 Bedrohungen 236 gegen Wilders gerichtet waren. In 186 Fällen war dies eine kriminelle Bedrohung und führte zu einem Strafantrag. 119 Anträge wurden vom Team von Wilders gestellt.

Im Jahr 2008 waren von den 424 Bedrohungen 229 an Wilders gerichtet. Er wurde in 2009 etwas häufiger bedroht, während die Gesamtzahl der Bedrohungen gegen Politiker zurückging. Antragsdelikte gegen Politiker werden in Holland seit 2005 gesondert registriert, nachdem in dem Jahr 121 Bedrohungen geäußert wurden, vor allem gegen Ayaan Hirsi Ali und Geert Wilders. Auf den Sozialen Netzwerke Hyves und MySpace wurde Wilders mehrmals bedroht, unter anderem in einem Rap-Lied. Mehrere Personen wurden hierfür bereits vor Gericht verurteilt.

» Wilders-Interview auf profil-online: „Man liebt mich, oder man hasst mich“

(Quelle: Elsevier Online, 25. März 2010)




Absturz eines Proleten

Für das „Alphatier mit dem harten Schwanz“, auf dessen Beats nach eigenen Angaben „jeder Rapper masturbiert“, sollten wir in nächster Zeit ein wenig Rücksicht nehmen und Mitleid haben. Denn in den letzten Monaten trafen Bushido – von dem hier die Rede ist – harte Schicksalsschläge.

(Von Friesennerz)

Alles fing damit an, dass seine Filmbiografie „Zeiten ändern Dich“ nicht ganz so gut beim Publikum ankam, wie es sich Produzent Bernd Eichinger und Bushido erhofft hatten. Die Welt kommentiert trocken:

„Zeiten ändern Dich“ unterbietet das Niveau seiner Vorbilder. Das Werk ist so facettenreich missraten, dass einem davon schwindelig wird.

Filmstars.de bewertet den Film mit zwei von möglichen zehn Punkten und dessen Leserbewertung bringt ihm 3,4 von möglichen zehn Punkten ein – in der Schule würde man für jedes dieser beiden Ergebnisse sitzenbleiben. Unbeantwortet bleibt die Frage, warum sich Eichinger überhaupt mit einem Menschen zusammengerauft, der Homosexuelle beleidigt, Reportern mit dem Abreißen des Kopfes droht und die Freundin zur Abtreibung des gemeinsamen Kindes drängt.

Kurz nach dem Filmstart von „Zeiten ändern Dich“ wird Bushido dann auch noch in der Öffentlichkeit vorgeführt – „zu allem Übel“ von einer Frau, die er sonst bekanntlich ’mit der linken Hand schlägt, während er mit der rechten wixxt’. Es ist der Stern am linken Nachthimmel, Alice Schwarzer, der ihm die Leviten liest:

Hey Bushido,

als ich dich vor drei Jahren in meine Talkshow einlud, um mit dir über deine kruden und menschenverachtenden Songs zu reden, da hast du gekniffen. Jetzt sehe ich im Internet, dass du davon träumst, mit mir zu sprechen. Und in deiner Phantasie stellst du dir vor, dass ich zu dir sage: „Hey, Bushido, wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter? Als du als kleiner Junge daran gesaugt hast.“ Und du würdest mir antworten: „Ey, Fotze! Fick dich ins Knie!“
Hallo?
Seit wann habe ich pornografische Phantasien mit stillenden Müttern? Die hast du! Und genau das ist dein Problem. (…)
Ja, schon klar, Bushido: Du bist irgendwie zerrissen. Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem tunesischen, abwesenden Vater. Der war schwach – aber stark genug, deine Mutter regelmäßig zu verprügeln.
Und welche Lehren hast du Muttersohn daraus gezogen? Die, gewalttätige Männer zu verachten? Nein, im Gegenteil: Du identifizierst dich mit dem Täter! Auch du verachtest die Frauen. Wir sind für dich nur Fotzen, die man von hinten fickt. (…)
Dein Leben war, abgesehen von ein paar Ausrutschern, immer eines auf dem Sofa. Du bist als Anis Mohamed Youssef Ferchichi im kleinbürgerlichen Berlin-Tempelhof aufgewachsen und hast das Gymnasium kurz vor dem Abi geschmissen. Es folgten Drogen, Heim und eine Lehre als Anstreicher (mit Bestnote abgeschlossen). Nicht so aufregend, klar. (…)
Du aber tust dir nur selber leid und bist von Mutters Rockzipfel nie weggekommen. Ganz wie die verunsicherten Jungs und Mädels, denen du deinen 80.000-Euro-Stundenlohn beim Konzert verdankst. (…)
Du bist aber nur ein kleinbürgerlicher Spießer, der die echt Verzweifelten abzapft. Also ganz ehrlich, Bushido: Respekt kann ich davor nicht haben.
Es grüßt dich und vor allem deine Mutter
Alice Schwarzer

Zu guter letzt wurde dann diese Woche auch noch bekannt, dass Bushido für mindestens 13 seiner „Lieder“ Tonfolgen anderer Musiker verwendet hat, ohne diese vorher um Erlaubnis gebeten zu haben (PI berichtete), was für ihn die Verurteilung zu einer Schadensersatzzahlung zur Folge hatte, sowie den Rückruf und anschließende Vernichtung etlicher seiner Tonträger.

Wir wünschen Bushido weiterhin viel Erfolg im Jahre 2010 und vor allem gutes Gelingen, beim Komponieren der zukünftigen CSU-Hymne.




Der Geschichte ein Schnippchen schlagen

Wenn es einen Moment gibt, der den Obamaismus im Mittelflug und mit zurückgestreckten Flügeln zur besseren Betrachtung erwischt, dann ist es der jetzige. Bei inneren Angelegenheiten wurde das Land auf den ersten Metern der Straße zu einem unhaltbaren Euro-Etatismus gezwungen. Zur gleichen Zeit verteidigt U.S. Secretary of State die neue amerikanische Politik der Zurückweisung des Siedlungsbaus innerhalb Israels.

Wären die so genannten Verrückten der McCain-Palin Kundgebungen 2008 dabei erwischt worden wie sie erzählten, dass im Verlauf eines einzigen Tages, die Obama Präsidentschaft einen Sechstel des Privaten Sektors beschlagnahmen würde und die Häuser in Ost Jerusalem als „Untergrabung gegenseitigem Vertrauen“ und „entlarven des Tageslichtes zwischen Israel und den Vereinigten Staaten“ umschreiben werde, wären wir von Überschriften wie „Spiel mit dem Feuer“ und „Politik der Angst“ zu Tode erdrosselt worden.

Und doch, wenig mehr als ein Jahr später, leben wir in einer dieser cleveren politischen Klatschspalten die als weit über das Ziel hin- und gerade heraus über eine erschreckende Zukunft geschrieben wurde. „Nach der Übernahme der US Automobilindustrie vor fast einem Jahr, hat die Obama Administration ein parlamentarisches Verfahren genutzt um die Kontrolle über einen Sechstel des Privaten Sektors zu übernehmen … in anderen Nachrichten, verteidigte Secretary of State Hillary Clinton die Position der Administration gegen den Häuserbau in Jerusalem…“

Doch niemand „Respektables“ stellte solch extreme Mutmaßungen an. Zum einen hätte niemand der Intelligenzia die Geschwindigkeit mit der das Land transformiert wird voraussagen können. Andererseits, für die Medien im speziellen und für gewisse selbst-bewusste moderate Politikanalysten, sind gewisse Dinge am gefährlichsten wenn darauf spekuliert wird. Sind diese einmal tatsächlich eingetroffen, sind sie nur noch „historisch“.

Die Demokraten reden in diesen Tagen viel über Geschichte. „Mit großer Demut und großem Stolz werden wir heute Abend für dieses Land Geschichte schreiben“, sagte Nancy Pelosi, bevor das Parlament die Steuererhöhungen und Subventionskürzungen des Senats verabschiedete. „Heute Abend haben wir auf den Ruf der Geschichte geantwortet“, sagte Barack Obama, nachdem die Tat vollbracht war. Nicht nur lehnt es seine Mannschaft ab durch eine falsche Wahl zwischen großer Demut und großem Stolz begrenzt zu werden; sie lehnen auch die falsche Wahl zwischen einer Umarmung der Geschichte und deren Ignoranz ab. Inmitten symbolischer Fanfaren mit riesigen Hämmern [anm. doppelte Anspielung auf das Fuchteln mit dem Hammer von Pelosi als House Vorsitzende und den kommunistischen Hammer als Symbol] und mit taktischer Ernsthaftigkeit positionierten Lincoln Zitaten, wird ein wichtiges Faktum auf die Seite geschoben: staatliche Besetzung des privaten Marktes endet niemals gut. Jede gelernte Lektion über freie Märkte und zentrale Planung, Anreize, die Verteilung knapper Güter in konkurrierenden Systemen, staatliche Inkompetenz, Regierungsunfähigkeit, allgemeine Lebensqualität und Freiheit in sozialistischen vs. kapitalistischen Staaten – kurz, die Realität des Kalten Krieges – wurde nicht gelernt. Sonntagabend hat uns das wohl ahistorischste Stück Geschichte gebracht, dass wir Zeit unseres Lebens sehen werden.

Auch die Geschichte des Mittleren Osten ging zum Fenster hinaus. Immer wenn Israel palästinensischen Forderungen zustimmte, war die Antwort zunehmende arabische Gewalt. Die Palästinenser, ihrerseits, müssen noch dem nachkommen, was Israel und Amerika von ihnen verlangen: harte Schläge gegen Terrorismus und die Anerkennung der Existenzberechtigung des jüdischen Staates.

Doch Barack Obama, Hillary Clinton und Nancy Pelosi können der Geschichte ein Schnippchen schlagen. Sie wissen auch, was das Beste für die Öffentlichkeit ist, die sich gegen deren künstlich ausgebrüteten Schemata stellt. Es spielt keine Rolle was die Menschen eigentlich wünschen. Die Demokraten lehnen ab, zusammen mit der Geschichte und der Majoritätsmeinung, jenes System, welches sie nutzten um ihre Politik zu verordnen. Der Präsident sagte Bret Baier, „Ich verbringe nicht viel Zeit damit mir darüber Sorgen zu machen wie die Verfahrensrichtlinien im Parlament oder dem Senat sind.“ Selbstverständlich nicht, da wäre auch zu viel Geschichte nachzuarbeiten.

Beides, Übernahme des Gesundheitsapparates und der Angelpunkt Israel sind absurd und gefährlich. Beide wurden ohne Rücksicht auf prozedurale oder geschichtliche Verpflichtungen angegangen. (In der Sache von Obamas Israel Politik, brach der Präsident frühere verbindliche Vereinbarungen welche erklärten, dass die USA von Israel nicht eine Rückkehr auf die Grenzen von 1967 verlangen werde). Beides typisch linkes Denken. Beide Taktiken bringen uns näher in die Linie des heutigen Europas, wo anti-Israel Sentimentalität und lebenslanger Leistungsbezug hippe Lifestyle Entscheidungen sind. Europäer hofieren Antisemitismus trotz ihrer Geschichte, den Sozialismus trotz ihrer Zukunft.

Zuzusehen, wie die USA Europa nachfolgt, ruft mir einer Passage aus dem Roman Catch-22 in den Sinn. Der widerwillige Soldat Yossarian ist in einem Militärkrankenhaus und versucht alle Aktivitäten eines Mitpatienten nachzumachen, der sich, so wie es scheint, aus allen lästigen und gefährlichen Verpflichtungen des Krieges herauswinden kann:

Der Soldat der alles zweimal gesehen hatte nickte schwach und sank zurück in sein Bett. Yossarian nickte ebenfalls schwach, während er seinen talentierten Zimmerkameraden mit großer Demut und Bewunderung beäugte. Er wusste, dass er in der Gegenwart eines Meisters war. Sein begabter Zimmergenosse war offensichtlich eine Person die studiert und der nachgeeifert werden muss. Während der Nacht, starb sein talentierter Kamerad und Yossarian entschied sich, dass er ihm weit genug nachgefolgt war.

Wann entscheidet sich die USA, dass sie dem Euro-Etatismus lange genug in seine letzte Nacht nachgefolgt ist? Retrospektiv erscheinen geschichtlich schlechte Entscheidungen einleuchtend falsch. Dadurch kann die Vergangenheit teilweise beinahe irreal erscheinen. Dachte Chamberlain wirklich er könne mit Hitler einen Deal machen? Erwartete JFK wirklich, dass Castro mit der Invasion an der Schweinebucht gestürzt wird? Ja und ja. Die Fragen von morgen sind offensichtlich: ObamaCare und Israel tyrannisieren? Ja und ja.

Die Demokraten können unzählige Reden über ihren eigenen Platz in der Geschichte halten. Trotz all ihrer Arroganz sind sie korrekt. Sie haben etwas getan, das in Amerika beispiellos ist. Doch die Geschichte auf welche sie sich konstant berufen ist die Geschichte von Gouverneuren, Gesetzgebern und bürokratischer Verfahren. Was allerdings die weitreichendere, größere Geschichte anbetrifft, jene die sie ignorieren – die Geschichte von schlechten Ideen, tödlichen Trends und schwindenden Republiken – wird nur die Zeit alleine ihre Beiträge beurteilen.

Übersetzung aus dem Englischen von „die Realität“. Der Originalartikel „Outsmarting History“ von Abe Greenwald wurde exklusiv auf Commentarymagazine.com publiziert und ist hier zu finden. Abe Greenwald ist associate editor bei Commentary – auch Bibel der Neokonservativen genannt – und schreibt regelmäßig für seinen Blog Contentions.




Lau und dröge: Katholische Akademie die zweite

Wenn in der Katholischen Akademie in Berlin-Mitte eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Brücken, Gräben und Visionen – Religionen im säkularen Staat“ angesetzt wird, dann weiß man schon vorher: Es geht natürlich wieder nur um den Islam und aufs Podium schaffen es ausschließlich Islamversteher und -beschöniger.

Warum das so sein muss (selbst die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung handhabt das völlig anders, dort werden auch profilierte Islamkritiker eingeladen, so dass zumindest eine echte Diskussion entsteht), kann man nur mutmaßen: wahrscheinlich hat es mit den Vorstellungen der verantwortlichen Gutmenschen von „Dialog“ und „Verständigung“ zu tun, die immer nur im Vertuschen existierender Unterschiede und Konflikte münden. So war es am 1. Februar 2010 (PI berichtete), so war es auch diesmal am 22. März 2010 im mit 130 Personen voll besetzten Konferenzsaal der Katholischen Akademie.

Jörg Lau Dröge und Meurer Erpenbeck

Der Verlauf der Diskussion ist schnell erzählt und lässt sich am treffendsten durch die Namen zweier Teilnehmer charakterisieren: Jörg Lau (Moderator und „Zeit“-Journalist, Foto l.) und Markus Dröge (evangelischer Landesbischof von Berlin-Brandenburg). Lau mied konsequent heiße Eisen, Dröge fand es zu hart, von „Religionsgemeinschaften“ (lies: Islamverbänden) Stellungnahmen zum demokratischen Staat oder zu den Menschenrechten abzuverlangen.

Auch die (anderen) muslimischen Vertreter auf dem Podium, Frau Yardim, Herr Öztürk und Herr Soyhun, glänzten eher durch Farblosigkeit (Yardim: „Die Politik hat zu lange gewartet, den Dialog mit den Muslimen zu suchen.“). Der einzige Satz, der hängen blieb, stammte von Franz Meurer, Pfarrer in Köln-Höhenberg, der bekanntlich in seiner Gemeinde 5000 Euro für den Bau der Kölner Großmoschee gesammelt hat: „Wenn wir vor Gott stehen, wird er uns überraschen.“

Yardim Soyhun

Das Publikum – und mit ihm vier Vertreter der PI-Gruppe Berlin – wachte kurzzeitig auf, als man ihm das Wort erteilte. Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen Ehrenmorden, der islamischen Geschlechterordnung und der archaischen Scharia wurde von den Diskutanten auf dem Podium mit genervtem Augenrollen abgetan und blieb unbeantwortet. Der nächste Fragesteller war ein Muslim, der nicht verstehen konnte, warum er in Deutschland nicht muslimisch leben kann. Die Frage eines Berliner Juden, wieso er mit seiner „Kippa“ im Wedding von jungen Muslimen gejagt werde, wurde verschoben, um sie letztendlich zu „vergessen“. Eine weitere Frage zum Spannungsverhältnis von Mann und Frau bzw. Grundgesetz und Koran wurde eindrucksvoll von einem Muslim beantwortet, der am liebsten das Christentum abschaffen wollte, weil es ja nur eine Religion sei und nicht ein Gesellschaftsmodell wie der Islam.

Ein einziger Satz von Bischof Dröge ist es wert, festgehalten zu werden: „Wenn der Islam unveränderlich ist, kann ich eigentlich nach Hause gehen.“ Darauf, steht zu befürchten, können wir jedoch lange warten, denn der Dialog DiaLüg – und sei er noch so einseitig – ist einfach zu „kostbar“, um abgebrochen zu werden, nicht wahr, Herr Dröge?

Spannender als die ganze Veranstaltung war ein Zitat von Moderator Jörg Lau aus seinem „Zeit“-Blog, das ich erst hinterher fand:

Die Ängste einer Mehrheit (na ja, Teile einer Gesellschaft, die sich als Mehrheit wähnen, die ihren Status zu verlieren droht) zur Kenntnis zu nehmen und auf sie einzugehen, heißt aber nicht, ihnen einfach nachzugeben. Politik muss führen. Und das ist Schäubles Stärke gewesen, dies erkennt zu haben. Führen auch gegen Meinungsumfragen, in denen sich artikuliert, was man zwar versteht, aber nicht für richtig oder produktiv oder legitim hält. Nehmen Sie mal den Verzicht auf die deutschen Ostgebiete! Was für eine großartige Führungsleistung! Oder die deutsche Westbindung! Beides gegen das Volk (aber in seinem Interesse) durchgesetzt und schließlich akzeptiert. Genauso jetzt: Einwanderung steuern und Integration managen, zugleich den Leuten klar machen: Das geht nicht mehr weg, Leute, wir müssen damit leben. Das ist der Weg.

Wie entlarvend! Da spricht die ganze Demokratiefeindlichkeit und Überheblichkeit unserer Dressureliten, die viel besser als das blöde und unreife Volk (aber „in seinem Interesse“!) wissen, was gut für es ist. Das ist DDR 2.0, mit dieser Haltung wird unser Land gegen die Wand gefahren. Herr Lau, Sie sind ein Geisterfahrer. Oder um das Motto der Veranstaltung abzuwandeln: Mit solchen Visionen offenbaren Sie Abgründe, die keinesfalls mehr zu überbrücken sind.

» Die flache Erde: tick ticke tack ticke tick

(Text und Fotos: Bärchen, PI-Gruppe Berlin)




Moslems spalten FDP-Kreisverband

Moslems spalten FDP-Kreisverband
Im norddeutschen Delmenhorst ist jetzt auf mittlerer Ebene das eingetreten, was viele Liberale auch auf  Bundesebene befürchten. Radikale Moslems haben die Toleranz der FDP-Mitglieder ausgenutzt und, sobald sie genug Einfluss hatten, den Kreisvorstand unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kreistagsfraktion der FDP tritt jetzt geschlossen aus dem Kreisverband aus und gründet eine eigene Gruppe, die sich besonders den Problemen der verfehlten Integration widmen möchte.

NWZ-online berichtet:

„Wir haben nichts gegen die FDP, wir haben nur etwas gegen diese Mafiatruppe.“ Starke Worte bemüht Berufsschullehrer Uwe Dähne, wenn er über den Vorstand des FDP-Kreisverband Delmenhorst spricht. „Die haben kein westliches Demokratieverständnis“, sagt Dähne, der lange Jahre als FDP-Fraktionschef im Delmenhorster Rat saß. Von Unterwanderung durch türkisch-nationalistisch gesinnte Kräfte spricht der Ex-Liberale. „So etwas ist ja auch schon andernorts passiert.“

Auf dem Kreisparteitag haben Dähne und seine beiden Fraktionskollegen – wie berichtet – das Tischtuch zerschnitten und gemeinsam mit sieben weiteren FDP-Mitgliedern ihren Austritt aus dem Delmenhorster Kreisverband der Partei erklärt. Möglicherweise eine Flucht nach vorn, wie ein FDP-Mitglied auf dem Parteitag mutmaßte: „Die werden 2011 wohl kaum als Kandidaten aufgestellt.“

Seit Mittwoch steht fest, wie es weitergeht: „Wir werden im Rat eine eigene Gruppe aufmachen“, erklärte Dähne auf Nachfrage. Zunächst hatte das Rats-Trio geplant, bei einem Nachbarverband der FDP unterzuschlüpfen. Dähne: „Wir hatten etliche Offerten, die Solidarität war enorm.“ Ein Schwerpunkt der Programmatik der Gruppe im Rat werde sein, „die verfehlte Integrationspolitik in Delmenhorst“ zu korrigieren. Gegenwind ist zu erwarten: Es gehöre zum System der Kräfte im Umkreis des FDP-Vorsitzenden Tamer Sert, Gegner in die rechte Ecke zu stellen, um sie mundtot zu machen.

Sert war am Mittwoch bei den Medien ein gefragter Mann. Seit August 2008 Chef des FDP-Kreisverbandes Delmenhorst, lässt er sämtliche Vorwürfe an sich abperlen: den Verdacht der Manipulation bei der Kommunalwahl 2006, nicht satzungsgemäßes Vorgehen bei der Aufnahme neuer Mitglieder und anderes. „Wenn man zu einer Nation steht, ist das verboten?“, fragt der Delmenhorster Autohändler. Den Vorwurf des fehlenden westlichen Demokratieverständnisses, der Nähe zu türkisch-nationalen Kreisen und der Unterwanderung nennt Sert, der 1979 als 15-Jähriger nach Deutschland kam, „absurd“. Der Vorwurf der Wahlmanipulation 2006 sei „Schnee von gestern“.

„Sie hat gesagt, es hat keinen Zweck, dass sie sich dazu äußert“, ließ am Mittwoch die FDP-Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst durch ihren Stellvertreter Lübbo Meppen mitteilen. Zum Vorwurf der Unterwanderung des Delmenhorster Kreisverbandes sagt Meppen, dass man daran erst einmal nichts ändern könne. „Über die Jahre reguliert sich das wieder“, glaubt das Bezirksvorstandsmitglied, um dann doch noch einzuräumen: „Für uns als Partei ist das natürlich ein Problem.“

Das ist es tatsächlich – oder könnte es noch werden, denn eine Unterwanderung einer kleinen Partei durch Radikale ist immer denkbar. In der FDP haben sich inzwischen auch prominente Moslemfumktionäre wie Axel Köhler und Aiman Mazyek eingenistet. Beide haben offenkundig nichts mit den von der FDP vertretenen Freiheitswerten am Hut. Demokratie sei dem Islam „wesensfremd“, schreibt Köhler ganz offen in seinem Buch. Beide arbeiten an der Schaffung einer repressiv-moslemischen Gesellschaft auf deutschem Boden. Das lässt für die Zukunft der Liberalen nichts Gutes erwarten.

(Foto: FDP-Delmenhorst, links unten: Tamer Sert)




Kirchen vereint gegen die Pro-„Islamophobie“

Geißeln Islamkritik (v.l.n.r.): Präsides Nikolaus Schneider und Alfred Buß, Bischöfe Felix Genn und Franz-Josef Overbeck.Geißeln Islamkritik: Präsides Nikolaus Schneider und Alfred Buß, Bischöfe Felix Genn und Franz-Josef Overbeck (v.l.n.r.).

Die Parole von Pro NRW „Abendland in Christenhand“ läuft dem vereinten Kuschelkonzept der Kirchenhäupter evangelischer- und katholischerseits, von denen sich manch einer insgeheim aus der Zusammenarbeit mit dem Islam eine Stärkung der eigenen Macht erhofft, ganz und gar gegen den Strich. Darum müssen Sie ihre Empörung im Vorfeld der geplanten Pro NRW-Demonstrationen am Wochenende (PI berichtete) lauthals Ausdruck verleihen, zum einen, um ihre „islamischen Freunde“ nicht zu verärgern, zum anderen, um sich bei den Medien wieder beliebt zu machen, nachdem man durch so manchen Skandal in Ungnade gefallen war.

Besonders im Kampf gegen Rechts™ haben sich die Kirchenverräter Kirchenvertreter Nikolaus Schneider, Alfred Buß, Felix Genn und Franz-Josef Overbeck hervorgetan.

Domradio schreibt:

Evangelische und katholische Kirche haben die für das Wochenende angekündigten antiislamischen Aktionen der rechtspopulistischen Organisation „Pro NRW“ scharf kritisiert. Ein Minarettverbot sei mit der Religionsfreiheit nicht vereinbar, so die Initiatoren.

Den Versuch der Gruppierung, mit der Parole „Abendland in Christenhand“ Christen für ihre Kampagne zu vereinnahmen, wiesen die evangelischen Landeskirchen in Rheinland und Westfalen sowie die katholischen Bistümer Essen und Münster am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung entschieden zurück. „Die Positionen dieser Gruppierung sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar“, schreiben die Präsides Nikolaus Schneider und Alfred Buß sowie die Bischöfe Felix Genn und Franz-Josef Overbeck.

„Pro NRW“ schüre gezielt Vorurteile gegen den Islam und mache pauschal Ausländer für soziale Probleme in Städten und Stadtteilen verantwortlich, heißt es in der Erklärung weiter. Die Kirchen hätten sich dagegen zu einem respektvollen Umgang mit Fremden und einem gleichberechtigten Leben von Muslimen in der Gesellschaft bekannt. „Dazu gehört auch das Recht, Moscheen zu errichten“, betonen die Kirchenrepräsentanten.

Das Mantra der Gebetsmühlen lautet, alle Religionen sind gleichwertig, alle Kulturen sind gleich, begrüßt das Fremde und fühlt die Bereicherung. Darum flehen die vereinten Kirchenvertreter die Bevölkerung auch an:

„Wir bitten Sie, auch weiterhin den Kontakt zu den muslimischen Nachbarn zu suchen und für den gegenseitigen Abbau von Vorurteilen einzutreten“

Wer seinerseits mit den Kirchen Kontakt suchen möchte, tue dies über folgende Stellen:

» Nikolaus Schneider: pressestelle@ekir.de
» Alfred Buß: sekretariat_praeses@lka.ekvw.de
» Felix Genn: pressestelle@bistum-muenster.de
» Franz-Josef Overbeck: generalvikariat@bistum-essen.de




Schüleraustausch in Moschee

Die öffentlich rechtlichen Rotfunkanstalten betreiben munter weiter nach Kräften Islam-Infiltration. Inwieweit sogar klassische Schüler-Austauschprogamme von der „Zwangs-Kulturrelativierung“ vereinnahmt werden, zeigt die aktuelle Kamera WDR-Lokalzeit Dortmund vom 20.3.2010.

Unter dem Titel „Schüleraustausch XXL“ wird gezeigt, wie französische Austauschschüler zusammen mit ihren deutschen Gastgebern und den Lehrkräften als tolerante Lämmer in die größte Moschee Deutschlands nach Duisburg-Marxloh geführt werden und dort natürlich ihr „Interesse“ und ihr „Überwältigtsein“ bekunden dürfen.

Vorbei die Zeiten, in denen man seinen europäischen Freunden vielleicht zuerst mal die Zeche Zollverein, den Kölner Dom oder andere nationaltypische Kulturleistungen präsentierte oder einheimisches Flair vermittelte. Was zählt, ist Selbstaufgabe als Klassenziel und Zwangseinverleibung einer fremden Kultur.

(Text: Michael, Video: Antivirus)




Der Dicke will ein neues Volk

Nach dem Absturz der SPD bei deutschen Wählern ist die Partei auf der Suche nach einem neuen Wahlvolk. Aussichtsreichster Kandidat sind die Türken, von denen es allerdings momentan noch zu wenige gibt. Deswegen fordert Sigmar Gabriel jetzt deutsche Pässe für alle, Einwanderung ohne Sprachkenntnisse und das Recht, die SPD wählen zu können, für die ganze Welt.

Das MiMagazin berichtet:

TÜRKIYE, HÜRRIYET, SABAH, MILLIYET und schließlich auch ZAMAN räumen den Worten Sigmar Gabriels (SPD) breiten Raum ein. Gabriel habe sich in Berlin mit türkischen Journalisten getroffen und sich für die Abschaffung der Optionsregelung im Staatsangehörigkeitsrecht ausgesprochen. Außerdem habe er den Sprachnachweis vor dem Familiennachzug heftig kritisiert und es als „ein Fehler“ bezeichnet. Schließlich habe er sich für das kommunale Wahlrecht auch für Nicht-EU-Ausländer ausgesprochen.

Die TÜRKIYE kommentiert Gabriels Annäherung an die Türken als Wiedergutmachungsversuch. Die ZAMAN zitiert Gabriel, der gesagt habe, dass man die Herzen der Türken wiedergewinnen müsse.

Welches Unrecht haben wir bei den Türken gut zu machen? Haben wir etwas verpasst?




BILD: Wagner attackiert Erdogan

In der BILD-Rubrik „Post von Wagner“ findet F. J. Wagner in seinem heutigen Brief an den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan deutliche Worte, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten.

Die BILD (F. J. Wagner) schreibt:

Lieber Ministerpräsident Erdogan,

Sie fordern türkische Gymnasien in Deutschland, in denen in türkischer Sprache unterrichtet wird, türkische Lehrer wollen Sie nach Deutschland schicken, eine türkische Universität wünschen Sie sich.

Wünschen Sie sich vielleicht noch einen Halbmond auf unserer Fahne, den unser Adler anhimmelt?

In Deutschland kann jeder lernwillige, wissbegierige Schüler Abitur machen, studieren, egal ob seine Eltern aus Ghana oder Anatolien kommen.

Wir haben türkischstämmige Staatsanwälte, Richter, Ärzte, Anwälte, Unternehmer, Politiker als Mitbürger. 30000 türkischstämmige Studenten studieren zur Zeit Jura, Medizin, Volkswirtschaft in Deutschland.

Eine Bildungsparallelwelt ist das Letzte, was wir brauchen. Wir brauchen keine Glaubensschüler, wir brauchen neugierige, aufgeweckte Schüler. Was wir vor allem nicht brauchen, sind Sie, Herr Erdogan. Sie sind nicht der türkische Vizekanzler Deutschlands. Sie haben hier nichts zu melden.

» fjwagner@bild.de

(Spürnase Haar)




Die chronologische Reihenfolge der Koran-Suren

Die einzelnen Suren (Kapitel) des Korans sind mehr oder weniger willkürlich der Länge nach angeordnet. Die einzige Ausnahme bildet die erste Sure, die fester Bestandteil des islamischen Gebets ist. Bei der Anordnung wird keinerlei Rücksicht auf den Zusammenhang oder die Chronologie ihres „Erscheinens“ genommen; aber gerade Letzteres ist für das islamische Recht – die Sharia – von entscheidender Bedeutung.

(Von F.J. März 2010)

Um Widersprüche im Koran zu klären, wird von islamischen Rechtsgelehrten das Prinzip der Abrogation (Aufhebung) – siehe das Essay von Michael Mannheimer „Das Abrogationsprinzip im Koran“ – angewandt. Ältere Suren und Verse verlieren ihre Gültigkeit, wenn sie neueren Suren und Versen widersprechen. Die Kenntnis von der chronologischen Reihenfolge der Suren ist daher unerlässlich, um einheitliche Rechtsvorschriften aus dem Koran exegieren zu können.

Bei Wikipedia heißt es:

Der Koran gilt den meisten Muslimen als unverfälschtes Wort Gottes, weshalb Widersprüche im Text eine besondere Herausforderung darstellen. Die islamische Rechtswissenschaft löst das Problem dadurch, dass spätere Aussagen des Korans frühere, widersprechende aufheben. Da jedoch die Anordnung der Suren des Korans nicht chronologisch ist, sondern sie in abnehmender Länge angeordnet sind, ergeben sich hierdurch besondere Probleme. Wichtigste Voraussetzung für die Abrogation ist, dass man die chronologische Abfolge der Suren kennt, man also den „Offenbarungsanlass“ ermittelt. Dabei werden die Suren grob in „mekkanische“ und „medinensische“ unterteilt, bezogen auf die beiden Lebensabschnitte Mohammeds, die durch die Hidschra getrennt sind. Dazu werden vor allem außerkoranische Daten der jungen Gemeinde herangezogen, um eine gewisse Chronologie der Suren zu erzielen. […] Der Koran räumt die Möglichkeit ein, dass Mohammed die ihm offenbarte Botschaft vergisst (87:6 und 7) oder dass Gott offenbarte Verse wieder zurücknimmt (17:86).

In dieser pdf hier ist der Text des Korans nach der Chronologie der Suren angeordnet. Dabei sind die Suren von 1 bis 114 durchnummeriert. Die in [ ] angegebene Nummerierung, gibt die Surennummer in der traditionellen (willkürlichen) Anordnung wieder.




Dee Ex: Kampf gegen Rechts™ auch bei Youtube

Erst vor wenigen Tagen wurde das Konto der Berliner Rapperin Dee Ex bei Facekook – ohne Angabe von Gründen – im Kampf gegen Rechts™ gesperrt (PI berichtete). Jetzt wurde auch ihr Kanal bei Youtube, wo ihre Musikvideos bereits über eine Million mal angeklickt wurden und ihre Musik unzählige Fans hatte, in gleicher Weise ersatzlos gestrichen. Als Reaktion kündigte die Künstlerin an, nun ihr erstes deutsches Album zu veröffentlichen. Mehr




Türkeikonferenz westlicher Politiker war geheim

Die Einladung von Recep Tayyip Erdogan (Foto) an 1500 europäische Politiker und Geschäftsleute türkischer Abstammung (PI-berichtete) wurde alles andere als mit der für die internationale Politik üblichen „Show“ eingefädelt. Weder die örtlichen Medien, noch die westlichen Botschaften wurden in Kenntnis gesetzt. Auch die meisten Teilnehmer haben offensichtlich nichts verraten.

Die Welt berichtet:

Erdogans mysteriöse „Euro-Türken-Konferenz“

Die Angelegenheit wurde mit äußerster Diskretion behandelt. Weder die Botschaften noch die türkischen Medien bekamen Wind davon, dass Ministerpräsident Erdogan 1500 Politiker und Geschäftsleute türkischer Herkunft aus Europa nach Istanbul bestellte. Angeblich hat er sie auf die türkischen Interessen eingeschworen.

Rund 1500 Politiker und Geschäftsleute türkischer Herkunft aus europäischen Ländern kamen vor kurzem in Istanbul zusammen. Sie kamen auf Einladung und auf Kosten der türkischen Regierung. Die war bei dem Treffen prominent vertreten, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan persönlich sprach eindringlich zu den Gästen.

Das Bemerkenswerteste an dieser Riesenveranstaltung war vielleicht die Diskretion, die sie umgab. Erst als der „Spiegel“ aufgrund von Aussagen mehrerer Teilnehmer nachträglich darüber berichtete, wurde die Geschichte publik. In der Türkei selbst war nichts in den Medien erschienen.

„Das ist weniger ein Bemühen der Regierung, die Sache diskret zu handhaben, als vielmehr die Ignoranz der türkischen Journalisten – sie verstanden einfach nicht, dass dies ein wichtiges Thema sein könnte“, meint ein westlicher Botschaftsvertreter. Und ein anderer weist darauf hin, dass es auch früher solche Treffen gab – aber nie in dieser Größenordnung und mit so prominenten Teilnehmern.

Tatsache ist, die meisten Botschaften wussten nichts von der geplanten Veranstaltung, zu der zahlreiche gewählte Abgeordnete ihrer Länder auf Kosten des türkischen Staates geladen waren. Teilnehmer berichteten dem „Spiegel“, dass sie auf dem Treffen von Erdogan aufgefordert wurden, in ihren politischen Aktivitäten nicht die Interessen der Türkei zu vergessen. Ihnen sei gesagt worden, dass Türken in Europa gezielt die Staatsbürgerschaft des Gastlandes erlangen sollten, um so ihren politischen Einfluss in diesem Land zu steigern und ihn im Interesse der Türkei zu nutzen. Ihre türkische Staatsbürgerschaft sollten sie nach Möglichkeit behalten, und auf keinen Fall die Identität der Gastländer übernehmen, denn das wäre Assimilation.

Anfragen von WELT ONLINE bei einer Reihe westlicher Botschaften ergaben, dass – mit einer Ausnahme – niemand im Vorfeld von der Konferenz Kenntnis hatte. Die eine Botschaft, die über diese Veranstaltung unterrichtet war, äußerte grundsätzliches Interesse, einen Beobachter zu entsenden, erhielt jedoch keine Einladung.

Alle befragten Diplomaten reagierten mit höflich formulierter Überraschung auf das denkwürdige Ereignis. Sie baten WELT ONLINE, sie nicht persönlich zu zitieren. Die niederländische Botschaft arbeitet derzeit an einer Liste der holländischen Teilnehmer – man weiß nicht genau, welche holländisch-türkischen Politiker zugegen waren, und angesichts des Inhaltes der Reden könnte das von Interesse sein.

Die Schweizer Botschaft gab zu verstehen, dass ganz allgemein – und nicht spezifisch auf diese Konferenz bezogen – die Wähler der Schweiz in der Regel von ihren Volksvertretern erwarten, dass diese die Interessen der Wähler vertreten.

Alle Botschaften begrüßten Kontakte politischer Art zwischen der Türkei und türkischstämmigen Persönlichkeiten aus europäischen Ländern – wenn dies der Brückenbildung und dem Völkerverständnis, letztlich der Integration der Türken in ihren neuen Heimatländern diene. Zugleich wurden aber Fragen laut, ob dies tatsächlich das Ziel dieser Konferenz gewesen sei. Da sie nicht dabei gewesen seien und nicht folglich nicht wüsten, was genau gesagt wurde, könnten sie kein Urteil abgeben.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Es wird auch ganz bestimmt nicht… Also machen wir einfach weiter, wie immer…

(Spürnase Aufmerksam)




Falsche Tulpen

Das sollte eine Story so recht nach dem Geschmack einäugiger Xenophiler werden: Ein türkischer Fußballclub in Berlin erhält einen Preis für sein Engagement gegen Schwulenhass, der doch bei muslimischen Mitbürgern in besonders beängstigender Weise verbreitet ist. Die einzigen, denen die Ehrung nicht gefällt, sind die Türken. Vor Scham erfinden sie gar einen anderen Grund für den Erhalt der 5.000 Euro.

Die Berliner Morgenpost berichtet:

Der Rahmen wird festlich sein heute Abend im Großen Saal des Roten Rathauses. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) verleihen den Preis „Berliner Tulpe“ für deutsch-türkischen Gemeinsinn. Je 5000 Euro gehen an die deutsch-türkische Aziz-Nesin-Europaschule und an den Fußballverein Türkiyemspor.

Um den Klub aus Kreuzberg hat es jedoch vor der Verleihung des vom Radiosender Metropol FM, dem Senat und dem BWK Bildungswerk gestifteten Preises einige Irritationen gegeben. Denn der Fußballverein wird für sein Engagement gegen Homophobie ausgezeichnet – ein Engagement, das in der türkischen Gemeinde nicht unumstritten ist. Jedenfalls teilte Türkiyemspor nach der Entscheidung für die Auszeichnung in einer Presseerklärung mit: Die Tulpe prämiere das Konzept und die Entwicklung von Mädchenfußball.

Das Büro des Berliner Integrationsbeauftragten Günter Piening, der ebenfalls zu den Auslobern gehört und in der Jury saß, reagierte verschnupft. „Sie verbreiten auf Ihrer Internetseite eine Falschmeldung, Türkiyemspor erhält die Berliner Tulpe nicht für die Mädchenfußballmannschaft“, mailte Pienings Büro am 9. März an die Verantwortlichen des Vereins.

Tatsächlich habe die Jury vor allem das Engagement des Vereins gegen Homophobie „besonders toll“ gefunden, sagte Pienings Mitarbeitern Edith Tomaske.

In den vergangenen Jahren hatte sich Türkiyemspor auf das unter Fußballern und unter jungen Muslimen doppelt heikle Thema Schwulenhass herangewagt, Homosexuelle Spieler ausdrücklich in seinen Mannschaften willkommen geheißen und dafür 2009 den Maneo-Award gegen Homophobie verliehen bekommen. Der Verein agierte als Schirmherr der Respect-Games der Schwulen und Lesben.

Der Spieler Erkut Ergiligür warb mit entblößtem Oberkörper auf Plakaten für die Respect Games 2008 und 2009. Im September trat Türkiyem dem Bündnis gegen Homophobie bei, das beim Regierenden Bürgermeister ins Leben gerufen wurde. Treibende Kraft hinter diesen Initiativen war Vorstandsmitglied Susam Dündar-Isik, die für die Pressearbeit zuständig war und im Sommer die Bewerbung für die Tulpe unter Hinweis auf den Einsatz für Homosexuelle verfasste. Sie wurde unterstützt vom früheren Coach der Regionalliga-Mannschaft, Uwe Erkenbrecher, der jetzt Rot-Weiß Essen trainiert.

Aber der Einsatz für Schwule und Lesben stieß bei der Basis des Vereins und bei vielen Sponsoren keineswegs nur auf Zustimmung. Ergiligür sei auf der Straße angepöbelt worden, berichten Vereinsmitglieder. Der Vorständlerin Dündar-Isik wurde im November ohne Angabe von Gründen die Pressearbeit entzogen und ihrem Marketing-Kollegen Robert Schaddach (der für die SPD im Abgeordnetenhaus sitzt) übertragen.

Beim Integrationsbeauftragten will man die Harmonie bei der Preisverleihung nicht gefährden und spielt die Gründe der Juryentscheidung für Türkiyemspor herunter: Der Verein bekomme den Preis auch „für sein Gesamtwerk“. Trotzdem korrigierte Schaddach gestern die Verlautbarung seines Klubs: Ihr habe ein Missverständnis zwischen Abteilungen des Vereins zugrunde gelegen. Das Engagement gegen Homophobie werde fortgesetzt.

Interessant, neben der eigentlichen Story, ist auch die Vertuschung des Skandals durch Politik und Presse, die bis zur Falschmeldung geht. Die Schwulenseite Pride Radio verschweigt ihrem Klientel, den Betroffenen von homophober Gewalt, die ganze Affaire, und lügt den potentiellen Opfer gemeinsam mit dem Schwulen- und Lesbenverband in die Tasche:

„Das Engagement von Türkiyemspor ist großartig. Seit 5 Jahren arbeiten wir mit dem Fußballregionalligisten im Rahmen der Respect Gaymes unter dem Motto „Zeig Respekt für Lesben und Schwule“ zusammen. Türkiyemspor hat damit sowohl im Fußball als auch in der türkischen Community ein beständiges Zeichen gegen Homophobie gesetzt.“, so Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg.

Türkiyemspor gehört zu den engsten Kooperationspartnern des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg. Durch gemeinsame Plakatkampagnen, Podiumsdiskussionen, Kulturevents und Fußballturniere haben sich gegenseitiges Vertrauen und Freundschaften entwickelt. Der deutsch-türkische Gemeinsinn wird durch das Wirken von Türkiyemspor im wahrsten Sinne des Wortes befördert.

Die taz zieht es vor, lediglich von der Preisverleihung an eine ebenfalls prämierte Schule zu berichten, und die Peinlichkeit mit den Fußballtürken durch Verschweigen zu umschiffen – hatte aber immerhin bereits vor einem halben Jahr über die Anfeindungen des türkischen Werbeträgers durch seine Landsleute ausführlich berichtet, womit klar ist, dass die Entwicklung keineswegs überraschend eintrat, wie es manche Beteiligte jetzt darstellen. Im MiMagazin kommt Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ausführlich zu Wort, der trotz der inzwischen bekannten Fakten die selbst erfundene Toleranz der Türken als Beweis für das Gelingen der Integration insgesamt behauptet. Ob auch der Umkehrschluss erlaubt ist, nachdem die Prämisse sich jetzt als falsch erwiesen hat? In der auf Themen um die Migration spezialisierten Blatt ist diese Frage kein Thema. Dafür erfährt der geneigte Leser eine andere Geschichte einer erfolgreichen Integration. Die so beliebten Tulpen selbst sind nämlich ursprünglich aus der Türkei nach Europa gekommen, ihr Name geht auf türkische Wurzeln zurück. Na bitte, Integration klappt doch!